Paulus, Eduard [Editor]; Württemberg / Statistisch-Topographisches Bureau [Editor]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 60): Beschreibung des Oberamts Balingen: mit fünf Tabellen, einer geognostisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1880

Page: 446
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/oab_balingen1880/0466
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
446

Ortsbeschreibrmg.

Von der Kirche zu Burgfelden ertauschte das Kloster den
16. August 1356 eine hiesige Wiese (vergl. S. 313) und mit
der Bauerschast allda wurde eiu Streit den 29. August 1400
schiedsrichterlich dahin eutschiedeu, daß das Kloster das Kässeu-
thal uud die vier Thäler, die sich in dasselbe erstrecken, u. s. w.
uiit allen Ausaiguen, die daran stoßeu mtd dazu gehören, soweit
die Schneeschlaife gehe, als ihr recht eigen Gut gar uud gänz-
lich inuehabeu uud die geuannte Bauerschaft sie darau nicht irreu
solle. — Eudlich erwarb das Kloster uoch deu 1. Dezbr. 1405
von der Jrmelli Wirth voit Laufen ihre Wiese uud ihreu Acker
dahier uud alle Rechte, die sie uud ihre Vorderen in dem Käsen-
thal gehabt, um 9V2 sl.

Deu 25. August 1487 verkaufte Margrethausen das Käseu-
thal uud den Herensperg mit alleu Zugehörden uud Gerechtig-
keiten, ausgeuommeu alle Wälder und Hölzer, sowie die Emd-
wies, die es sich vorbehielt, um 400 Pfd. Hllr. au Amtmaun,
Richter uud gemeine Maier zu Margrethausen, wobei festgesetzt
wurde, daß die Käufer 15 Schill. Hllr. jährlich an die Früh-
messe zu Lautliugen, das Kloster aber den Opserwein zu Hausen
geben sollen. Was es sich bei diesem Verkause vorbehalten,
besaß das Kloster noch bis in seine letzten Zeiten, die Juris-
diktion aber beanspruchte es uicht nur hier, sondern auch im
ganzen verkanften Distrikt und verglich sich wegen verschiedener
Streitpunkte, Jurisdiktion, Weiderechte u. s. w. mit der Ge-
meinde den 26. November 1730.

Theilgemeinde: Ochsenberg, ein Stausfenberg'sches Gut
mit eigener von der Margrethauser, Ebinger und Truchtelsinger
eingeschlossener Markung, in halber Höhe des Burgbergs und
Wachtselsens, ähnlich dent weiter unten gegenüberstehenden Thier-
berg gelegen: 102 Mrg. Acker, 32Vs Mrg. Wiesen, 271 Mrg.
Weide, 113Vs Mrg. Wald.

Ohne Zweisel von den Jnhabern der Herrschast Lautlingen
erbaut, gehörte Ochsenberg überhaupt stets zu dieser Herrschast.
Jn solcher Eigenschaft kommt es z. B. vor in dem Testament
Georg Dieterichs von Westerstetten vom 30. September 1619
und den staussenbergischen Familien- und Theilungsrezessen vom
28. Oktober 1698 und 1. Juni 1826.
loading ...