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Cod. Pal. germ. 312

Herkunft: Hs. größtenteils Autograph Michel Beheims (vgl. Abb. 23), wohl in Wien planmäßig angelegt. Von
dort über München nach Heidelberg (vgl. Schanze 1, S. 186-190) und dort während Beheims Zeit am Heidel-
berger Hof Pfalzgraf Friedrichs I. von der Pfalz (um 1468-1472; vgl. Backes, S. 122 Anm. 64) vielleicht noch
fortgeführt. Datierung und Lokalisierung aufgrund des Wasserzeichen- und Schriftbefundes (vgl. Kratoch-
will, S. 113f.). Hs. der älteren Schloßbibliothek, verzeichnet bei der Katalogisierung 1556/59 (es kann jeweils
auch Cod. Pal. germ. 334 gemeint sein): Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1950, 178 r [Gaistliche vnd weldtliche Lie-
der]: Michael Behems gesang Buch, anfahende Ich michel Behem. Danach bei der Katalogisierung 1581 im
Inventar der Heiliggeistbibliothek verzeichnet: Vatikan BAV Cod. Pal. lat. 1956, S. 65: Michel Behems gedicht,
von ihm selber notirt vnd geschriben, papir, Infol., bretter, rott leder, bucklen (gleichlautend Cod. Pal. lat. 1931,
310 v). 4 ::' r Capsanummer: C. 69; eingeklebter Zettel mit Hinweis auf eine erfolgte Abschrift der Hs. durch von
Liliencron 1863/64. Vorderspiegel: eingeklebter Zettel mit Hinweis auf die Beschreibung der Preußischen Aka-
demie der Wissenschaften (stud. [Hans] Gille, Oktober 1908, s.u. Lit.).

Schreibsprache: Hand I: schwäbisch-ostfränkisch mit bairisch-österreichischen Schreibeigentümlichkeiten (nach
Kratochwill, S. 112f., Beheim-Schreibvariante I—III); Hand II: bairisch.

Literatur: Bartsch, Nr. 147; Adelung, Nachrichten, S. 20; Wilken, S. 399-401; Kat. HSA-BBAW, Hans
Gille, September 1908, 175 Bll.; Gille, S. 237-239, 266-301 (Sigle A); Gille/Spriewald 1, S. XX-XXII (Sigle A;
Lit. bis 1968 ebd., S. IX-XV); Kratochwill, S. 109-114 (Sigle A; mit Abb.); Werner, Buchkunst, S. 5; Schanze 1,
S. 191-196, 200-202 und 2, S. 2f., 175 (Sigle A); Mittler/Werner, S. 114f. (mit Abb.); RSM 1, S. 170f. (Sigle
Beheim A); Karin Zimmermann, in: Schlechter, Kostbarkeiten, S. 145 Nr. A6 (mit Abb.); Digitalisat: http://digi.
ub.uni-heidelberg.de/cpg312.

1 r—316 V MICHEL BEHEIM, 410 LIEDER. Zu Autor und Text s. Cod. Pal. germ. 334, 2 ra.
Die Überschriften der Lieder in der Regel in Rot, der Text der Str. in Schwarz. Zur Ab-
folge der Lieder vgl. RSM 1, S. 170f. Zählung der Lieder nach Gille/Spriewald. Initien
im Register.

(1. l r-34 r) 28 LIEDER IN SEINER ZUGWEISE. >In disem buch sten Michel Behams
getiht genotirt vnd mit seiner hant geschrifft geschriben vnd dise ersten geticht sten in
seiner zug weiß ...<. Texte (mit dieser Hs.): Gille/Spriewald 1, S. 3-44, 76f., 62-76, 44-
62 Nr. 1-14, 28, 22-27, 15-21. Zu den Gedichttiteln, der Parallelüberlieferung, den Text-
quellen einzelner Lieder und dem Ton vgl. Cod. Pal. germ. 334, 2 ra. - l* r/v, l** r/v, 2 ;:' r/v,
2** vh, 3 ;:' r/v, 3 ;:- ;:- r/v leer.

(2. 34 r/v) LIED IN SEINER VERKEHRTEN WEISE. Text (mit dieser Hs.): Gille/Sprie-
wald 2, S. 376f. Nr. 248, der Gedichttitel ebd., S. XI. Zur Parallelüberlieferung vgl. Gille/
Spriewald 1, S. XLVIII und das entsprechende RSM-Kapitel. Zum Ton vgl. Schanze 1,
S. 210-212. Weitere Lieder in seiner Verkehrten Weise (Nr. 148-201, 203-247, 249) s.u.
47 r.

(3. 35 r-45 r) 40 LIEDER IN SEINER KURZEN WEISE. >Dise her nach geschribenn getiht
sten in Michel Behams kurczen weiß ...<. Texte (mit dieser Hs.): Gille/Spriewald 1,
S. 78-117 Nr. 29-68. Zu den Gedichttiteln, der Parallelüberlieferung, den Textquellen ein-
zelner Lieder und dem Ton vgl. Cod. Pal. germ. 334, 33 ra.

(4. 45 r-46 v) LIED IN SEINER OSTERWEISE. Text (mit dieser Hs.): Gille/Spriewald 1,
S. 420-424 Nr. 115, der Gedichttitel ebd., S. LXXIX. Dieses Lied nur in dieser Hs. über-
liefert. Zum Ton vgl. Schanze 1, S. 208-210. Weitere Lieder in seiner Osterweise (Nr. 69-
98, 104-114) s.u. 123 v.

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