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Flugzeugaufnahme der Baugruppe während der ersten Nationalen Milchwirtschafts-Ausstellung
DIE LANDESAUSSTELLUNGSBAUTEN IN ST. LOUIS, MO.
von Architekt Dr.-Ing. G. R. Kiewitt, St. Lonis
Mit 10 Aufnahmen von Wings Photo Service Inc. und Henry Stark, Querschnitt und Grundriß
Die Anregung zum Bau der St. Louiser Ausstellungsgruppe
gab die örtliche Handelskammer durch ihr Bemühen, St. Louis
zum Sitz der Nationalen Milchwirtschafts-Vereinigung und ihrer
jährlichen Milchwirtschafts-Schau zu machen. Die Bedingung
der Vereinigung war die Verfügungsstellung der notwendigen
Ausstellungsräume.
Eine Gruppe vermögender, fortschrittlich gesinnter und für
ihre Stadt begeisterter Bürger unterzogen sich der Aufgabe,
diese Bedingung durch Schaffung einer neuzeitlichen Bau-
gruppe zu erfüllen und berief als Ausstellungsfachmann
Herrn Holcombe. In enger Zusammenarbeit mit der Gruppe
und den Architekten wurde das Programm dahin erweitert,
daß die Anlage auch Ausstellungen anderer Art wie auch
sportlichen Ereignissen und Tagungen nationaler Körper-
schaften dienen sollte.
Von der geplanten Anlage wurden zunächst drei Bauten
in Angriff genommen — die Arena und zwei flankierende
Ausstellungsflügel. Das Baugelände schließt sich einem großen
Vergnügungspark an und liegt gegenüber dem größten öffent-
lichen Park der Stadt. Umfassende Erdbewegungen waren
notwendig in Verbindung mit dem Projekt.
In der Planung der Arena (Hauptausstellungsgebäude) war
die Aufgabe zu lösen, freies Gesichtsfeld von jedem Sitze im
Hause zu schaffen mit den geringsten Kostenaufwendungen,
was durch Grundrißform und Wahl der Bauglieder befrie-
digend gelang. Die Arena faßt 11 675 Sitze in beiden Zirkeln
(braun und grün gehaltene bequeme Klappsitze) und 1100 Sitze
in den Logen. Für Tagungen und Box- oder Ringkämpfe wird
die Sitzezahl durch Ausnützung des Schauringes auf 21 000
erhöht. Die Abmessungen der ovalen Anlage betragen 143,13 m
Länge, 84,73 m Breite und 40 m Höhe. Der Schauring ist
81,69 X 32,92 m groß.
Aus akustischen und innenarchitektonischen Gründen wurde
das Zollbausystem gewählt, dessen Auflagerdruck von Krag-
bindern aufgenommen wird. Der so erhaltene Querschnitt
ermöglichte außerdem ausgezeichnete Tages- und künstliche
Beleuchtung des Schaurings. Es sind 150000 Watt installiert,
die jeden gewünschten Lichteffekt ermöglichen. Auf der Licht-
galerie sind die Lampen in drei Farben angeordnet.
Das gesamte Kellergeschoß ist in Eisenbeton ausgeführt
(gleichzeitig als Widerlager und Verankerung der Kragbinder
dienend), die übrigen Geschosse sowie die 20 Stück 30,00 m
hohen Kragbinderstützen von je 18 t Gewicht und Windver-
steifungen in Stahlrahmenkonstruktion. Das langovale Zoll-
baudach mit seiner Länge von 100,00 m, einer Spannweite
von 50,30 m und einem Stich von 10,67 m ist in Holzkon-
struktion ohne Zugstangen ausgeführt. Vor Ausführung des-
selben sind eingehende Druckversuche an der Staatlichen
Materialprüfungsanstalt der Washington Universität voraus-
gegangen. Die Lamellen sind 4,5 m lang bei 10 X 44 cm
Querschnitt. Die Außenwände sind 31 cm (Ziegelgröße 12%
X 30 cm bei 20 cm Tiefe), die Innenwände 11 cm stark, aus-
geführt in glasierten Hohlziegeln. Decken und Sitzstufen sind
in Eisenbeton hergestellt.
In den siebenstöckigen, die Eingangshalle flankierenden
Türmen sind die Büroräume untergebracht, erreichbar durch
Treppe und Aufzug. Die Stahlrahmen-Aufbauten der Türme
sind für Lichtanzeigen der einzelnen Ereignisse bestimmt.
Die Turmheizanlage befindet sich im westlichen Kellergeschoß.
Die Arena wird durch 24 Ölbrand-Luftheizungen, unter Druck
eingeführt, geheizt.
Die beiden Ausstellungsflügel fügen sich in Architektur-
gestaltung (mit je 10 000 qm Bodenfläche) eng der Arena an,
Die Hauptfront ist in glasierten Hohlziegeln ausgeführt. Zoll-
bau wurde auch hier als Dachkonstruktion gewählt mit Rück-
sicht auf den Charakter der Bauten; Die Seiten dieser Bauten
sind zwischen den Windverstrebungen mit Stahlrolltüren ver-
sehen, die es ermöglichen, die Bauten zur Abstellung von Kraft-
wagen zu benützen, wenn in der Arena sportliche Ereignisse
oder Tagungen stattfinden. Die Rückenfront ist mit Schiebe-
türen versehen, die Toröffnungen von 32,92 X 4,55 m zulassen
und die Bauten für Flugzeugausstellungen geeignet machen.
Die architektonische Gestaltung der Baugruppe ist in ein-
fachen, großen Linien gehalten und macht sich vorteilhaft die
Flugzeugaufnahme der Baugruppe während der ersten Nationalen Milchwirtschafts-Ausstellung
DIE LANDESAUSSTELLUNGSBAUTEN IN ST. LOUIS, MO.
von Architekt Dr.-Ing. G. R. Kiewitt, St. Lonis
Mit 10 Aufnahmen von Wings Photo Service Inc. und Henry Stark, Querschnitt und Grundriß
Die Anregung zum Bau der St. Louiser Ausstellungsgruppe
gab die örtliche Handelskammer durch ihr Bemühen, St. Louis
zum Sitz der Nationalen Milchwirtschafts-Vereinigung und ihrer
jährlichen Milchwirtschafts-Schau zu machen. Die Bedingung
der Vereinigung war die Verfügungsstellung der notwendigen
Ausstellungsräume.
Eine Gruppe vermögender, fortschrittlich gesinnter und für
ihre Stadt begeisterter Bürger unterzogen sich der Aufgabe,
diese Bedingung durch Schaffung einer neuzeitlichen Bau-
gruppe zu erfüllen und berief als Ausstellungsfachmann
Herrn Holcombe. In enger Zusammenarbeit mit der Gruppe
und den Architekten wurde das Programm dahin erweitert,
daß die Anlage auch Ausstellungen anderer Art wie auch
sportlichen Ereignissen und Tagungen nationaler Körper-
schaften dienen sollte.
Von der geplanten Anlage wurden zunächst drei Bauten
in Angriff genommen — die Arena und zwei flankierende
Ausstellungsflügel. Das Baugelände schließt sich einem großen
Vergnügungspark an und liegt gegenüber dem größten öffent-
lichen Park der Stadt. Umfassende Erdbewegungen waren
notwendig in Verbindung mit dem Projekt.
In der Planung der Arena (Hauptausstellungsgebäude) war
die Aufgabe zu lösen, freies Gesichtsfeld von jedem Sitze im
Hause zu schaffen mit den geringsten Kostenaufwendungen,
was durch Grundrißform und Wahl der Bauglieder befrie-
digend gelang. Die Arena faßt 11 675 Sitze in beiden Zirkeln
(braun und grün gehaltene bequeme Klappsitze) und 1100 Sitze
in den Logen. Für Tagungen und Box- oder Ringkämpfe wird
die Sitzezahl durch Ausnützung des Schauringes auf 21 000
erhöht. Die Abmessungen der ovalen Anlage betragen 143,13 m
Länge, 84,73 m Breite und 40 m Höhe. Der Schauring ist
81,69 X 32,92 m groß.
Aus akustischen und innenarchitektonischen Gründen wurde
das Zollbausystem gewählt, dessen Auflagerdruck von Krag-
bindern aufgenommen wird. Der so erhaltene Querschnitt
ermöglichte außerdem ausgezeichnete Tages- und künstliche
Beleuchtung des Schaurings. Es sind 150000 Watt installiert,
die jeden gewünschten Lichteffekt ermöglichen. Auf der Licht-
galerie sind die Lampen in drei Farben angeordnet.
Das gesamte Kellergeschoß ist in Eisenbeton ausgeführt
(gleichzeitig als Widerlager und Verankerung der Kragbinder
dienend), die übrigen Geschosse sowie die 20 Stück 30,00 m
hohen Kragbinderstützen von je 18 t Gewicht und Windver-
steifungen in Stahlrahmenkonstruktion. Das langovale Zoll-
baudach mit seiner Länge von 100,00 m, einer Spannweite
von 50,30 m und einem Stich von 10,67 m ist in Holzkon-
struktion ohne Zugstangen ausgeführt. Vor Ausführung des-
selben sind eingehende Druckversuche an der Staatlichen
Materialprüfungsanstalt der Washington Universität voraus-
gegangen. Die Lamellen sind 4,5 m lang bei 10 X 44 cm
Querschnitt. Die Außenwände sind 31 cm (Ziegelgröße 12%
X 30 cm bei 20 cm Tiefe), die Innenwände 11 cm stark, aus-
geführt in glasierten Hohlziegeln. Decken und Sitzstufen sind
in Eisenbeton hergestellt.
In den siebenstöckigen, die Eingangshalle flankierenden
Türmen sind die Büroräume untergebracht, erreichbar durch
Treppe und Aufzug. Die Stahlrahmen-Aufbauten der Türme
sind für Lichtanzeigen der einzelnen Ereignisse bestimmt.
Die Turmheizanlage befindet sich im westlichen Kellergeschoß.
Die Arena wird durch 24 Ölbrand-Luftheizungen, unter Druck
eingeführt, geheizt.
Die beiden Ausstellungsflügel fügen sich in Architektur-
gestaltung (mit je 10 000 qm Bodenfläche) eng der Arena an,
Die Hauptfront ist in glasierten Hohlziegeln ausgeführt. Zoll-
bau wurde auch hier als Dachkonstruktion gewählt mit Rück-
sicht auf den Charakter der Bauten; Die Seiten dieser Bauten
sind zwischen den Windverstrebungen mit Stahlrolltüren ver-
sehen, die es ermöglichen, die Bauten zur Abstellung von Kraft-
wagen zu benützen, wenn in der Arena sportliche Ereignisse
oder Tagungen stattfinden. Die Rückenfront ist mit Schiebe-
türen versehen, die Toröffnungen von 32,92 X 4,55 m zulassen
und die Bauten für Flugzeugausstellungen geeignet machen.
Die architektonische Gestaltung der Baugruppe ist in ein-
fachen, großen Linien gehalten und macht sich vorteilhaft die


