Verband Deutscher Kriegssammlungen [Editor]
Mitteilungen — Leipzig, 1920

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aus; sie smd nach vollkommen anderen Gesichtspunkten aufzunehmen
und zu ordnen. vies gilt insbesondere für Textplakate und photo-
graphien.

2. Ein Zchlagwortkatalog ist nebön dem systematischen ILatalog sehr
erwünscht, kann aber diesen nie ersetzen; mutz man sich mit einem von
beiden ttatalogen begnügen, so kann dies nur der systematische sein.

Z. vie Gliederung des systematischen Ratalogs mutz ausgehen von dem
lNaterial, wie es die Rriegsproduktion den Bibliotheken zugeführt hat,
darf nicht das Rriegsschrifttum in ein aus einer allgemeinen wissen-
schaftlichen Zystematik entnommenes Zchema hineinpressen wollen.

4. Lluch innerhalb der grotzen Hauptabteilungen ist nicht zuerst nach
Ztaaten zu trennen, sondern es hat weiter die Gliederung nach sach-
lichen Gruppen zu erfolgen.

5. vagegen ist innerhalb der letzten Ginzelabteilungen die Literatur nach
der staatlichen Zugehörigkeit ihrer verfasser zu ordnen.

6. Mr den Sachkatalog dürfen im Zweifelsfalle nicht die Vnteressen des
Sammlers matzgebend sein; doch ist diesen im Bedarfsfalle durch §ln-
legung von Bpezialkatalogen neben dem Zachkatalog Bechnung zu
tragen.

7. Im Sachkatalog sind in ausgedehntem Matze über das sonst übliche
hinaus voppeleintragungen zu machen, um bei jedem Sachthema die
gesamte auf dieses bezügliche Literatur nachzuweisen. Ebenso ist bei
den einzelnen Grten ein hinweis auf alle Ztellen zu geben, wo sich im
5achkatalog den Grt betreffende Literatur findet.

Diezeitlicheund sachlicheAbgrenzung der Sammel-
gebiete der lVeltkriegs- und Revolutionsliteratur
an der Bayerischen Staatsbibliothek.

von Btaatsbibliothekar vr. Gtto Glauning in München.

Llls ich mich auf eine Llnregung unseres verehrten herrn vorsitzenden
bereit erklärte, die Erörterung des Themas: „Oie zeitliche und sachliche Llb-
grenzung der Sammelgebiete der weltkriegs- und Revolutionsliteratur" zu
eröffnen, war ich mir bewutzt, datz ich nicht daran denken konnte, Vhnen d i e
Lösung dieser umstrittenen Frage vorzulegen, sondern datz es sich für mich
nur darum handeln würde, Ihnen zu berichten, welchen weg wir in wünchen
gegangen oder, wie ich vielleicht richtiger und aufrichtiger sagen mutz, von den
Verhältnissen geführt worden sind. weine Llusführungen werden also eines
kleinen apologetischen Einschlags nicht ganz entbehren.

Ich stelle voraus, datz wir eine Llbgrenzung zwischen den beiden Zammel-
gebieten nicht vorgenommen, sondern die Revolution als eine unmittelbare
Lluswirkung des weltkrieges aufgefatzt und das ganze aus dem Geist der
Briegs- und waffenstillstandszeit geborene Bchrifttum als eine Einheit ge-

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