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Moderne Bauformen: Monatshefte für Architektur und Raumkunst — 29.1930

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Nr. 5
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Fr. Freymüller, Berlin
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https://doi.org/10.11588/diglit.75582#0279

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219


Spiel- und Sportplatz an der Berliner Straße, Berlin-Lichterfelde. Gesamtansicht der Baulichkeiten von der Berliner Straße aus

FR. FREYMÜLLER, BERLIN. SPORTPLATZ UND JUGENDHEIM
Mit 10 Aufnahmen von Arthur Köster


Spiel- und Sportplatz an der Berliner Straße. Durchblick von einer Verbindungs-
halle nach dem Ehrenhof mit Turm

Der im Sommer 1929 fertiggestellte Spiel- und
Sportplatz von Berlin-Lichterfelde (an der Berliner
Straße) bietet eine interessante Form einer derartigen,
weniger ausgedehnten Anlage. Bei praktischer Auf-
teilung des Geländes fügen sich — namentlich von
der Kampfbahn aus gesehen — seine Baulichkeiten,
die trotz der breit geführten Horizontalen eine schmieg-
same Leichtigkeit besitzen, fein gefühlt in die land-
schaftliche Umgebung mit ihren geschlossenen Sil-
houetten herrlicher Baumreihen. Große weiße, in der
Sonne leuchtende Flächen werden von blinkenden
Klinkersteinpartien unterbrochen, und dabei sind alle
Formen ohne gesuchte Monumentalität; so hat das
Ganze selbst etwas von der Frische und Beweglich-
keit des Freiluftsportes. Der Entwurf stammt von
Stadtbaurat Freymüller, Stadtbaumeister Müller und
Architekt Butsch haben daran mitgearbeitet. Schon
im Sommer 1926 ist er entstanden. Die lange Bau-
zeit war durch die ratenweise Bewilligung der Mittel be-
dingt. Für die Entstehungszeit des Entwurfes scheint es,
soweit sich das heute schon beurteilen läßt, bezeich-
nend zu sein, daß vielfach wie bei dem Lichterfeldener
Sportgebäude alle strengen, durch die niedere Geo-
metrie festgesetzten Formen möglichst vermieden sind,
und der schwingenden Linie im Grundriß sowohl wie im
Aufriß (Treppenlauf im Rundturm) entscheidende Be-
deutung zugemessen ist.
Die Baulichkeiten sind so gruppiert, daß sie nach
der Berliner Straße einen Ehren- und Aufmarschhof
bilden. Zu beiden Seiten wird dieser von zweige-
schossigen Torgebäuden eingerahmt, von denen das
eine die Wohnung des Platzwartes und die Heizungs-
anlage, das andere eine Gaststätte mit Wohnung ent-
hält. Das eigentliche Sportgebäude hat im westlichen
Flügel unten Umkleidekabinen und Toiletten, oben
einen Saal für orthopädisches Turnen und rhythmische
Gymnastik, während sich im östlichen Flügel unten
Umkleide- und Brauseräume für Männer und Frauen
sowie Aufbewahrungsräume befinden, darüber dann
die gedeckte Tribünenanlage. Zwischen Sportgebäude
und Torhäusern ist beiderseitig durch einen gedeckten
Hallengang zum Unterstehen bei plötzlich eintretendem
Regen die Verbindung hergestellt.
 
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