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Noch etwas über den Schleifer von Junker. 59
dem allen ganz natürlich solgende, schwebende
Hinstrebung des Körpers — das hat der Künstler in
dem Seinigen wirklich und getreu, sinnlich be-
zeichnet.
So — und dem ganz entsprechend, ist der lo-
kale Stand, ist die Bewegung des Schleifers in der
Kunst. Das Hauptgepräge ist Ueberraschung, an
den Punkt von Stillstand gekettet. Der Kniende
ruht; der Kopf erhoben, der Hals ist lang gestreckt,
die Adern, vor Anstrengung aufgeschwollen, die
Stirn auf die Nasenwurzel herabgedrängt, zum
Abzeichen der Indignation; der Mund ist etwas
geössnet (die eigene Linienbeschreibung der* Aus-
merksamkeit). Er ist hinhorchend, in einer hin-
schwebenden Bewegung, im Begriss, sich leise zu
erheben.
Wie aber, wenn alsdenn mein Kunstwerk bloss
in den Zeitraum von 1474 bis 1564 fiele?
Ich gestehe, unter allem war diess für mich
anfänglich die einzige Klippe des Anstossens. Aber
was vermag nicht die Autorität eines Mannes, dem
gleich Deutschland, seit einem Iahrhundert, wenige
hatte!

C. L. Iunker.
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