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Cod. Pal. germ. 539

Zählung. Wz.: Krebs (? Bl. nicht nachweisbar; zwei Varianten zwei gekreuzte Schlüssel (Bll. 1-55), darunter
ähnlich Piccard, WZK, Nr. 120.829 (Wenden 1429), ähnlich Nr. 120.973 (Zutphen 1423). Schriftraum (rundum
mit Metallstift begrenzt bzw. blind geritzt): 14,5-15 x 9-9,5; 34-37 Zeilen (Pflanzenverzeichnis 51 va—53 ra: 17,5-
18,5 x 12; 39M4 Zeilen). Das Register (8 va-9 va) und die Pflanzenverzeichnisse (7 ra unten-8 rb, 51 va-53 ra) in zwei
Spalten. l r-6 v Text versweise abgesetzt (selten zwei Verse in einer Zeile). Bastarda von einer Hand. Die
Pflanzenliste 51 va-53 ra wurde von einer zweiten Hand nachgetragen, das Register 8 va-9 va, das der Hauptschreiber
nicht vollendet hat [bricht 9 ra ab], von späterer Hand ergänzt. Überschriften in Rot. Rote Lombarden über eine
bis zwei Zeilen, sehr selten nicht ausgeführt. l r Raum für Initiale/Lombarde über drei Zeilen. Papier durch-
gehend fleckig und verschmutzt. Moderner Halblederband. Restaurierung 1972 (Walter Schmitt/Heidelberg):
Pergamentumschlag abgelöst; Bll. teilweise mit Japanpapier kaschiert, Fehlstellen ausgebessert; Hs. neu geheftet,
neues Vorsatz (Restaurierungsbericht auf Hinterspiegel angefalzt). Rundes Signaturschild: Pal. Germ. 539.

Herkunft: Datierung aufgrund des Wasserzeichenbefundes, Lokalisierung nach der Schreibsprache. Der von
Bartsch und Schneider (s. Lit.) noch erwähnte Besitzeintrag des 16. Jhs. (?) Endreas Schriber und die
Capsanummer C. 142 auf dem Vorderdeckel gingen mit dem Entfernen des Einbandes bei der Restaurierung
ebenso verloren wie die alte römische Signatur 1617 auf dem Rücken. Eine ähnlich aufgebaute, wenn auch in
Teilen umfangreichere Zusammenstellung der Texte der Hs. in Trier StB Hs. 1025/1944 8° (Kat. Trier, StB 1,
S. 138-143; Ein Eberhardsklausener Arzneibuch aus dem 15. Jahrhundert [Stadtbibliothek Trier Hs. 1025/1944
8°], hrsg. von Marco BRÖSCH/Volker HENN/Silvia Schmidt, Trier 2005 [Klausener Studien 1]).

Schreibsprache: ostfränkisch mit einigen spezifisch rheinfränkisch-hessischen Formen.

Literatur: Bartsch, Nr. 270; Wilken, S. 505; Kat. HSA-BBAW, Ludwig Schneider, Januar 1939, 9 Bll.;
William Crossgrove, ‘Macer’-Miszellen, in: ‘gelerter der arzenie, ouch apoteker’. Beiträge zur
Wissenschaftsgeschichte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Willem F. Daems, hrsg. von Gundolf Keil,
Pattensen/Han. 1982 (Würzburger medizinhistorische Forschungen 24), S. 403—409, bes. S. 407 Nr. 55;
Schnell, Wurzen, S. 106 Nr. 55; Schnell, Macer, S. 171 (Sigle H4); Claudia ERBAR/Karin Zimmermann, Der
Codex Palatinus germanicus 539 - eine Pflanzenliste aus dem 15. Jahrhundert (Online-Publikation http://
www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/9594/; 25. Juni 2009);); Hs. verzeichnet im ‘Handschriftencensus’; Digitalisat:
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/cpg539.

1. l r-5 v ‘PHISIONOMIA’ (unvollständig). [Z]V mir in gar glicher wiese/ Quam vs himels
paradijse/ Viel manich schoene frauwe name/ Jeglicher wol die kron zam ... 3 r Sweren
mute bie sich furent 3 V Die hant des lufftes guden gewalt... 4 r Das hat mit haße gemeyne/
Dle kele komet zue eime ziel ... 5 V vnd merck wie die lere sie/ der finger vnd auch negel
dabije. Text: Friedrich Adelung, Altdeutsche Gedichte in Rom, oder fortgesetzte
Nachrichten von Heidelbergischen Handschriften in der Vatikanischen Bibliothek,
Königsberg 1799, S. 165-169 (nach Cod. Pal. germ. 539; Auszug); Das Hausbuch des
Michael de Leone (Würzburger Liederhandschrift) der Universitätsbibliothek München
(2° Cod. ms. 731), hrsg. von Horst Brunner, Göppingen 1983 (Litterae 100), fol. 235 va-
236 vb, 237 rb-237 va, 237 vb-238 va (nach München UB 2° Cod. ms. 731 [Faksimile]). Text u.a. auch
Trier StB Hs. 1025/1944 8°, 8‘—13 v (Kat. Trier, StB 1, S. 139; mit weiterer Parallelüberlieferung
und Lit.). Im Vergleich mit der Münchener Hs. ist der Text des Cod. Pal. germ. 539 3 r/v
und 4 r vermutlich durch Abschreibefehler defekt; es fehlen 63 bzw. 18 Verse (s.o.). Zum
Text vgl. Georg Kriesten, Ueber eine deutsche Uebersetzung des pseudo-aristotelischen
„Secretum Secretorum“ aus dem 13. Jahrhundert, Diss., Berlin 1907, S. 77-79, 87
(Bearbeitung H; Hs. erwähnt); Gundolf Keil, ‘Secretum secretorum’, in: VL 2 8 (1992),
Sp. 993-1.013, bes. Sp. 1.008; Johannes G. MAYER/Tnedrich LENHARDT/Gundolf Keil,
‘Temperamentenlehre’, m: VL 2 9 (1995), Sp. 682-689, bes. Sp. 687 (Hs. erwähnt);
Christina HECK/Bernhard Schnell, ‘Physiognomik’, in: VL 2 11 (2004), Sp. 1.235-1.241,
bes. Sp. 1.239-1.241 (Hs. erwähnt). - L :' r/v leer. Unmittelbar anschließend:

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