ll. Abschnitt. Dott der intterlichen Verehrung GOttes. (iri)
„ Gedenke, wie ich vor dir gewandelt habe in Wahrheit und aufrichtigem
„ Herzen " (is).
§. LO. Da nun also die Verehrung des Schöpfers, als des höchsten Die Werk-
Guts, in den Herzen der gläubigen Israeliten vest gegründet war; so er- Liebe
wuchsen aus dieser Erkenntniß, nebst der obbeschriebenen innigsten Liebe, auch zu GOtt,
die tiefste Demuth, und folglich ein wahres Verlangen, sich der Liebe des
HErrn würdig zu machen. Sie erkannten nämlich, daß die Liebe durch Einfalt,
die Werke thätig werden müßte, und zwar durch diejenigen Werke, welche
der HErr durch feinen Befehlshaber hatte vorschreiben lassen. Sie begnügten
sich also nicht blos damit, daß sie ihren Schöpfer in ihren Herzen verehrten,
und Ihn bey aller Gelegenheit mit der Zunge lobeten, sondern sie hielten sich,
eben sowohl als die geringsten und einfältigsten unter ihren Brüdern, verpflich-
tet, sich in den Gebräuchen des äuserlichen Gottesdienstes mit denselben zu
vereinigen, kurz, alle verordnete Feste und Opfer zu beobachten und die
Abgaben zu entrichten; welche Gebräuche wir nunmehr betrachten wollen:
nämlich zuerst die Feste, und hernach die Opfer, wie auch das verordnete
Priesterthum sowohl als die zum Unterhalt derselben bestimmte Abgaben.
(!?) Wie lange hinket ihr noch auf
beyden Seiten? rufte Elias, i. Kon i8, 21.
Denn, wie ein Hinkender hin und her wan-
ket, so pfleget auch ein Sünder bald zu
sündigen, bald sich zu bemühen GOtt zu
suchen. Der HErr sagt: Joel 2. Bekehret
euch zu mir von ganzem Herzen. Wi-
der dieses Gebot sündigen zweyerley Arten
der Menschen. Einige, welche eine Sün-
de meiden, als z. E. die Schwelgerey, und
dagegen in eine andere fallen, z. E. Wucher
treiben. Sie werden aber nichts destowc-
niger verdammet. Der, welcher in einem
sündiget, der sündiget wider alle Gebote.
Jacobi 2. Andere bekennen einige Sün-
den, die andern verheelen sie, indem sie sich
bald durch diesen, bald durch jenen Unter-
scheid entschuldigen. Dergleichen Leute
aber hintergehen nicht GOtt, sondern sich
selbst.
^^^^^^^^ N^^^^^^^^^^
Dritter Abschnitt.
Von der Verehrung GOttes, durch öffentliche Feste.
Inhalt.
§. r. /Ningang. §. 2. Wirkung des äuserlichen Gottesdienstes. §. ;. Feste der
Israeliten. §. 4. Endzweck derselben. §. 5. Der Sabbachtag. ^ 6.
Dessen Beobachtung wird sehr nachdrücklich anbefohlen. §. 7. Endzweck diejes
(A.R. G.4. Theil, r. St.) Q Fest-
„ Gedenke, wie ich vor dir gewandelt habe in Wahrheit und aufrichtigem
„ Herzen " (is).
§. LO. Da nun also die Verehrung des Schöpfers, als des höchsten Die Werk-
Guts, in den Herzen der gläubigen Israeliten vest gegründet war; so er- Liebe
wuchsen aus dieser Erkenntniß, nebst der obbeschriebenen innigsten Liebe, auch zu GOtt,
die tiefste Demuth, und folglich ein wahres Verlangen, sich der Liebe des
HErrn würdig zu machen. Sie erkannten nämlich, daß die Liebe durch Einfalt,
die Werke thätig werden müßte, und zwar durch diejenigen Werke, welche
der HErr durch feinen Befehlshaber hatte vorschreiben lassen. Sie begnügten
sich also nicht blos damit, daß sie ihren Schöpfer in ihren Herzen verehrten,
und Ihn bey aller Gelegenheit mit der Zunge lobeten, sondern sie hielten sich,
eben sowohl als die geringsten und einfältigsten unter ihren Brüdern, verpflich-
tet, sich in den Gebräuchen des äuserlichen Gottesdienstes mit denselben zu
vereinigen, kurz, alle verordnete Feste und Opfer zu beobachten und die
Abgaben zu entrichten; welche Gebräuche wir nunmehr betrachten wollen:
nämlich zuerst die Feste, und hernach die Opfer, wie auch das verordnete
Priesterthum sowohl als die zum Unterhalt derselben bestimmte Abgaben.
(!?) Wie lange hinket ihr noch auf
beyden Seiten? rufte Elias, i. Kon i8, 21.
Denn, wie ein Hinkender hin und her wan-
ket, so pfleget auch ein Sünder bald zu
sündigen, bald sich zu bemühen GOtt zu
suchen. Der HErr sagt: Joel 2. Bekehret
euch zu mir von ganzem Herzen. Wi-
der dieses Gebot sündigen zweyerley Arten
der Menschen. Einige, welche eine Sün-
de meiden, als z. E. die Schwelgerey, und
dagegen in eine andere fallen, z. E. Wucher
treiben. Sie werden aber nichts destowc-
niger verdammet. Der, welcher in einem
sündiget, der sündiget wider alle Gebote.
Jacobi 2. Andere bekennen einige Sün-
den, die andern verheelen sie, indem sie sich
bald durch diesen, bald durch jenen Unter-
scheid entschuldigen. Dergleichen Leute
aber hintergehen nicht GOtt, sondern sich
selbst.
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Dritter Abschnitt.
Von der Verehrung GOttes, durch öffentliche Feste.
Inhalt.
§. r. /Ningang. §. 2. Wirkung des äuserlichen Gottesdienstes. §. ;. Feste der
Israeliten. §. 4. Endzweck derselben. §. 5. Der Sabbachtag. ^ 6.
Dessen Beobachtung wird sehr nachdrücklich anbefohlen. §. 7. Endzweck diejes
(A.R. G.4. Theil, r. St.) Q Fest-



