Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 3): Schenkungsurkunden Nr. 819 - 1999, Wormsgau — Lorsch, 1970

Page: 72
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URKUNDE 982 (31. August 767 — Reg. 212)

Schenkung des Willerius im gleichen Dorf unter König Pippin und Abt Gundeland

In Christi Namen, am 31. August im 15. Jahre der Regierung des Königs Pipin mache
ich, Willeri (Williber?) durch diese Schenkungsurkunde eine Vergabung. Sie ist bestimmt
für den heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib in dem in pago renensi (im Oberrheingau)
am Flusse Wiscoz (Weschnitz) gelegenen Kloster Lauressam (Lorsch) ruht. In ähnlicher
Weise sei sie zugeteilt jener heiligmäßigen Mönchsvereinigung, welche ebendort ihren
Dienst verrichtet und welcher der ehrwürdige Herr Gundeland als Abt vorsteht. Ich be-
stimme, daß die Schenkung von ewiger Dauer sei und bekräftige, daß sie durchaus frei-
willig erfolgt. Es handelt sich um mein in pago wormatiensi (im Wormsgau), und zwar in
der Gemarkung

Wintrishem (Wintersheim sw. Oppenheim/R.) gelegenes Eigentum, nämlich um einen
Weinberg und zwei Tagwerk Ackerland. Ich schenke, übergebe und übertrage diese Güter
als dauerndes Besitztum. Von heute an möget ihr das Recht haben, dieselben innezuhaben,
zu behalten, zu verschenken, zu vertauschen oder sonstwie damit zu machen, was ihr wollt.
In allen Belangen sollt ihr freie und unumschränkteste Verfügungsgewalt haben. Damit ist
der Vertrag abgeschlossen. Geschehen in der Ortsgemeinde Lorsch. Tag und Zeit wie oben.
Handzeichen des Willer, welcher ersucht hat, daß diese Schenkungsurkunde ausgestellt und
gefertigt werde. Ich, Railand (Harilant?) habe sie geschrieben.

URKUNDE 983 (6. Februar 802 — Reg. 2758)
Schenkung des Fricco in demselben Weiler unter König Pippin und Abt Richbod

Ich, Fricco, mache im Namen Gottes eine Vergabung an den heiligen Märtyrer Na-
zarius, dessen Leib im Kloster Lauressam (Lorsch) ruht, dem der ehrwürdige Herr Rich-
bodo als Abt vorsteht. Ich wünsche meiner Schenkung ewige Dauer. Zur Übergabe gelangt
mein Eigentum in pago wormatiensi (im Wormsgau), und zwar in der Gemarkung

Wintrishfeim = Wintersheim sw. Oppenheim), nämlich eine Hofreite mit allen darauf
errichteten Bauwerken, ein Weingarten, der neben der Hofreite gelegen ist, ein Knecht
namens Ratleich, der in der erwähnten Hofreite seinen Wohnsitz hat, sowie dessen Vieh.
Ich schenke, übergebe und übertrage dies alles in unveränderter Gesamtheit unter dem
heutigen Tag aus meinem Besitzrecht in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. Nazarius.
Gestützt auf diesen Vertrag möge der Heilige dies alles auf ewig besitzen. Geschehen im
Kloster Lorsch am 6. Februar im 34. Jahre des Kaisers Karl. Handzeichen des Fricco,
welcher die Ausstellung und Fertigung dieser Schenkungsurkunde erbeten hat. Reginbert
hat sie geschrieben.

URKUNDE 984 (1. August 851 — Reg. 3359)

Tauschgeschäft des Sigiram unter König Pippin und Bischof und Abt Samuel

In Christi Namen sei jedermann bekanntgegeben, daß um des lieben Friedens willen
zwischen dem ehrwürdigen Herrn Samuel, dem Bischof und Abt des Klosters zum Hl. Na-
zarius, und einem Edelmann namens Sigiram im gegenseitigen Einvernehmen ein Tausch-
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