gethan hat und thut. Aber es reicht dies nicht
aus, was bei den für die Großh. Domänendirektion
maßgebenden allgemeinen Gesichtspunkten nicht an-
ders möglich ist. Uebelstände bestehen nicht uner-
heblicher Art, wichtige Aufgaben müssen oft lange
zurücktreten vor der Beseitigung kleinerer in die
Augen fallenber Anstoße. Es ist für die vorgesetzte
Behörde gewiß nicht unwichtig, Wünsche, Beobach-
tungen, Zweifel einer großen Zahl einheimischer
Männer iu geregelter Weise zu vernehmen, die in
den verschiedensten Jahres- und Tageszeiten das
Schloß besuchen, die selbst vielfach technische oder
wissenschaftliche Kenntnisse besitzen, Erfahrungen und
Anschauungen ähnlicher Stätten von mannigfachen
Reisen mitbringen, die mit den sonstigen Lokalver-
hältnissen und Bedürfnissen des Publikums vertraut
sind, und sie wird, indem sie begründeten Vorstel-
lungen entgegenkommt, der freiwilligen, auch wo
nöthig pekuniären Betheiligung des Vereins Raum
gibt, die eigene Verantwortung dem Publikum gegen-
über mindern und dadurch am Besten ungerechten
Vorwürfen und einer in stch selbst unklaren Miß-
stimmung entgegentreten.
Ein zweiter Gesichtspunkt, den der Verein zu
verfolgen bestrebt ist, die historische und kunst-
geschichtliche Erforschung desS chlosses liegt
zunächst ganz außerhalb der die Großh. Domäuen-
verwaltung für das Schloß leitenden Ziele. Der-
selbe ist übrigens vom höchstseligen Großherzog Karl
Friedrich im Jahre 1803 neben der Verwendung
des Schloßgartens für die Zwecke der Universität
als ein zu schützender bestimmt ausgesprochen wor-
den. Der Verein, welchem die materiellc Ausbeu-
tung der Schloßruine zu eigenem Gewinn natürlich
fern liegt, hofft nach dieser Seite eine recht frucht-
bare Thätigkeit zu entwickeln, da trotz einer ganzen
Literatur über das Schloß und der Masse seiner
Abbildungen eine umfassende, wahrhafl kunstgeschicht-
liche Untersuchung und Darstellung desselben fehlt,
aber er kann dies nur dann, wenn Großh. Domänen-
direktion ihm eutgegenkommt in der Erlaubniß
freier Untersuchung an Ort und Stelle, in
der Ermöglichung einer Concentration der
vielfach zerstreuten Einzelg egenstände,
endlich in der Ueberlassung einer Räum-
lichkeit im Schlosse selbst für etwaige Samm-
lungen und Zusammenkünfte.
Jevoch der Zweck dieser Eingabe kann es nicht
sein, suf Einzelnes schon jetzt näher einzugehen, wir
wollen mit diesen Bemerkungen nur die Ueberzeugung
erwecken, daß es dem Verein um Förderung realer
Zwecke ohne jede persönliche Nebenabsichten zu thun
ist. Wir sprechen schließlich das volle Vertrauen zu
einer hohen Behörde aus, daß dieselbe dieser Ein-
gabe volle Aufmerksamkeit schenken und nicht von
fich abweisen werde, mit dem Vereine unter den
oben bezeichneten zwei Gesichtspunkten in fördernde
Verbindung zu treten. Jndem wir einer hochgeehr-
ten Rückantwort entgegensehen, verharren wir ehr-
erbietigst
die Mitglieder des Ausschusses:
Maps. Stark. Oncken. Hoffmeister. Jhne.
Obermeyer. Posselt. Spitzer. Thiele.
Heidelberg, im Febr. 1867.
Antwortschreiben der Grotzh. Domänendirektion
unter dcm 19. März 1867.
Die Erhaltung des Heidelberger Schlosses
und die Verschönerung seiner und der
Stadt Umgebungen betreffend.
Dem Ausschuß des Schloßvereins zu Heidelberg
haben wir hierauf zu erwidern die Ehre.
Wir begrüßen mit Freuden die Bildung Jhres
Vereins und werden mit lebhaftem Jnteresse die
Thätigkeit desselben begleiten, welche sich, wie wir
nicht zweifeln, für das in der Schloßruine erhaltene
bedeutungsvolle Geschichtsdenkmal als sehr ersprieß-
lich erweisen wird. Wir nehmen dankbar an, wenn
uns der Verein in der Erfüllung unserer Aufgaben
bezüglich der sorgsamen Unterhaltung der Nuine und
der Pflege des Schloßgartens als forstbotanischer
Anstalt und Lustgartens mit der in ihm erhaltenen
Summe von Wissenschaft und Erfahrung berathend
an die Hand gehen will.
Wir glauben zwar uns sagen zu dürfen, daß
hierin, unterstützt von den uns zu Gebote stehenden
wissenschaftlichen und technischen Kräften, bisher nichts
von uns versäumt worden ist, allein wir sind da-
rum Ziathschlägen von anderer Seite nicht unzu-
gänglich und werden die vom Schloßverein uns
zukommenden Anträge und Wünsche bereitwillig
einer eingehenden Erwägung unterziehen und sofern
sie begründet erfunden werden und mit den uns
zu Gebote ftehenden Mitteln ausgeführt werden
können, gebührend berücksichtigen.
Was die nachgesuchte Erlaubniß freien Unter-
suchens der einzelnen Theile des Schlosses angeht,
so hat der Kastellan schon seit Jahren die Weisung
bekommen, den Gelehrten und Künstlern von Heidel-
berg und Umgegend, welche den Otto-Heinrichsbau
lediglich aus künstlerischen und geschichtlichen Jnte-
ressen besuchen wollen, diesen stets bereitwillig und
unentgeldlich zu öffnen.
Der Verein kann überhaupt darauf rechnen, daß
wir ihn in seinen Bestrebungen in aller thunlichen
Weise unterstützen und zu dem Ende die Schloß-
ruine in alle n ihren Theilen zum Zweck
näherer Erforschung, auf Verlangen zugäng-
lich machen werden.
Boeckh.
aus, was bei den für die Großh. Domänendirektion
maßgebenden allgemeinen Gesichtspunkten nicht an-
ders möglich ist. Uebelstände bestehen nicht uner-
heblicher Art, wichtige Aufgaben müssen oft lange
zurücktreten vor der Beseitigung kleinerer in die
Augen fallenber Anstoße. Es ist für die vorgesetzte
Behörde gewiß nicht unwichtig, Wünsche, Beobach-
tungen, Zweifel einer großen Zahl einheimischer
Männer iu geregelter Weise zu vernehmen, die in
den verschiedensten Jahres- und Tageszeiten das
Schloß besuchen, die selbst vielfach technische oder
wissenschaftliche Kenntnisse besitzen, Erfahrungen und
Anschauungen ähnlicher Stätten von mannigfachen
Reisen mitbringen, die mit den sonstigen Lokalver-
hältnissen und Bedürfnissen des Publikums vertraut
sind, und sie wird, indem sie begründeten Vorstel-
lungen entgegenkommt, der freiwilligen, auch wo
nöthig pekuniären Betheiligung des Vereins Raum
gibt, die eigene Verantwortung dem Publikum gegen-
über mindern und dadurch am Besten ungerechten
Vorwürfen und einer in stch selbst unklaren Miß-
stimmung entgegentreten.
Ein zweiter Gesichtspunkt, den der Verein zu
verfolgen bestrebt ist, die historische und kunst-
geschichtliche Erforschung desS chlosses liegt
zunächst ganz außerhalb der die Großh. Domäuen-
verwaltung für das Schloß leitenden Ziele. Der-
selbe ist übrigens vom höchstseligen Großherzog Karl
Friedrich im Jahre 1803 neben der Verwendung
des Schloßgartens für die Zwecke der Universität
als ein zu schützender bestimmt ausgesprochen wor-
den. Der Verein, welchem die materiellc Ausbeu-
tung der Schloßruine zu eigenem Gewinn natürlich
fern liegt, hofft nach dieser Seite eine recht frucht-
bare Thätigkeit zu entwickeln, da trotz einer ganzen
Literatur über das Schloß und der Masse seiner
Abbildungen eine umfassende, wahrhafl kunstgeschicht-
liche Untersuchung und Darstellung desselben fehlt,
aber er kann dies nur dann, wenn Großh. Domänen-
direktion ihm eutgegenkommt in der Erlaubniß
freier Untersuchung an Ort und Stelle, in
der Ermöglichung einer Concentration der
vielfach zerstreuten Einzelg egenstände,
endlich in der Ueberlassung einer Räum-
lichkeit im Schlosse selbst für etwaige Samm-
lungen und Zusammenkünfte.
Jevoch der Zweck dieser Eingabe kann es nicht
sein, suf Einzelnes schon jetzt näher einzugehen, wir
wollen mit diesen Bemerkungen nur die Ueberzeugung
erwecken, daß es dem Verein um Förderung realer
Zwecke ohne jede persönliche Nebenabsichten zu thun
ist. Wir sprechen schließlich das volle Vertrauen zu
einer hohen Behörde aus, daß dieselbe dieser Ein-
gabe volle Aufmerksamkeit schenken und nicht von
fich abweisen werde, mit dem Vereine unter den
oben bezeichneten zwei Gesichtspunkten in fördernde
Verbindung zu treten. Jndem wir einer hochgeehr-
ten Rückantwort entgegensehen, verharren wir ehr-
erbietigst
die Mitglieder des Ausschusses:
Maps. Stark. Oncken. Hoffmeister. Jhne.
Obermeyer. Posselt. Spitzer. Thiele.
Heidelberg, im Febr. 1867.
Antwortschreiben der Grotzh. Domänendirektion
unter dcm 19. März 1867.
Die Erhaltung des Heidelberger Schlosses
und die Verschönerung seiner und der
Stadt Umgebungen betreffend.
Dem Ausschuß des Schloßvereins zu Heidelberg
haben wir hierauf zu erwidern die Ehre.
Wir begrüßen mit Freuden die Bildung Jhres
Vereins und werden mit lebhaftem Jnteresse die
Thätigkeit desselben begleiten, welche sich, wie wir
nicht zweifeln, für das in der Schloßruine erhaltene
bedeutungsvolle Geschichtsdenkmal als sehr ersprieß-
lich erweisen wird. Wir nehmen dankbar an, wenn
uns der Verein in der Erfüllung unserer Aufgaben
bezüglich der sorgsamen Unterhaltung der Nuine und
der Pflege des Schloßgartens als forstbotanischer
Anstalt und Lustgartens mit der in ihm erhaltenen
Summe von Wissenschaft und Erfahrung berathend
an die Hand gehen will.
Wir glauben zwar uns sagen zu dürfen, daß
hierin, unterstützt von den uns zu Gebote stehenden
wissenschaftlichen und technischen Kräften, bisher nichts
von uns versäumt worden ist, allein wir sind da-
rum Ziathschlägen von anderer Seite nicht unzu-
gänglich und werden die vom Schloßverein uns
zukommenden Anträge und Wünsche bereitwillig
einer eingehenden Erwägung unterziehen und sofern
sie begründet erfunden werden und mit den uns
zu Gebote ftehenden Mitteln ausgeführt werden
können, gebührend berücksichtigen.
Was die nachgesuchte Erlaubniß freien Unter-
suchens der einzelnen Theile des Schlosses angeht,
so hat der Kastellan schon seit Jahren die Weisung
bekommen, den Gelehrten und Künstlern von Heidel-
berg und Umgegend, welche den Otto-Heinrichsbau
lediglich aus künstlerischen und geschichtlichen Jnte-
ressen besuchen wollen, diesen stets bereitwillig und
unentgeldlich zu öffnen.
Der Verein kann überhaupt darauf rechnen, daß
wir ihn in seinen Bestrebungen in aller thunlichen
Weise unterstützen und zu dem Ende die Schloß-
ruine in alle n ihren Theilen zum Zweck
näherer Erforschung, auf Verlangen zugäng-
lich machen werden.
Boeckh.



