Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 1): Chronicon. Urkunden Nrn. 1 - 166, mit Vermerken, welche die Geschichte des Klosters von 764 - 1175 und mit Nachträgen bis 1181 berichten — Lorsch, 1966

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mas auf deinen und anderer Weisen Rat abgehalten hat, sagen wir dir, lieber Bruder,
Dank. Wir beten darum, daß deine so heilige Absicht an ein dem Herrn genehmes glück-
liches Ziel gelange. Wir aber beeilen uns, wie es dem apostolischen Stuhl geziemt, deine
Person und dein Kloster auszuzeichnen und zu ehren und deine Ergebenheit mit so vielen
Wohltaten zu belohnen, daß auch andere sich unserer Liebe nicht verschließen werden und
daß dein Adel durch unser Wohlwollen in seiner Ehre und seinem Erfolge sich mehre.
Uber unsere Einstellung und unser Vorhaben werden dich unsere ehrwürdigen Brüder
Hermann, Bischof von Werden, und Daniel, Bischof von Prag, eingehender unterrichten.
Gegeben zu Vetralla (südl. Viterbo), am 5. Dezember (1159).

VERMERK 156
Die Verleihung der Inful lautet so:

URKUNDE 156 (Reg. 3645)

(Verleihung der Mitra)

Bischof Victor, Knecht der Knechte Gottes, entbietet seinem geliebten Sohne Heinrich,
dem Lorscher Abt, Gruß und apostolischen Segen. Die heilige römische Kirche pflegt die
ihr ergebenen Söhne zu ehren und den Bitten der christlichen Fürsten, in denen sie selber
hochgeehrt werden, gerne zuzustimmen. So auch diesmal, da wir dir, geliebter Sohn im
Herrn, auf Fürbitte unseres geliebtesten Sohnes Friedrich, des römischen Kaisers, und auf
Ersuchen unseres ehrwürdigen Bruders Regenold (Rainald von Dassel), des erwählten
Erzbischofs von Köln, unsere eigene Mitra, die wir auf unserem Haupte getragen haben,
durch unseren geliebten Sohn Christian, den Propst von Merseburg übersenden. Mögest du
sie an Feiertagen und bei Umgängen zur Ehre Gottes und zu deiner Ehre tragen. Wir ver-
leihen sie kraft apostolischer Machtvollkommenheit. Wir ermahnen dich, daß du diese dir
vom apostolischen Stuhle verliehene Ehre so hinnehmest, daß dadurch Gott geehrt werde
und daß wir desto mehr und desto lieber geneigt seien, sowohl deine Person als auch das
dir anvertraute Kloster noch weiter zu fördern. Das übrige, was du noch erbeten hast,
wollen wir dir erst gewähren, wenn du persönlich zu uns kommst, oder einen ehrenhaften
Gesandten, einen Sohn deines Klosters, vor unser Angesicht abordnest. Gegeben zu Papia
(Pavia), am 28. Februar (1160).

VERMERK 157

Erneuerung des Tochterklosters Neuburg

Die Zelle Niwenburg, nach dem Heimgang ihres Gründers Anshelm durch die Sorg-
losigkeit ihrer Verwalter beinahe verödet, erweckte er (Heinrich) durch Gottes Ein-
gebung noch einmal, versorgte die dortigen Diener Gottes mit Gebäuden und Grund-
stücken, machte ihnen nach bestem Vermögen nicht geringe Schenkungen und bekräftigte
dies durch folgende Bezeugung:

URKUNDE 157 (Reg. 3648)

(Vorsorge Heinrichs für Neuburg)

Heinrich, von Gottes Güte Lorscher Abt, in Christi Namen an alle Söhne, gegen-
wärtige und zukünftige, unserer heiligen Mutter, der Kirche. Wir dienen unserem Kloster
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