Die neue Stadt: internationale Monatsschrift für architektonische Planung und städtische Kultur — 6.1932-1933

Page: 11
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/neue_stadt1932_1933/0021
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Es gibt eine Eingangsfront, ein zusammenhängendes Vestibül und ein zusam-
menhängendes Foyer im Theater.

Von jedem Punkt des Vestibüls übersieht man die Zugänge zu sämtlichen
Plätzen.

Es gibt keine Gänge, Seitenbuffets usw.

Das Rauchzimmer und zwei Ausstellungssäle hängen im Luftraum des Foyer,
durch Glaswände getrennt und verbunden.

Das Dach des Zuschauerraums ist bei gutem Wetter seitlich herauszuschieben:
Das Theater ist kein vornehmer abgeschlossener Salon mehr, sondern eine Ver-
sammlung unter freiem Himmel.

Akustik Die Saalform entspricht im Prinzip dem Saal Pleyel in Paris, der auf Grund aku-
stischer Untersuchungen von Lyon erfolgreich durchgeführt wurde.
Demnach sind Rundungen, Wölbungen usw. grundsätzlich vermieden. Um die
durch die Reflektion entstandenen Nachhallwege zu verkürzen, ist der Saal
möglichst niedrig gehalten.

Grundsätzlich muß gesagt werden, daß die bisherigen akustischen Berechnun-
gen bezüglich der Saalform nur bei Konzert-Spezialsälen oder Hörsälen Gültig-
keit haben, also in Sälen, in denen der Entstehungsplatz des Tones in einem
Punkt festgelegt werden kann.

In einem großen Theater gibt es jedoch schon innerhalb Bühne und Orchester
Entfernungen von 40 Meter und mehr.

Dazu kommt, daß der Zuschauerraum aktiviert wurde, also der Entstehungsplatz
des Tones zwischen noch größerer Entfernung schwanken kann.
Die Aufstellung einer zuverlässigen, akustischen Berechnung bezüglich der
Saalform ist also in diesem Falle vollständig ausgeschlossen.

11
loading ...