Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 1): Chronicon. Urkunden Nrn. 1 - 166, mit Vermerken, welche die Geschichte des Klosters von 764 - 1175 und mit Nachträgen bis 1181 berichten — Lorsch, 1966

Seite: 67
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des Hl. Nazarius in wundervoller Weise mit Gold und Silber und erhöhte den Fußboden
vor dem Altare, indem er ihn mit buntem Marmor belegte. Zwanzig Jahre und acht
Monate lang (784—804, Okt., 1.) stand er dem Lorscher Kloster vor. Er starb in Trier
und wurde in Lorsch begraben.

VERMERK 12a

Unter diesem Vater wendeten gewisse angesehene Leute unserem Kloster Schenkungen
zu. Von einigen wenigen von vielen wollen wir an dieser Stelle die Urkunden bringen:

URKUNDE 12 (Reg. 1952)

Schenkung des Klosters Neuenhof und Schenkungen an anderen Orten

durch die Äbtissin Aba

Wenn wir das Evangelium lesen, hören wir die Stimme jenes eindrucksvollen Spruches,
in dem unser Herr Jesus Christus sagt: „Gebet Almosen, und, siehe, so habt ihr alles rein"
(Luk. 11. 41) und anderswo: „Wie Wasser Feuer löscht, so löscht Almosen die Sünde"
(Eccl.3,33). Und so schenke ich, Aba, die Gottgeweihte, Tochter des verstorbenen Theodo,
in Gottes Namen zum Heile meiner Seele und um der ewigen Vergeltung willen dem
heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib im Oberrheingau, im Kloster, welches
Lorsch genannt wird, am Flusse Weschnitz ruht, beziehungsweise jener heiligen Gemein-
schaft von Mönchen, welche dort sich versammelt hat und wo der verehrungswürdige
Richbod als Abt waltet, auf ewige Zeiten und aus freiem Willensantrieb mein Kloster.
Dieses Kloster ist zu Ehren der heiligen Maria und der übrigen Heiligen im Moynecgowe
(Maingau), im Gebiete der Gemarkung Raodora (Roden, heute Ober- und Niederroden
südlich Offenbach) beim Niwenhof (Neuenhof, abgegangene Ortschaft bei Roden), am
Flusse Rodaha (Rodach, Rodaubach) errichtet. Ich übergebe weiter alles das, was ich aus
meinem Alod (Eigenbesitz) dem genannten heiligen Orte zugewendet habe oder was von
anderen gottesfürchtigen Leuten ihm an verschiedenen Orten geschenkt wurde, in der
Bellingure marcha (Bellinger Gemarkung, Wüstung südlich Offenbach, etwa in der Ge-
markung Dietzenbach), an der Caspenze (Gersprenz, Fluß im Odenwald), in Walenens-
heim (Groß- und Klein-Welzheim am Main bei Seligenstadt), im Nitachgowe (Niddagau)
zu Horeheim (Horrheim, heute Harheim nördl. Frankfurt), zu Gronowa (Gronau bei
Vilbel nordöstl. Frankfurt), zu Thurchilawila (Dortelweil südöstl. Homburg v. d. Höhe)
und gleicherweise im Gau Loganhehe (Lahngau) zu Saltrissa (Selters in Gießen oderOber-
und Nieder-Selters südöstl. Limburg), zu Daborwaha (Dauborn südöstl. Limburg a. d.
Lahn) und anderen Orten und ebenso in pago wormaciense (im Wormsgau) und in der
Stadt Magontia (Mainz), zu Odenheim (Udenheim westl. Oppenheim a. Rh.), zu Nuben-
heim (Laubenheim südöstl. Mainz), Dienenheim (Dienheim südl. Oppenheim a. Rh.),
Muomenheim (Mommenheim südwestl. Oppenheim), in Batenheim (Bodenheim südl.
Mainz) und wo immer sonstwo noch meine bekannten Besitzungen liegen und in welcher
Weise auch immer sie in meinen Besitz kamen. All das schenke ich zur Gänze mit Hof-
reiten, Feldern, Ländereien, Wiesen, Weiden, Wegen, Wäldern, Weinbergen, Wohnhäu-
sern, landwirtschaftlichen Bauten, mit allem Zubehör, mit stehenden und fließenden Ge-
wässern, mit Mühlen, Leibeigenen und seßhaften Bauern, mit Vieh beiderlei Geschlechtes,
Großvieh und Kleinvieh, mit beweglicher und unbeweglicher Habe, alles und in allen
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