Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 2): Schenkungsurkunden Nr. 167 - 818, Oberrheingau und Ladengau — Lorsch, 1968

Page: 260
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URKUNDE 704 (18. Januar 776 — Reg. 1251)
Schenkung von Lando und Retwin unter Karl dem Großen und Abt Gundeland

In Christi Namen, am 18. Januar des oben erwähnten Jahres unseres Herrn, des
Königs Karl. Wir, Lando und Retwin, machen zum Seelenheile der Wolfsuind eine Ver-
gabung an den heiligen (Märtyrer) Gottes Nazarius, dessen Leib in dem am Flusse
Wischoz (Weschnitz) gelegenen Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht. Sie gelte ebenso auch
jener geweihten Mönchsgemeinschaft, welche ebendort unter der Leitung des ehrwürdigen
Herrn Gundeland, des Abtes, Gott dient. Es ist unser Wille, daß unsere Gabe für die Ewig-
keit bestimmt sei. Wir schenken auf Grund dieses Vertrages einen Weinberg in

Wibilinga (Heidelberg-Wieblingen) als immerwährenden Besitz. Geschehen im Kloster
Lorsch. Handzeichen der Stifter Lando und Retwin. Schreiber war Grimhar.

URKUNDE 705 (27. September 781 — Reg. 1634)

Schenkung des Priesters Heilrad im Ladengauer Wieblingen unter König Karl

und Abt Helmerich

Im 13. Regierungsjahre unseres Herrn, des ruhmreichen Königs Karl. Ich, der Priester
Heilrad, will ein gutes Werk zu meinem Seelenheil und um der ewigen Wiedervergeltung
willen vollbringen, damit ich für würdig befunden werde, Nachlaß meiner Sünden zu
erlangen. Und so mache ich denn durch diese Schenkungsurkunde eine Vergabung an den
heiligen Märtyrer Gottes N(azarius), dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, dem der
ehrwürdige Herr Helmerich als Abt vorsteht. Mit dem Wunsche, daß meiner Gabe ewige
Dauer beschieden sei, schenke ich mein Eigentum in lobod(onensi =z im Ladengau) und
zwar in

Wibilinga (Heidelberg-Wieblingen), nämlich zwei Hof reiten, welche ich selbst erwor-
ben habe, die eine von Meginold, die andere von Geilrad. Diese übergebe ich unter dem
heutigen Tage aus meinem Besitzrecht in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Naza-
rius. Im Namen Gottes soll er sie immerdar besitzen. Die Sachwalter jenes Klosters mö-
gen von diesem Tage an und künftig das Recht haben, diese Güter zu behalten, zu ver-
schenken, zu vertauschen oder damit zum Wohle ihres Hauses zu machen, was ihnen be-
liebt. In allen Belangen sollen sie freie Vollmacht haben. Geschehen im Kloster Lorsch am
27. September (781), gestützt auf diese vertragliche Übereinkunft. Namenszeichen des
Stifters Heilrad. Grimar hat dies geschrieben.

URKUNDE 706 (6. März 782 — Reg. 1704)

Schenkung der Rutlind und des Priesters Heirad unter Karl dem Großen

und Abt Heinierich

Im folgenden Jahre aber, unter dem gleichen Fürsten, schenken wir, Ruotlint und
der Priester Heilrad, mein Sohn, auf Antrieb Gottes dem heiligen Märtyrer Christi
~N(azarius) alle unsere Güter in

Wibilinga (Heidelberg-Wieblingen) — und das übrige wie oben. — 6. März (782).
Rudolf hat auf Anforderung diese Schenkungsurkunde geschrieben.
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