Universitätsbibliothek Heidelberg [Editor]; Miller, Matthias [Oth.]; Zimmermann, Karin [Oth.]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 304 - 495) — Wiesbaden, 2007

Page: 185
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Cod. Pal. germ. 349

P-39 1 ‘MINNEGESPRÄCH’. O [wi]rdig aller eren, daran nicht misse[s'pro\chen ... 39 r
wo tuet er sein synne der sich nicht hoher mynne vnderwindet etc. Amen. Brandis, S. 84f.
Nr. 229. Text (nach dieser Hs.): Mareiner, s. Lit., S. 413-667. Text auch in Wien ÖNB
cod. 2796, 89 x-125‘ (Kat. Wien, ÖNB Deutsche Hss. 1, S. 304-306). Zum Text vgl. Inge-
borg Glier, in: VL 2 6 (1987), Sp. 574f. (Hs. erwähnt), VL 2 11 (2004), Sp. 1.005. - l ;:- r-2 ;:' v
(bis auf Inhaltsangabe, s.o.), 39 v, 40 ;:' r-41 ;:' v (bis auf Federprobe 40 ;:‘ v, s.o.) leer.

MM

Cod. Pal. germ. 349

Freidank: Sprüche (Fortsetzung von Cod. Pal. germ. 360) • Heidelberger
Liederhandschrift h

Pergament • 1 (Pap.) + 20 + 1 (Pap.) Bll. • 23,1 x 14,8 • Rheinfranken (nördl. Oberrheingebiet) •
4. Viertel 13. Jh.

Lagen: I 1 (mit Spiegel) + 2 IV 16 + (2+I) 20 + I 21 (mit Spiegel). Bei der Neubindung 1553 gingen ein Bl. und der
Hinterspiegel (Gegenbll. zu Bll. 17 und 18) verloren, die letzte alte Lage war vermutlich ein Ternio (wohl kein
Textverlust). Pergament mit wenigen Fehlern (Löcher), zum Teil stark fleckig. Kustoden (größtenteils be- oder
abgeschnitten) am Lagenanfang und -ende: xx us-xxi“ s (Fortsetzung von Cod. Pal. germ. 360, s.d.), letzte Lage
unbezeichnet. Foliierung des 17. Jhs.: 1-20, Bll. 121 !;- mit moderner Zählung. Wz.: gerauteter Wappenschild
(Bll. 1*, 21*), ähnlich Briquet 1.999 (Speyer 1545; vgl. Kat. Heidelberg, UB 6, S. XVII). Schriftraum (mit Tinte
begrenzt; Zeilengerüst mit Metallstift vorgezeichnet bzw. blind geritzt): 18,4-19,5 x 12,1-13,3; zwei Spalten, 38-
40 Zeilen. Text vers- (l ra-17 vb) bzw. strophenweise (17 vb-20 vb) abgesetzt. Text auch der ersten beiden Sang-
spruchstrophen versweise abgesetzt, danach Punkttrennung. Textualis von einer Hand (gleiche Hand wie Cod.
Pal. germ. 360). Wenige Rasuren und Korrekturen von Schreiberhand. l va, 6 va rote Überschriften (von der Hand
des Rubrikators?). 19 vb-20 ra Nachtrag von späterer Hand (1. Hälfte 14. Jh.). Notazeichen von späteren Händen.
10 r Randbemerkung einer Hand des 15. Jhs. (radiert). Federproben des 15. Jhs. (zum Teil nicht lesbar): 20 rab wer
dys buch vindef, daz ich Bin genant; wer dis buch vint vnd nit w[ider] git her si ritter odder knech he\r] ist an
den galgen gerech; wer dis buch vindet vnd es nit widergit er si ritter oder kneht; Nach herze lib get herze leit...;
20 v Got [?] Ein gut jar; aller gewalt stet; in dem salter vor aller der werlte; in dem; iz blybe als ych; homo quidem
vizit domich [?]; Ach got (eine weitere Federprobe s.u. 20 v). Freidanksprüche von einer Hand des 19. Jhs. (Wil-
helm Grimm?) nach der Ausg. der verbrannten Straßburger Handschrift (Bibliotheque du Grand Seminaire
Cod. C.VI.7) Müllers, s. Lit., gezählt. Lombarden über zwei, selten eine Zeile in Rot. l ra—17 vb Majuskeln der
Versanfänge rot gestrichelt, 17 vb-20 vb übliche Rubrizierung. Brauner Kalbledereinband über Holz auf drei
Doppelbünden mit blinden Rollenstempeln sowie Platten- und Einzelstempeln in Gold von Jörg Bernhardt (?)
für Pfalzgraf Ottheinrich von der Pfalz. Vorderseite vergoldete Platte mit Bildnis Pfalzgraf Ottheinrichs und
Unterschrift: OTTHAINRICH VON. G. G./ PFALTZGRAVE BEY RHEIN/ HERTZOG IN NIDERN
VND/ OBERN BAIRN; Jahreszahl: 1553; Rückseite vergoldetes Wappen der Pfalz, ohne Einfassung, oben M.D.Z.
[Mit der Zeit], unten O.H.P. [Ottheinrich Pfalzgraf] (Haebler 2, S. 71 Nr. II, IV, Nr. 3, 7). Messingbeschläge,
zwei Riemenschließen (Spangen bei Bartsch noch beschrieben, jetzt verloren). Rückentitel war: Poema spiri-
tuale (vgl. Vatikan BAV Cod. Vat. lat. 13220, 32 r). Restaurierung 1962 (Hans Heiland/Stuttgart).

Herkunft: l* r Capsanummer: C. 1. Vorderdeckel alte römische Signatur: 1439. Darüber hinaus vgl. zur Her-
kunft Cod. Pal. germ. 360.

Schreibsprache: rheinfränkisch mit elsässischen Formen (Vorlage).

Literatur: Bartsch, Nr. 177; Frygedank. Ein Lehr-Gedicht sittlichen Inhalts aus dem XII. oder XIII. Iahrhun-
dert aus einer schoenen Handschrift abgedrukt, hrsg. von Christoph Heinrich Müller, in: Samlung deutscher
Gedichte aus dem XII., XIII. und XIV. Iahrhundert, Berlin 1785; Adelung, Nachrichten, S. 26; Wilken, S. 432;
Grimm, S. Vf. (Sigle A), S. IX (Sigle 5); HMS 4, S. 904 Nr. 46 (Sigle Hf); Bezzenberger, S. 48 (Sigle A); Kat.
HSA-BBAW, Günther Jungbluth, Februar 1937, 11 Bll.; Becker, S. 39f.; KLD 1, S. XXV (Sigle h = Freidanka,

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