Parkhotel Haus Rechen. Die Nordwestecke an der Königsallee
EMIL FAHRENKAMP
DAS PARKHOTEL HAUS RECHEN IN BOCHUM
Eingeleitet von P. J. Cremers, Essen. Außenaufnahmen Julius Söhn, Düsseldorf, Innenaufnahmen H. Schmölz, Köln
Der moderne Hotelbau in den geld- und verkehrsreichen
Ländern jenseits des Ozeans, zu denen das alte Europa lern-
begierig heutzutage die Augen hinüberrichtet, ist nichts
anderes als eine bildschöne Klischeeangelegenheit. Die Tech-
nik der Eisenskelett- oder Betonarchitektur darf nicht über
die Tatsache hinwegtäuschen, daß diese Häuser alles an
Eleganz, Luxus und Bequemlichkeit und nichts an durch-
geformtem Stil in Außenarchitektur und Innenraumkunst
bieten, der aus demselben Lebensgefühl strömte, das den
Alltag ihres Publikums in Bewegung hält. Louis XV., Empire,
Kolonialstil oder noch besser eine Kombination von allen
dreien sind die letzten Entscheidungen, die man in stili-
stischer Hinsicht zu treffen wagt.
Man spricht heute in der Welt von der architektonischen
Stilerneuerung in Deutschland. Man muß dieser Stilbewegung,
wie es ja immer geschieht, den Charakter einer ernsthaften
Umgestaltung des „geformten" Lebens auf der Basis einer
ganzen Zeitkultur zugestehen. Ein gültiger Beweis dafür ist
wieder das jüngste und wertvolle Vorbild deutschen Hotel-
baus, das Emil Fahrenkamp soeben in Bochum voll-
endete. Auch wir im Deutschland der Nachkriegszeit dürfen
schon im Hinblick auf den internationalen Verkehr bezüg-
lich des Letzten an Gediegenheit und Behaglichkeit der Aus-
stattung keineswegs hinter romanischen und angelsächsischen
Hotels zurückstehen. Aber daß wir dieser Summe von äußeren
Qualitäten noch das innere Gesicht geben, die Bindung
durch ein charaktervolles, in allem Suchen und Finden
zeitehrliches Stilgepräge, beweist den Ernst und die Auf-
richtigkeit der deutschen Stilbewegung. Und dann beweist
diese Tatsache noch etwas anderes: dieser Stil ist nicht mehr
lediglich „salonfähig", eine geschmackvolle, neue Ästhetik
moderner Menschen, sondern vielmehr „hotelfähig" ge-
worden, d. h. eine Ausdrucksform des allgemeingültigen
Empfindens einer Zeit.
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