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Mone, Franz Joseph [Editor]
Quellensammlung der badischen Landesgeschichte (1. Band) — Karlsruhe: Druck und Verlag von E. Macklot, 1848

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https://doi.org/10.11588/diglit.61762#0578
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466

Speierische Chronik.

lute gehorsam zu sm, und hielff und bystant zu thun
wider hertzog Ludwigen von Beyern. Wan nü uns nit
zwifelt, ir werdent uch dar in erzeugen gehorsamclich und
alz ir pflichtig siut: so erfordern wir und begcrn an uch
von unsers aller gnedigsten Herren des romschen keisers
wegen vesticlich gebietent, und biettent uch für unß selb
gar gütlich, daz ir uch mit den uwern zu roß und fuß
rüsten und schicken, so best und sterckst ir mogent, da
mit uns und des Heilgen richs banier zu ziehen und by
uns und andern sien zü Gemünde uff sondag zu nacht
nach sant Dorothee tag nest künfftig (7. Februar), also
gerächte fure zu ziehen und zu thun, des wir uch be-
scheiden. und blibet nit uß, sonder tun nach unßerm ver-
trüwen; daz wirdet unser gnedigster herre gegen uch mit
gnaden erkennen, wir wollen auch daz fruntlich umb
uch verschulden. Geben und mit unserm zu rucke uffge-
trucktem ingestegel versiegelt an sontag sant Anthonien
tag (17. Jan.) uuuo ete. 62.
213. (Anfang des Krieges zwischen Wür-
tenberg und der Pfalz.) 1462. S. 471. In dem
selben jar vor fastnacht do gab margraff Karle von Ba-
den graff Ulrichen von Würtenberg stn lant in, stette,
floß und dorffer, und die gemeyn und daz folg swürent
auch dem von Würtenberg gehorsam zü sin. In dem
brante der von Würtenberg off den pfaltzgraffen und off
hertzog Otten von Beiern und off die Herren von Mül-
bron, den datten sie groß schaden und gewonnen in an
wol 19 torff, dar in namen sie alles, daz sie darin fun-
dent, und brantschatzten die dorff.
214. (Krieg der Pfalz mit Baden und Mar-
ienberg.) 1462. S. 471. In der wile lag alz der
pfaltzgraff by dem bischoff von Isenburg zu Meintz.
Item dar nach kam der pfaltzgraff wieder heim und be-
samelte sych und zoch in dez von Würtenbcrgs lant und
brante dar in faste, da waz der von Würtenberg nit
da heim und lag über hertzog Ludwig von Beiern er
und der margraff von Brandenburg. In dem det graff)
Hans von Eberstein uß Gottzen dein margraffen von
Baden und dem von Württemberg großen schaden, er
finge in die buern und nam in daz fyehe und lag zu
degelichem krig gegen in.
In dem wiedersagte der margraff von Baden dem
pfaltzgraffen, do reißte der pfaltzgraff off den margraffen
und verbrante im vil dorffer abe und sunderlichen den
Remychemmer talle, und hertzog Ott von Beiern der
Gochsheim an der Kraichbach.
Das Pfinzthal bei Durlach, worin Remchingen lag, das
jetzt nur noch ein Hof bei dem Dorfe Wilferdingen ist.

halff dem pfaltzgraffen und datten dem margraffen gro-
ßen schaden.
213. (Krieg der Pfalz gegen Nassau und
Veldenz.) 1462. S. 472. Item dar nach umme
mittefast do hette der pfaltzgraff ein groß samenung
und der bischoff von Meintz, der von Nsfimburg, der
lantgraff von Hessen und der graff von Katzenelnbogen,
und brochten zusamen off 2600 pfert, und wol 8 oder
10 tusent fußgenger und gewonnent Gaübeckelheim *
und noch i zwey dorffer darzu. und fundent in Gau-
belkelheim wol 62 reissiger pfert, und fingent den faüt
von Hontstein dar in mit 9 edeler und wol funffzig
reißiger gesellen, der faüt von Hontstein mit den edelen
wolt man kein tag geben und müßten swern gein Hei-
delberg in die herberg, und blunderten dar in und na-
men, waz da waz, und schückten eß gein Altzen. und
fingent der richsten gebuer darin wol 14 und brantschatz-
ten daz dorff vor 1300 gülden, und sleifftcnt die greben
und die müern und die pfortten brochent sie dar
nyder.
216. (Fortgang des Krieges zwischen Ba-
den, Würtenberg und Pfalz.) 1462. S. 472. In
dem branten die margraffschen off den pfaltzgraffen und
branten dem appt von Usserstal ein gar gutten hoff abe
zu Mechterßem, und namen im gar vil viehß dar in
und wol 52 osßen. und branten auch ein gutten hoff
abe, hiß Merlen, und waz Heinrich Schribers des
pfaltzgraffen kantzler. Item dar nach off mytwoch nach
mytfast (18. März) da kament die margraffeschen und
die würtenbergschen und hetten wol fünffhundert pfert
und 300 fußgenger, und branten dem pfaltzgraffen abe
vier dorff, Waltdorff und Noßloch und Santhusen und
zu Sant Gilgen. Item am andern tage darnach
da branten sie Kirchheim, Eppelheim und Blanckstein
und Bruchhüßen. )-
217. (Krieg zwischen Brandenburg, Wür-
tenberg und Baiern.) 1462. S. 473. In dem
lag alles margraff Albrecht von Brandenburg und graff
-Ulrich von Würtenberg über hertzog Ludwigen von Bei-
ern mit des richs stellen mit großer macht in sinem
lande, und branten off den hertzogen von dez keisers
wegen und gewonnent im an vil stette und floß, doch
vergaß er ir nit und erslug ir me dan 600 in der
nach - margraffchefchen.
Gauböckelheim, östlich von Kreuznach.
Mechtersheim, Philippsburg gegenüber.
Waldorf, Nußloch, Sandhaufen und S. Ilgen, vier Dör-
fer nordwestlich bei Wiesloch.
1 Kirchheim, Eppelnheim, Plankstatt und Brnchhänser zwi-
schen Heidelberg und Schwetzingen.
 
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