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Dev böse Stier* und die Sekrmdiirbahn.

1132


Em unberechenbares Tier-
Ist — Weiß der Himmel — solch ein Stier!

Bald scheint er fromm und friedlich bloß —
Bald wieder reißt er wild sich los!

Und letzteres leider oft gerade
Auf der belebten Promenade.

Dann flüchtet alles: Mensch und Vieh —
Denn zu was Gutem führt das nie.



Indessen fangen sie zu Drei'n
Ihn schließlich glücklich wieder ein.

„Halt!" rufen sie — „die Eisenbahn!. . .
Da binden wir den Stier setzt an!"

Doch an dem Zug' ihn fest zu machen.
Gehört nicht zu den leichten Sachen.

Er stemmt sich sehr und stößt dabei
llnd halt in Atem alle Drei.



Am Ende glückt es aber doch:
Fest ist er — aber wütend noch!

Fort dampft der Zug — ein bischen schwer —
Der Stier dumpfgrollcnd hinterher.

Ein Hieb vom Fleischer. Mit Gebrumm
Dreht sich der Bulle schnaubend um.

Und nimmt — still hält der Zug
bereits —
Nunmehr die Führung seinerseits.
Zurück des Wegs in wildem Trab
Rast mit dem Bummelzug er ab. . .
Zwar gibt der Führer vollen Dampf:
Der Stier bleibt Sieger in dem
Kampf!
Wie auch die Passagiere schrei'n —
Der Stier hält nicht im Laufen
ein. . .


Und alles Bremsen, Leinezieh'n
Nützt nichts — der Bulle jagt da-
hin. . .
Im Zug entsteht ein Mordsskandal:
Man brüllt! Es gellt das Notsignal!
Der Fleischer rast danebenhcr —
Der Bulle jagt nur impiermehr. . .
Dem Fleischer sprengt die Kehle
fast —
Umsonst — der Bulle gibt nicht
Rast. . .
Wohin er noch den Weg genommen —
Das hab' ich nicht herausbekvmmen.

Münchener Bilderbogen.
(Alle Weckte vorkeyalten.)

^i«. 1152.

Kgl. Hvs- und Universitäts-Buchdruckerei von l)r. C. Wolf L Sohn in München.

Herausgegeben und verlegt von Braun H Schneider in München.
 
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