Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 3): Schenkungsurkunden Nr. 819 - 1999, Wormsgau — Lorsch, 1970

Seite: 39
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URKUNDE 899 (12. Juni 771 — Reg. 633)
Schenkung der Richlind unter Karl dem Großen und Abt Gundeland

In Christi Namen mache ich, Richlind, zu meinem Seelenheil eine nach meinem Willen
für ewige Zeiten bestimmte Vergabung an den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius, dessen
Leib im Kloster Lorsch ruht, dem der ehrwürdige Herr Gundeland als Abt vorsteht. Ich
schenke alles das, was ich in

Leiberesheim (Freilaubersheim sö. Kreuznach/Nahe) am Flusse Cherminbitzia (Bitzei-
bach, bei Neuhamberg in den Apfelbach mündend) besitze, nämlich Hof reiten, Äcker,
Weinpflanzungen, Wiesen, Weiden, stehende und fließende Gewässer. Ich übergebe dies
alles vom gegenwärtigen Tag an durch rechtskräftige Fertigung, damit es jener örtlichkeit
jederzeit zur Einkommen-Mehrung diene. Geschehen im Kloster Lorsch am 12. Juni im
3. Regierungsjahr (771) unseres Herrn, des großen Karl, des ruhmreichen Königs. Hand-
zeichen der Richlind, welche diese Schenkung gemacht und deren schriftliche Beglaubigung
erbeten hat; Handzeichen der (Zeugen)

Helitbert, Erminan,
Wambert, Rudolf und

Brüning, Agibert.
Auf Ersuchen jener Richlind hat Samuel die Urkunde dieser Schenkung niedergeschrieben
und unterschrieben.

URKUNDE 900 (im Jahre 766 — Pveg. 90)
Schenkung des Nither in Horchheim unter König Pipin und Abt Gundeland

Im 14. Regierungsjahre des ruhmreichsten Herrn und Königs Pippin will ich, Nither,
bewogen durch göttliche Eingebung, ein gutes Werk vollbringen. Es sei geweiht der Kirche
des heiligen Märtyrers Nazarius, dessen Leib in der Lorsch genannten örtlichkeit ruht,
welcher der ehrwürdige Herr Gundeland als Abt vorsteht. Ich schenke eine Hofreite in

Horgiheim (Horchheim sw. Worms!R.) am Wasserlauf der Isina (Eisbach, bei Worms in
den Rhein mündend), an dem ich eine Mühle errichtet habe, und ein zu jener Hofreite ge-
höriges Stück Wiese, welches ich durch Entrichtung des Kaufschillings von Madelgis gekauft
habe. Dies alles übergebe und übertrage ich vom gegenwärtigen Tag an auf ewig zu eigen.
Die Schenkung ist damit in Rechtskraft erwachsen. Geschehen in öffentlicher Versammlung
in Lorsch. Handzeichen des Nither, der diese Schenkung durchgeführt hat. Schreiber war
Wiglar.

URKUNDE 901 (5. April 767 — Reg. 123)
Schenkung des Folrad in Heuchelheim unter König Pipin und Abt Gundeland

In Christi Namen schenke ich, Folrad, dem leibhaftig im Kloster Lorsch ruhenden Hl. Na-
zarius drei Joch Ackerland im Wormsgau, und zwar in

Huchilheim (Heuchelheim sw. Worms/R.). Ich verfolge dabei die Absicht, daß dieses
Land vom gegenwärtigen Tag an jener heiligen Stätte jederzeit erhöhte Erträge einbringe.
Damit ist der Vertrag abgeschlossen. Geschehen in öffentlicher Versammlung im Kloster
Lorsch am 5. April im 15. Regierungsjahr (767) unseres Herrn, des Königs Pippin. Hand-
zeichen des Schenkgebers Folrad. Samuel hat dies geschrieben.
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