Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 5): Schenkungsurkunden Nr. 2911 - 3836 — Lorsch, 1971

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URKUNDE 3006 (29. September 844 — Reg. 3314)

Schenkung des Tremor in demselben Dorf unter Bischof und Abt Samuel

und König Ludwig

(Vgl. Urk. Nr. 3768a)

Im Namen Gottes will ich, Thremor, für das Heil meiner Seele Vorsorge treffen. Ich
mache daher eine Vergabung an das Kloster, welches Lauressa (Lorsch) genannt wird und
am Flusse Weschnitz im Oberrheingau liegt. Dort führt der ehrwürdige Bischof und Abt
Samuel die Herrschaft und eine schätzenswerte Auslese von Mönchen hält dort Wache.
Dahin also schenke ich als immerwährendes Eigentum Güter, gelegen im Gau Wetdereiba
(Wetterau), im Dorf

Wizelare (Weisel; wie Urk. 2993), nämlich eine herrschaftliche Hof Stätte mit allen
darauf errichteten Bauwerken, außerdem zwölf Hörigen-Hofstätten und ebensoviel Hof-
reiten, Wiesen mit einem Ertrag von fünfzig Fuder Heu und 22 Leibeigene. Wenn aber
einer gegen diese Schenkung auf hinterlistige Weise anzukämpfen versuchen sollte, so
werde er dazu verhalten, der genannten Kirche die dreifache Buße zu bezahlen, die nach
dem Gesetz der heiligen Kirche festgesetzt ist. Die Einwände aber, die er vorzubringen
versuchen sollte, seien für eine gerichtliche Untersuchung nichtig. Diese gegenwärtige
Schenkung jedoch soll jederzeit fest und unverbrüchlich bestehen. Vertragsabschluß. Ge-
schehen im Lorscher Kloster im Jahre 844 nach der Fleischwerdung des Herrn, im 4. Jahr
des Königs Ludwig (des Deutschen), am 29. September.

URKUNDE 3007 (18. Juni 821 — Reg. 3161)

Schenkung des Ruthart im gleichen Dorf unter Abt Adalung und Kaiser Ludwig

(Vgl. Urk. Nr. 3767c)
Wir, Ruthart und Werdolf, wollen im Namen Gottes eine gute Tat vollbringen. Wir
nehmen daher eine Schenkung an den heiligen Märtyrer N(azarius) vor, dessen Leib im
Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht, dem der ehrwürdige Adalung als Abt vorsteht. Wir
wünschen unserer Vergabung ewigen Bestand und erklären, daß sie auf unserem vollkom-
men freien Willen beruht. Wir schenken im Gau Wetereiba, in

Wizelere marca (in der Gemarkung Weisel; wie Urk. 2993) und im Dorf
Bodespach (Butzbach s. Gießen) alles, was wir an Hofreiten, Feldern, Wiesen, Wäl-
dern, Gewässern, Wohnhäusern und Wirtschaftsbauten besitzen. Mit dem gegenwärtigen
Tag schenken, übergeben und übertragen wir dies alles aus unserem Besitzrecht in das
Eigentums- und Herrenrecht des Hl. N(azarius), damit er alles auf ewig besitze. Urkund
dessen nachstehende Fertigung. Geschehen im Lorscher Kloster am 18. Juni im 8. Jahr
(821) des Kaisers Ludwig (des Frommen).

URKUNDE 3008 (2. Januar 813 — Reg. 3022)
Schenkung des Liwich unter Abt Adalung und Kaiser Karl

(Vgl. Urk. Nr. 3766a)
In Gottes Namen reichen wir, Liwicho und Egina, meine Frau, dem heiligen Märtyrer
N(azarius) eine Gabe. Der Leib des Heiligen ruht in dem im Oberrheingau liegenden
Lorscher Kloster, das unter der Leitung des ehrwürdigen Abtes Adalung steht. Wir bestim-
men, daß unsere Spende für alle Ewigkeit gültig bleiben soll, und bekräftigen den gänzlich
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