Verband Deutscher Kriegssammlungen [Editor]
Mitteilungen — Leipzig, 1921

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1921

Nr.4


i^g

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ü.



Die Äteratur über die Marneschlacht.

von Prof. Or. Malther Zchultze, (bberbibliothekar an der preutz. Ztaatsbibliothek.

2weiter Teil?)

vie deutfche Literatur.

Ls schien, als ob auch die deutfche Literatur über die Marneschlacht zeitig einsetzen
wollte; nicht lange nach der Zchlacht wurde eine streng sachlich gehaltene kurze Schilderung
der fchweren Krtilleriekämpfe am Gurcq veröffentlicht:

75. Lefechtsbericht der II. Kbteilung l. pomm. Feldartillerie-Regiments llr. 2 über die
Schlacht bei varreddes vom 6. bis 8. September 1914. (Lelgard (pers.). vruck
Memp). 1914. 7 5. 8°.

Ltwas später konnte dann die freilich recht ungenaue knappe Schweizer varstellung der
Schlacht (oben Nr. 71) auch in einer deutschen 2eitschrift zum Übdruck gebracht worden.

76. vie Kämpfe an der INarne. In: Llrtilleristifche INonatshefte. 1915. INärz. 5.114
bis 117.

Nun aber trat eine Wendung ein: wührend man sich in Frankreich und Lngland immer
eifriger und intensiver mit der 5chlacht beschästigte, herrschte in veutschland vollkommenes
5chweigen. vie Zensur legte ihr veto ein: von einer „Marneschlacht" durfte öffentlich
überhaupt nicht gesprochen werden. Unter sehr merkwürdigen vegleitumständen vollzog
sich da der Beginn der wirklichen deutschen Literatur über die 5chlacht. 1916 erschien eine
kleine 5chrift:

77. vie 5chlachten an der Ularne. 6. bis 12. 5eptember 1914. berlin, L. 5. Ulittler
1916. 48 5. 8«.

Ls wird hier in absolut nicht zu beanstandender Weise ein Lild vom verlauf der
5chlacht, unter besonderem Lingehen auf die Uämpfe am westlichen Flügel gegeben; es
werden die Trfolge der veutschen an verschiedenen 5tellen des 5chlachtfeldes, vor allem
auch Foch gegenüber, betont. ver Grund des ungünstigen Llusgangs wird in erster Linie
in den 5chwierigkeiten gesucht, die der Uachschub machte, während Ioffre immer frische
Truppen ins Feuer führen konnte. Trotzdem die 5chrift wirklich nichts anstötziges ent-
hielt, verfiel sie doch sofort dem verbot des 2ensors. Vber — dieser hatte nicht gemerkt,
datz es sich, was allerdings auf dem Titelblatt nicht gesagt war, nur um einen 5eparat-
abdruck handelte: die 5chrift war tatsächlich nur ein vbschnitt aus dem Werke:

78. vas völkerringen 1914/15 von F. WI. U i r ch e i s e n. Wlit Llktenstücken. 2. (Text-)
Band. Varau (5chweiz), h. U. 5auerländer 19(16—)18. 567 5. 8°. 5 61—82.

vie betreffende Lieferung dieses Werkes aber hatte der Zensor auch für veutschland
anstandslos passieren lassen; jeder konnte hier also unter Uennung des Llutors ruhig
lesen, was als anonpme 5chrift verboten war. Llber damit ist das merkwürdige 5chicksal

^) Lrster Teil siehe in dieser Geitschrift Vahrgang 2. 1921. 5. 59. — vadurch, datz mir
ein Üevisionsabzug nicht zugegangen war, haben sich leider eine Ueihe vruckfehler ein-
gefchlichen. Wenigstens die sinnentstellenden seien hier berichtigt. 5. 59 Llbs. 1 Vnmarsch
neuer (statt: einer) feindlicher Uolonnen. — Nr. 25. ka bLtaille covtre- (statt: cevtre-) oüen-
sive. — Nr. 26. pevue cies scievces (statt: cieux) politiques. — Nr. 40 Biäou (statt: Liäoux).
— Nr. 41. (statt 222) Vrecisiovs. — 5. 67. Z. 9 v. o. 5ehr scharf (statt: fauber). —

vor Nr. 56a: Larre (statt: Lazza), Baumgarten-Lrusius (statt: Laisiris), Lappen (statt:
Taggan). — Nr. 65. vbe iVlarve campai^v b^ V^bittov (statt: >Vbjttons) — OampaiAvs anä
tbeir lessovs (statt: essons) eä. b^ L. N. (statt: 0.) OLllcvell. W. 5chultze.

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