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B Kunstbibliothek
Staatliche Museen
zu Berlin
aber macht stets einen ziemlich vertrauenerweckenden Eindruck.
Craquelure, eine recht gut aussehende normale Holzeraquelure,
findet sich fast immer nur an denjenigen Stellen, wo sie leicht
auffällt, z. B. in den Gesichtern ‚und im Weiß des Kragens und
der Hemdbrust. Im Grunde und in allen dunkeln Stellen ist sie
meistens schlechter oder gar nicht zu beobachten. „Kleine, den
Gesamteindruck nicht beeinträchtigende „Retuschen“ fehlen nicht.
Die KEichenbrettchen sind dünn; bei den beiden letztgenannten
fehlt auch der scharfe Rand nicht, den die Farbschicht da hervor-
ruft, wo sie sich vom Brett des im Rahmen zemalten Bildchens
abhebt.
Kinige andere, z. T. auch etwas weniger täuschend ausgefallene
Exemplare lohnt es sich kaum zu erwähnen. „Jedenfalls ist der
Hauptfälscher (v. d. Veeken selbst [?] Avenue Militaire, Brüssel)
tätig genug und jedenfalls hat er seinen „Stil“ immer weiter aus-
gebildet. Vor allem aber achtet er stets schärfer auf Äußerlich-
keiten wie craquelure, Farbschichtrand, Widerstandsfähigkeit gegen
Putzen mit Alkohol, die Form des Brettes und die Art der Pinsel-
führung.
In einer Beziehung geht er, was die Zeichnung anbelangt,
jedoch gewohnheitsmäßig oft weiter als seine Vorlagen. Es ist
ihm nämlich offenbar entgangen, daß die Augenlider auf den alten
Bildern höchst selten mit deutlich einzeln gepinselten Wimper-
haaren besetzt sind. Jene eigentümlich strahlig angeordneten
Wimpern verraten ihn oft schon auf den ersten Blick. Es gibt
auch eine ganze Reihe von Madonnen, die mit dieser ungewollten
Fälschermarke signiert sind. W. Vogelsang.
3568. Fayencefälschungen der Kunsttöpferei Karl
Fischer (Inhaber Georg Fischer) in Bamberg. (Mitt. bei
der Züricher Tagung, 7. September 1926; vgl. Prot. S. 8 Nr. V und
Archiv Nr. 1097 bis 1103: 1. Preisliste für Öfen mit Abbildungen. —
2. Preisliste für Hafnerarbeiten, Fayencen usw. — 3. Photographien
zu dieser Preisliste. — 4. Preisliste für Beschläge.)
Georg Fischer hat bei seinem Vater Karl F. in Sulzbach,
der viel für Fleischmann-Nürnberg gearbeitet hat (vgl. Prager
Prot. 1909, S. 21/22 Nr. XD), gelernt und sich nach dem Krieg in
Bamberg niedergelassen, wo er am Jacobsplatz 13 eine größere
Werkstatt mit zwei Muffelöfen betreibt. Er fälscht die sogenannten
Hirschvogelarbeiten, Fayencen (deutsche und holländische), Kreußen
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Staatliche Museen
zu Berlin
aber macht stets einen ziemlich vertrauenerweckenden Eindruck.
Craquelure, eine recht gut aussehende normale Holzeraquelure,
findet sich fast immer nur an denjenigen Stellen, wo sie leicht
auffällt, z. B. in den Gesichtern ‚und im Weiß des Kragens und
der Hemdbrust. Im Grunde und in allen dunkeln Stellen ist sie
meistens schlechter oder gar nicht zu beobachten. „Kleine, den
Gesamteindruck nicht beeinträchtigende „Retuschen“ fehlen nicht.
Die KEichenbrettchen sind dünn; bei den beiden letztgenannten
fehlt auch der scharfe Rand nicht, den die Farbschicht da hervor-
ruft, wo sie sich vom Brett des im Rahmen zemalten Bildchens
abhebt.
Kinige andere, z. T. auch etwas weniger täuschend ausgefallene
Exemplare lohnt es sich kaum zu erwähnen. „Jedenfalls ist der
Hauptfälscher (v. d. Veeken selbst [?] Avenue Militaire, Brüssel)
tätig genug und jedenfalls hat er seinen „Stil“ immer weiter aus-
gebildet. Vor allem aber achtet er stets schärfer auf Äußerlich-
keiten wie craquelure, Farbschichtrand, Widerstandsfähigkeit gegen
Putzen mit Alkohol, die Form des Brettes und die Art der Pinsel-
führung.
In einer Beziehung geht er, was die Zeichnung anbelangt,
jedoch gewohnheitsmäßig oft weiter als seine Vorlagen. Es ist
ihm nämlich offenbar entgangen, daß die Augenlider auf den alten
Bildern höchst selten mit deutlich einzeln gepinselten Wimper-
haaren besetzt sind. Jene eigentümlich strahlig angeordneten
Wimpern verraten ihn oft schon auf den ersten Blick. Es gibt
auch eine ganze Reihe von Madonnen, die mit dieser ungewollten
Fälschermarke signiert sind. W. Vogelsang.
3568. Fayencefälschungen der Kunsttöpferei Karl
Fischer (Inhaber Georg Fischer) in Bamberg. (Mitt. bei
der Züricher Tagung, 7. September 1926; vgl. Prot. S. 8 Nr. V und
Archiv Nr. 1097 bis 1103: 1. Preisliste für Öfen mit Abbildungen. —
2. Preisliste für Hafnerarbeiten, Fayencen usw. — 3. Photographien
zu dieser Preisliste. — 4. Preisliste für Beschläge.)
Georg Fischer hat bei seinem Vater Karl F. in Sulzbach,
der viel für Fleischmann-Nürnberg gearbeitet hat (vgl. Prager
Prot. 1909, S. 21/22 Nr. XD), gelernt und sich nach dem Krieg in
Bamberg niedergelassen, wo er am Jacobsplatz 13 eine größere
Werkstatt mit zwei Muffelöfen betreibt. Er fälscht die sogenannten
Hirschvogelarbeiten, Fayencen (deutsche und holländische), Kreußen


