Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 5): Schenkungsurkunden Nr. 2911 - 3836 — Lorsch, 1971

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URKUNDE 2947 (1. März 846 — Reg. 3325)

Schenkung des Geroch in der Hochstadter Gemarkung unter Bischof und Abt Samuel

und König Ludwig
(Vgl. Urk. Nr. 3768c)

In Gottes Namen überlasse ich, Geroch, zu meinem Seelenheil dem heiligen Märtyrer
~N(azarius) Güter. Der Leib des Heiligen ruht in dem im Oberrheingau"' gelegenen Lor-
scher Kloster, dessen Herr der ehrwürdige Bischof und Abt Samuel ist. Ich bestimme, daß
meine Spende für alle Ewigkeit gültig bleiben soll, und bekräftige den gänzlich freien
Willen, mit dem ich sie gegeben habe. Ich schenke im Gau Wetdereiba (Wetterau), in

Hohunsteter marca (in der Gemarkung Hochstadt nw. Hanau!M.) alles, was ich dort-
selbst an Äckern, Hofreiten, Hofstätten, Wohnhäusern, Wirtschaftsbauten, Wohnhäusern,
Obst- und Gemüsegärten, Feldern, Wiesen, Wäldern und Wasserrechten bisher besessen
habe. Vom gegenwärtigen Tag an schenke, übergebe und übertrage ich dies alles aus
meinem gesetzlichen Besitzstand in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. ~N(azarius),
damit er es auf ewig besitze. Die Schenkung ist damit in Rechtskraft erwachsen. Geschehen
im Lorscher Kloster am 1. März im 6. Jahr (846) des Königs Ludwig (des Deutschen).

URKUNDE 2948 (17. Juni 855? — Reg. 3383)

Schenkung des Escrich in Hochstadt unter Bischof und Abt Samuel und König Ludwig

(Vgl. Urk. Nr. 3768d)

In Gottes Namen mache ich, Escrich, zum Heile meiner Seele eine Schenkung zugunsten
i es heiligen Märtyrers ~N(azarius), dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, dem der ehrwür-
dige Bischof Samuel als Abt (24. VIII. 837—7. II. 856) vorsteht. Die Zuwendung soll,
wie ich wünsche, immerdar erhalten bleiben, und ich stelle fest, daß ausschließlich mein
freier Wille dafür bestimmend war. Ich schenke im Gau Wetdereiba (Wetterau), im Dorf
Hohunstat (Hochstadt nw. Hanaul M.) eine Herren-Hof reite mit ihren Bauwerken,
6 Huben und 13 Leibeigene. Geschlossen und gefertigt. Geschehen im Lorscher Kloster am
17. Juni im 25. Jahr des Königs Ludwig (des Deutschen. Statt XXV. Jahr = 865 richtig
vielleicht: XV. Jahr = 855).

URKUNDE 2949 (1. März 769 — Reg. 380)

Schenkung des Nanther in Bellersheim unter Abt Gundeland und König Karl

(Vgl. Urk. Nr. 3738b)

In Gottes Namen mache ich, Nanther, zu meinem Seelenheil eine Vergabung an den
heiligen Märtyrer ~N(azarius), dessen Leib im Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht, das
vom ehrwürdigen Abt Gundeland betreut wird. Es ist mein Wunsch, daß diese Stiftung
von ewiger Dauer sei, und ich erwähne ausdrücklich, daß sie aus völlig freiem Willen
erfolgt. Ich schenke im Gau Wetdereiba (Wetterau), im Dorf

Baldraresheim (Bellersheim nö. Friedberg n. Frankfurt/M.) eine Hof reite, zwanzig
Joch Ackerland und alles, was ich an Wiesen in jener Gemarkung besitze. Mit Wirkung
vom gegenwärtigen Tag schenke, übergebe und übertrage ich dies alles aus meinem Rechts-
stand in das Eigentums- und Herrenrecht des Hl. N(azarius), damit er es im Namen Got-

* Die Glöckner-Ausgabe nennt, abweichend von der Handschrift, auch die Lage an der Weschnitz.
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