Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 3): Schenkungsurkunden Nr. 819 - 1999, Wormsgau — Lorsch, 1970

Page: 51
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den heiligen Märtyrer Gottes Nazarius zu Laurissa (Lorsch) am Flusse Wiscoz (Weschnitz).
Sie ist auch bestimmt für jene heiligmäßige Vereinigung von Mönchen, welche dort ihren
Dienst verrichtet, und der zur Zeit der Abt Richbodo vorsteht. Wir schenken einen Wein-
berg in pago worm(atiensi = im Wormsgau), und zwar in der Gemarkung

Ulfridesheim (Waldülversheim sw. Oppenheim!R.). Unter dem gegenwärtigen Tage
geben wir ihn aus unserem in das Besitzrecht des Hl. Nazarius. Daraufhin erfolgte feier-
liches Handgelöbnis. Geschehen am 24. Juni im 33. Regierungsjahr (801) unseres Herrn
Karl. Handzeichen von Richcholf und Theothlind, seiner Ehefrau, welche angeordnet
haben, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt werde.

URKUNDE 928 (12. Juni 771 — Reg. 634)
Schenkung der Richlib unter Karl dem Großen und Abt Gundeland

In Christi Namen, am 12. Juni im 3. Jahre des Königs Karl. Wir, Richliba, fyljdalwara
und Richardus (richtig: Richgarda — siehe Fertigung!) machen eine Stiftung. Sie gelte dem
heiligen Märtyrer Nazarius, welcher in dem am Flusse Wiscoz (Weschnitz) in pago renensi
(im Oberrheingau) gelegenen Kloster Lauressam (Lorsch) ruht. Es steht unter der Leitung
des verehrungswürdigen Herrn und Abtes Gundeland. Wir bestimmen, daß unsere Spende
auf ewig hingegeben sei und erklären, daß sie vollkommen freiwillig erfolgt. Wir schenken
in pago worm(atiensi — im Wormsgau), und zwar in der Gemarkung

Ulfritesh^eiw = Waldülversheim sw. Oppenheim!R.) ein Weinbaugebiet mit dem Flä-
cheninhalt von einem halben Morgen, begrenzt auf einer Seite vom Besitztum des Hl. Na-
zarius, auf einer anderen Seite von jenem des Klosters Horinbach (Hornbach s. Zweibrük-
ken), auf der dritten Seite vom Königsgut. Wir schenken, übergeben und übertragen (un-
seren Weingarten) vom gegenwärtigen Tag an in der Absicht, daß er von heute an dem
Vermögen des Hl. Nazarius vermehrten Nutzen bringe. Die Schenkung ist damit in Rechts-
kraft erwachsen. Geschehen im Kloster Lauresam (Lorsch). Tag und Zeit wie oben. Hand-
zeichen von Richliba, Adalwara und Richgarda, welche gebeten haben, daß diese Schen-
kungsurkunde ausgestellt werde. Ich, Samuel, habe sie geschrieben.

URKUNDE 929 (21. Mai 792 — Reg. 2373)

(Schenkung der) Uodalsuint unter König Karl und Abt Richbod

Im Namen Gottes, am 21. Mai im 24. Regierungsjahr unseres Herrn Karl. Ich, Uodal-
suint, mache zu meinem Seelenheile dem heiligen Märtyrer Gottes Nazarius zu Laurissa
(Lorsch) am Flusse Wiscoz (Weschnitz) eine Vergabung. In gleicher Weise sei sie auch über-
tragen an die geheiligte Mönchsgemeinschaft, welche unter dem ehrwürdigen Abt Richbodo
Gott dient. Ich schenke mein Eigentum in pago vforma.c(iensi = im Wormsgau), und zwar
in

Ulfridesheim (Waldülversheim sw. Oppenheim/R.), nämlich den dritten Teil von einer
Hofreite, welche auf einer Seite an die Liegenschaft des Waltfrid, auf der anderen an jene
der Schenkgeberin selbst und auf der dritten Seite an die Landstraße stößt. Vom gegen-
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