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46

K a ni m e r e r


U e b e r
eine Landschast
von Gerard Lair esse
in der Mannheimer Gallerie.

Dieses Gemälde stellet eine Gegend vor, mit ho-
hen Baumen auf einer Wiese, welche ein Wasser
beschatten, an dessen Ufer sich badende weibliche
Figuren besinden. Still ist hier der Aufenthalt
schüchterner Nymphen unter dem Schirme vertrau-
licher Pappeln, deren schlanke Gipfel kein West-
wind bewegt.
In seiner ganzen Anlage ist dieses Gemälde so
reitzend, und macht so viel Eindruck auf die Empfin-
dung, dass man sich ihr bey der Betrachtung des-
selben ganz überlässt, und auf die Kunst fast keine
Rücksicht nimmt. Wenn in heissen Sommertagen
die Luft im Silberglanze der Sonne, sunkelt, und die
Gegend sich im reinsten Blau der fernen Berge er-
weitert; wenn keine finsteren Schatten der Wolken,
vom Winde bewegt, in Thälern und aus Hügeln
sich versolgen, und die Lichtssäche bestreisen; wenn
alle Gegenstände in klarem Schimmer liegen, das
spiegelhelle Wasser sanft an seinem User hinflies-
set, die Schatten unter dem Gewölbe der Bäume
sich verstecken, und die ganze Schöpsung den Men-
schen zur Ergötzlichkeit einladet; so ist hier die
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