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Cafe Wien in Köln, Hohenzollernring. Flächen in weißem Querkalkstein
Lichtreklame in Bronze und zitronengelbem Riffelglas
ZWEI GASTSTÄTTEN VON ERNST SAGEBIEL, BERLIN
Wir stellen den Berliner Architekten Dr.-Ing. Ernst Sagebiel
unseren Lesern in zwei Arbeiten vor, die noch seinem rheini-
sehen Arbeitsfeld angehören. Das Cafe Wien
am Hohenzollernring in Köln und die dem
vorhandenen Charlott-Restaurant angehängte
Charlott-Bar in der Brückenstraße in Köln
sind beide in großstädtischem Geiste auf-
gefaßte Gaststätten. Der Architekt hatte
hier freie Hand, neue Material- und Be-
leuchtungswirkungen zur Schaffung eleganter
und zugleich Behagen ausströmender, an-
heimelnder Räume auszunützen. Dies dürfte
ihm nach jeder Hinsicht gelungen sein.
Zum Cafe am Ring mußte ein Wohnhaus
aus den neunziger Jahren in seinem Erd-
geschoß vollständig umgebaut werden. Durch
eine Abfangkonstruktion mit Hofüber-
bauung wurden drei zusammenhängende
Räume in einer Tiefe von 41 m mit Raum-
breiten von 10, 9 und 8 m erzielt. Sie
fassen zusammen annähernd 400 Plätze. Der
Grundriß zeigt die leichte Abnahme der
Raumgrößen bis zum intimsten Teeraum
und die völlige Ausnützung der Erdgeschoß-
fläche durch Verlegung der Wirtschafts-
räume in Keller und Zwischengeschoß. Durch
alle drei Räume liegt ein einheitlicher grauer Velours,
der vordere Konditoreiraum ist durch ein 1,20 m hohes
Paneel mit darüberliegender gelber Seiden-
bespannung gekennzeichnet. Zwischen ihm
und dem mittleren Kaffeeraum liegt eine
portalartige Einengung in großen glatten
Bubingaflächen, die links das Kuchenbüfett,
rechts die Kleiderablage und den Aufgang
zu den Toiletten bergen. Im Kaffeeraum
reicht eine glatte helle Ahornverkleidung
bis zur Decke, sie umschließt auch die beiden
je 6 m langen und 2,60 m hohen figürlichen
Intarsien von Joseph Pabst in Köln, die eine
glückliche flächige Behandlung zeigen. Ein
besonderer Effekt ist dem letzten Raum,
dem Teeraum, vorbehalten: In den axial an
der Decke und Anschlußwand vorgezogenen
Flächen aus oxydgrünem Antikglas mit Spie-
gelbelag, hinter dem hervor das Licht auf
die hell gestrichenen Wände und die Decke
strahlt. Sessel mit gelber Seide bezogen. Seit-
lich nach dem Hof hin ein 20 qm großes
Doppelfenster, in dem gegen die äußere
Mattglasscheibe lebende Bäume mit Vögeln
und einem großem Aquarium stehen. Ein
eigenartiger und eindrucksvoller Raum.
Cafe Wien in Köln, Hohenzollernring. Flächen in weißem Querkalkstein
Lichtreklame in Bronze und zitronengelbem Riffelglas
ZWEI GASTSTÄTTEN VON ERNST SAGEBIEL, BERLIN
Wir stellen den Berliner Architekten Dr.-Ing. Ernst Sagebiel
unseren Lesern in zwei Arbeiten vor, die noch seinem rheini-
sehen Arbeitsfeld angehören. Das Cafe Wien
am Hohenzollernring in Köln und die dem
vorhandenen Charlott-Restaurant angehängte
Charlott-Bar in der Brückenstraße in Köln
sind beide in großstädtischem Geiste auf-
gefaßte Gaststätten. Der Architekt hatte
hier freie Hand, neue Material- und Be-
leuchtungswirkungen zur Schaffung eleganter
und zugleich Behagen ausströmender, an-
heimelnder Räume auszunützen. Dies dürfte
ihm nach jeder Hinsicht gelungen sein.
Zum Cafe am Ring mußte ein Wohnhaus
aus den neunziger Jahren in seinem Erd-
geschoß vollständig umgebaut werden. Durch
eine Abfangkonstruktion mit Hofüber-
bauung wurden drei zusammenhängende
Räume in einer Tiefe von 41 m mit Raum-
breiten von 10, 9 und 8 m erzielt. Sie
fassen zusammen annähernd 400 Plätze. Der
Grundriß zeigt die leichte Abnahme der
Raumgrößen bis zum intimsten Teeraum
und die völlige Ausnützung der Erdgeschoß-
fläche durch Verlegung der Wirtschafts-
räume in Keller und Zwischengeschoß. Durch
alle drei Räume liegt ein einheitlicher grauer Velours,
der vordere Konditoreiraum ist durch ein 1,20 m hohes
Paneel mit darüberliegender gelber Seiden-
bespannung gekennzeichnet. Zwischen ihm
und dem mittleren Kaffeeraum liegt eine
portalartige Einengung in großen glatten
Bubingaflächen, die links das Kuchenbüfett,
rechts die Kleiderablage und den Aufgang
zu den Toiletten bergen. Im Kaffeeraum
reicht eine glatte helle Ahornverkleidung
bis zur Decke, sie umschließt auch die beiden
je 6 m langen und 2,60 m hohen figürlichen
Intarsien von Joseph Pabst in Köln, die eine
glückliche flächige Behandlung zeigen. Ein
besonderer Effekt ist dem letzten Raum,
dem Teeraum, vorbehalten: In den axial an
der Decke und Anschlußwand vorgezogenen
Flächen aus oxydgrünem Antikglas mit Spie-
gelbelag, hinter dem hervor das Licht auf
die hell gestrichenen Wände und die Decke
strahlt. Sessel mit gelber Seide bezogen. Seit-
lich nach dem Hof hin ein 20 qm großes
Doppelfenster, in dem gegen die äußere
Mattglasscheibe lebende Bäume mit Vögeln
und einem großem Aquarium stehen. Ein
eigenartiger und eindrucksvoller Raum.


