Die kleinen Honigdiebe.
„Du," sagt der Peterl zum Häusel, „geh'u wir 'nüber zu
dem Nachbar seinen Bienenstock, der ist bis obenauf voll vom
schönste» Honig!"
Und richtig, sie gehen 'nüber und begucken lüstern des
Nachbars Bienenstock.
242
„Den werden wir gleich haben," sagt'S Peterl, „packt den Bienen-
stock und hebt ihn, aber im Nu spürt jeder von den zwei Schleckern einen
Stich auf der Nase, der nicht von ungefähr zu kommen scheint.
„Ha ha," sagt der Nachbar, der auf das Zetergeschrei, her-
beikommt, „habt Jhr's gemerkt, wie es beim Honigstehleu zugeht,
jetzt lauft nur heil» mit Euerm Denkzettel."
Und einen ordentlichen Denkzettel haben sic davon getragen,
so daß keiner mehr den andern gekannt hat.
Und die Mutter hat geschaut, wie's heim gekommen sind!
Der Vater hat erst gewaltig gezankt, dann hat er aber helfen
wollen, allein es war umsonst und die Zwei haben allwcil ge-
schrieen, als ob sie am Spieße stäken.
Jammernd saßen sie vor ihrem Lieblingsessen, einer Schüssel
voll duftender Knödel. Der Vater aber überlegte hin und her,
wie man die zwei Stacheln, welche die Bienen zurück gelassen,
wieder herausziehen und dadurch helfen möchte.
Jetzt war allerdings die Hauptsache geschehen, allein die Wunden, welche die Stacheln hinterlassen, mußten erst verheilt werden und da
mußte der Bader vr. Baurel kommen und auf jede Nase ein großes Pflaster legen, damit sind die Zwei drei Wochen im Bett gelegen bis
die Sache wieder gut war.
Da der Schmied im Dorfe der Gescheiteste ist, so führt der
Vater den Peterl und das Hanserl zu ihm. Der Schmied aber
ist ein rcsolvirter Mann, packt die Bienenstachel gleich mit der
großen Zange und zieht sie auch wirklich glücklich heraus.
Endlich aber sind sie wieder gesund geworden und haben vor
einer großen Schüssel voll Knödel feierlich gelobt nie mehr zu einem
Bienenstock zu geh'». Und das sollen sich alle Kinder merken, denn
die Bienen stecken noch alle Tage und nicht immer ist ein so rcsol-
virtcr Mann, wie der Schmied bei der Hand, der von den Folgen
des Naschens helfen kann.
Münchener Bilderbogen.
Mr» 242
HcrausgegcLcn und verlegt von K. Braun und F. Schneider in München.
Druck von (5. R. <Tekurich IN M ü ncheII.
„Du," sagt der Peterl zum Häusel, „geh'u wir 'nüber zu
dem Nachbar seinen Bienenstock, der ist bis obenauf voll vom
schönste» Honig!"
Und richtig, sie gehen 'nüber und begucken lüstern des
Nachbars Bienenstock.
242
„Den werden wir gleich haben," sagt'S Peterl, „packt den Bienen-
stock und hebt ihn, aber im Nu spürt jeder von den zwei Schleckern einen
Stich auf der Nase, der nicht von ungefähr zu kommen scheint.
„Ha ha," sagt der Nachbar, der auf das Zetergeschrei, her-
beikommt, „habt Jhr's gemerkt, wie es beim Honigstehleu zugeht,
jetzt lauft nur heil» mit Euerm Denkzettel."
Und einen ordentlichen Denkzettel haben sic davon getragen,
so daß keiner mehr den andern gekannt hat.
Und die Mutter hat geschaut, wie's heim gekommen sind!
Der Vater hat erst gewaltig gezankt, dann hat er aber helfen
wollen, allein es war umsonst und die Zwei haben allwcil ge-
schrieen, als ob sie am Spieße stäken.
Jammernd saßen sie vor ihrem Lieblingsessen, einer Schüssel
voll duftender Knödel. Der Vater aber überlegte hin und her,
wie man die zwei Stacheln, welche die Bienen zurück gelassen,
wieder herausziehen und dadurch helfen möchte.
Jetzt war allerdings die Hauptsache geschehen, allein die Wunden, welche die Stacheln hinterlassen, mußten erst verheilt werden und da
mußte der Bader vr. Baurel kommen und auf jede Nase ein großes Pflaster legen, damit sind die Zwei drei Wochen im Bett gelegen bis
die Sache wieder gut war.
Da der Schmied im Dorfe der Gescheiteste ist, so führt der
Vater den Peterl und das Hanserl zu ihm. Der Schmied aber
ist ein rcsolvirter Mann, packt die Bienenstachel gleich mit der
großen Zange und zieht sie auch wirklich glücklich heraus.
Endlich aber sind sie wieder gesund geworden und haben vor
einer großen Schüssel voll Knödel feierlich gelobt nie mehr zu einem
Bienenstock zu geh'». Und das sollen sich alle Kinder merken, denn
die Bienen stecken noch alle Tage und nicht immer ist ein so rcsol-
virtcr Mann, wie der Schmied bei der Hand, der von den Folgen
des Naschens helfen kann.
Münchener Bilderbogen.
Mr» 242
HcrausgegcLcn und verlegt von K. Braun und F. Schneider in München.
Druck von (5. R. <Tekurich IN M ü ncheII.



