Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

Seite: 129
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URKUNDE 410 (6. April um 850 — Reg. 3406)

Schenkung von Esch rieh und Heim rieh im gleichen Dorf

Auch wir, Escrich und Heimrich, lassen dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, der
im Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht, eine Gabe zukommen. Wir schenken in pago
lobodon(ensi = im Ladengau), und zwar in

Steimbach (Wüstung am Steinbach = rechter Neckarzuflpiß hei Heidelberg) eine
Besitzung von insgesamt zehn Huben, und im Dorfe

Dossenheim (n. Heidelberg) Weinland mit einem Ertrage von zwei Fuder Wein und
vier Leibeigene, nämlich

Folcger, Sunher und

Rantger, Theutsuinda.
Geschehen im Kloster Lorsch am 6. April Zeugen sind:

Cilward, Reginbald und

Sigibert, Gerolf.

URKUNDE 411 (10. Mai 797 — Reg. 2579)

Schenkung des Babo in Dossenheim

Im 29. Regierungsjahr unseres Herrn, des Königs Karl, mache ich, Babo, an den
heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib im Kloster Lorsch ruht, dem der ehr-
würdige Richbod als Abt vorsteht, eine Vergabung, der ich ewigen Bestand wünsche. Ich
schenke in

Dossenheim (n. Heidelberg) einen Weinberg und zwei Hörige, nämlich Danckolf
und seine Tochter Wolfsuind. Geschlossen und gefertigt. Geschehen im Kloster Lorsch
am 10. Mai. Handzeichen des Babo, der diese Schenkung machte. Ich, Reginbert, darum
gebeten, habe das geschrieben und unterschrieben.

URKUNDE 412 (27. Dezember 794 — Reg. 2493)

Schenkung von Druthbald und seiner Gattin Theocraat in Dossenheim, im 27.
Regierungsjahr unseres Herrn, des Königs Karl, unter Abt Richbod

In Christi Namen machen wir, Trutbald und meine Gattin Theotcrat (Theoterat?)
eine Vergabung an den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen Leib in dem in pago
rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster Lauresham
(Lorsch) ruht, beziehungsweise an jene fromme Schar der Mönche, die ebendort unter
dem ehrwürdigen Herrn und Abt Richbod ihren Dienst verrichtet. Wir wünschen, daß
unsere Schenkung auf ewig bestehen bleibe und erklären ausdrücklich, daß sie vollkom-
men freiwillig erfolgt. Wir schenken in pago lobodonensi (im Ladengau), und zwar in

Dossenheim (n. Heidelberg) eine Basilika und alles das, was zu der betreffenden
Hube gehört, nämlich 20 Joch Ackerland, Wiesen, Weiden, Wege, Wälder, Rebengelände,
Wohnhäuser, Wirtschaftsbauten und deren Zubehör, zwei Leibeigene, darunter den Otger.
In unberührter Gesamtheit übergeben und übertragen wir das alles vom gegenwärtigen
Tage an aus unserem Besitzrecht in das Eigentums- und Herrenrecht des heiligen Naza-
rius, damit er es in Gottes Namen auf ewig besitze. Von heute an und künftig möge
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