Moderne Bauformen: Monatshefte für Architektur und Raumkunst — 18.1919

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Aus dem Entwurf zu einem „Hause am Ortenberg-“ bei Marburg- a. L.
Bibliothek vom kleinen Arbeitszimmer aus

NEUE ENTWÜRFE VON OTTO VÖLCKERS, MÜNCHEN

Die vorliegenden Blätter stehen auf der Grenze
von Dichtung und Wahrheit. Zwar sind sie alle
auf Anregung und nach den Wünschen und Gewohn-
heiten von Freunden entstanden und haben auch alle
ganz bestimmte Bauplätze zur Grundlage, aber mit
Ausnahme eines einzigen haben sie wenig Hoffnung
verwirklicht zu werden — c’est la guerre!
Im Haus am Ortenberg für einen Gelehrten
bildet das Hauptmerkmal des Grundrisses die durch
anderthalb Stockwerke gehende Bücherei; beim
Haus bei Graz für eine musikliebende Malerin
sind Grundriß und Aufbau durch die beiden in den
Dachstuhl reichenden Tempel der Kunst, Musik-
zimmer und großes Atelier, sowie durch den zu
Freilichtstudien geeigneten Binnenhof und ummauer-

ten Baumgarten gekennzeichnet. Das Ferienhaus
an der Edertalsperre ist als ein kleines schnee-
weißes Schlößchen in die märchenhaften Wälder
des Waldeckischen Landes geplant und das Haus
„Oriana“, aus Granitfindlingen auf einem Hügel
der Heidegegend nördlich Hannover aufgebaut, als
eine Art von Familienstammhaus mit einem großen
Saal für Familienfeste, mit einem Binnenhof, der
kleine theatralische Aufführungen ermöglicht, und
mit zahlreichen Gastzimmern.
Wenn es nötig sein sollte, so unzeitgemäße Ent-
würfe zu entschuldigen, mag dies durch den Hinweis
auf die bekannten Worte des alten Hrosvitha von
Gandersheim geschehen:„Memet ipsam tarnen juvat
quod feci“. O. V.

„Haus am
Ortenberg-“


Grundrisse
Maßstab 1 :400
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