Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

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URKUNDE 284 (9. April 766 — Reg. 41)

Schenkung des Wolfger im gleichen Dorfe im 14. Regierungsjahre
des Königs Pippin, unter Abt Gundeland

In Christi Namen mache ich, Wolfger, zum Seelenheile meiner Mutter Buggarana und
um der ewigen Vergeltung willen durch diese Schenkungsurkunde und Willenserklärung
eine Vergabung. Ich schenke vom gegenwärtigen Tag an dem heiligen Märtyrer Gottes
Nazarius, dessen Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz
(Weschnitz) gelegenen Kloster Laurfes^m = Lorsch) ruht, meinen in pago lobodonensi
(im Ladengau), und zwar im Dorfe

Hantscuhesheim (Heidelberg-Handschuhsheim) gelegenen Weinberg. Ich übergebe
und übertrage ihn in unversehrter Gesamtheit aus meinem gesetzlichen Recht in das Eigen-
tumsrecht und unter die Herrschaft des Hl. Nazarius als ewiges Besitztum. Von heute
an und späterhin sollt ihr das Recht, die freie und in allen Einzelheiten vollkommen
unumschränkte Vollmacht haben, ihn innezuhaben, zu behalten, zu verschenken, zu ver-
tauschen oder sonstwie zum Nutzen jenes Klosters damit zu machen, was ihr wollt. Wenn
aber künftig einer, was ich keineswegs glaube — und alles übrige wie oben — bis: Ge-
schehen in öffentlicher Versammlung im Kloster Lorsch am 9. April (766). Handzeichen
des Wolfgar, des Schenkgebers.

URKUNDE 285 (10. April 767 — Reg. 127)

Schenkung des Erkanfrid in demselben Dorfe im 15. Regierungsjähre
des Königs Pippin, unseres Herrn, unter Abt Gundeland

Ich, Erkanfrid, übereigne der Kirche des Hl. Nazarius in Lorsch einen Weinberg,
gelegen in pago lobodoninse (im Ladengau), in

Hantscuhesheim (Heidelberg-Handschuhsheim), den mir Ratfrit als rechtmäßiger
Besitzer übergeben hat. Diesen Weinberg übertrage ich aus meiner gesetzlichen Voll-
macht in jene des heiligen Märtyrers Nazarius, gestützt auf vorliegenden Vertrag. Ge-
schehen in Lorsch am 10. April (767). Handzeichen des Erkanfrid, der diese Schenkung
machte. Handzeichen der (Zeugen) Ermanfrid, Gammo und Cunibert. Schreiber: Uodil-
hart.

URKUNDE 286 (17. April 767 — Reg. 130)

Schenkung des Manaold; Dorf, Jahr und Fürst: wie oben

In Christi Namen verabfolge ich, Manegold, auf göttliche Eingebung, zu meinem
Seelenheil und um der Vergeltung in der Ewigkeit willen durch diese Schenkungsurkunde
eine milde Gabe. Meine Zuwendung gilt dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen
Leib in dem in pago rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen
Kloster ~LdMr(esham — Lorsch) ruht, und in gleicher Weise jener heiligen Gemeinschaft
von Mönchen, welche dort unter dem ehrwürdigen Abt Gundeland dient. Ich wünsche,
daß meine Schenkung verewigt werde und bestätige ihre Freiwilligkeit. Ich übergebe mein
Eigentum in pago lobodoninse (im Ladengau), in der Ortschaft
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