Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 5): Schenkungsurkunden Nr. 2911 - 3836 — Lorsch, 1971

Seite: 142
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dem heiligen Märtyrer ~N(azarius), dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, dem der ehr-
würdige Gundeland als Abt vorsteht. Ich schenke in pago Alemannorum (im Alemannen-
gau), und zwar in

Reistodinger marca (in der Gemarkung Reistingen; Wüstung bei Herrenberg w. Stutt-
gart) und in

Giselsteter marca (in der Gemarkung Gültstein s. Herrenberg) alles das, was ich be-
kannterweise besitze. Der Vertrag ist damit abgeschlossen. Geschehen im Lorscher Kloster.
Zeit wie oben.

URKUNDE 3290 (1. Mai 769 — Reg. 391)

(Schenkung) des Erlifrit in der Gültsteimer Gemarkung unter König Karl

und Abt Gundeland

In Christi Namen, am 1. Mai im 1. Jahr (769) des Königs Karl. Ich, Erlefrit*, mache
eine Stiftung für den heiligen Märtyrer ~N(azarius), dessen Leib im Lorscher Kloster ruht,
dem der ehrwürdige Gundeland als Abt vorsteht. Es ist mein Wille, daß meiner Schen-
kung ewige Dauer beschieden sei, und ich bestätige, daß sie vollkommen freiwillig erfolgt.
Ich schenke in pago Alemannorum (im Gau der Alemannen), und zwar in

Giselsteter marca (in der Gemarkung Gültstein s. Herrenberg) alles das, was ich be-
kannterweise besitze. Der Vertrag ist damit abgeschlossen. Geschehen im Lorscher Kloster.
Zeit wie oben.

URKUNDE 3291 (11. September 781 — Reg. 1631)
Schenkung der Lantswint in der Hochfrankenheimer Gemarkung unter Abt Helmerich.

und König Karl

Im Namen Gottes wende ich, Lantsuint, dem heiligen Märtyrer N(azarius) eine Gabe
zu. Der Leib des Heiligen ruht im Lorscher Kloster, in dem der ehrwürdige Helmerich die
Abtwürde innehat. Ich bestimme, daß meine Schenkung für alle Ewigkeit gültig bleiben
soll, und bekräftige den gänzlich freien Willen, mit dem sie gemacht wurde. Ich übergebe
in pago Alemannorum (im Alemannengau), in

Franchenheimer marca (in der Gemarkung Hochfrankenheim w. Brumat n. Straßburg/
Elsaß? — Die Urkunde wäre dann falsch eingeordnet —), 15 Morgen Land, eine Wiese mit
einem Jahresertrag von acht Fuder Heu und zwei Leibeigene. Geschlossen und gefertigt.
Geschehen im Lorscher Kloster am 11. September im 13. Jahr (781) des Königs Karl.

URKUNDE 3292 (21. Oktober 776 — Reg. 1313a)

Schenkung des Gozbert im Dorf Seeburg unter Abt Gundeland und König Karl

Im Namen Gottes und zu meinem Seelenheil entrichte ich, Gozbert, eine Spende an
den heiligen Märtyrer N(azarius). Sein Leib ruht im Lorscher Kloster, dem der ehrwürdige

* Vermutlich Graf Erlafrit, Ahnherr der Grafen von Calw, der um 765 auf dem Ottenbronner
Berg bei Hirsau die ecclesia et cella Sancti Nazarii erbaute. Deren Nachfolgerin wurde die unweit
davon um 835 von Bischof Noting von Vercelli aus dem Hause Calw gestiftete ecclesia et cella
Sancti Aurelii, die 838 mit Fuldenser Mönchen besiedelt wurde. 1083 Gründung des neuen Klosters
zu St. Peter und Paul auf dem Bruderberg zu Hirsau durch Abt Wilhelm den Seligen.
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