Paulus, Eduard [Editor]; Württemberg / Statistisch-Topographisches Bureau [Editor]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 60): Beschreibung des Oberamts Balingen: mit fünf Tabellen, einer geognostisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1880

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Ortsbeschreibung.

Jm I. 1841 wurde hier ziemlich lebhaft nach Erz gegraben,
allein weil die Arbeit nicht genügenden Geminn abwarf, die
Sache wieder aufgegeben fPfarrchronik).

Aelter als die heutzutage im Gebrauche befindliche, dereinlt
der Jungfran Maria geweihte und im I. 1709 restaurirte
Kirche ist die früher Johannes dem Tänfer geheiligte Kapelle.
Sie wurde den 13. März 1577 fammt dem nmmanerten Gärt-
lein oben im Dorf am Berg tun 30 fl. durch Schultheiß und
Gericht allda an Herzog Ludwig von Württemberg verkauft,
in eineit Frnchtkasten umgewandelt nnd ist jetzt eine Corsettfabrik.
Eine hiesige St. Sylversterkaplanei wird z. B. im Jahr 1502
erwähnt, das zn ihr gehörige Haus wurde nach der Reformation
im I. 1541 durch die geistliche Verwaltnng zu Balingen an
Endres Dreer zu Onstniettingen verüußert. -— Den 1. Febrnar
1531 verglichen sich die Pfleger Unserer L. Franen Pfarrkirchen
mit dem Pfarrer Michel Möcker dahier, daß sie ihm statt der
bisher geschuldeten 10 Lichter wöchentlich, über deren Größe
nanientlich vielfach Streit entstanden ivar, einen Garten ob dem
Pfarrhaus einräumten.

20. vstdxrf,

Gemeinde II. Klasse, mit 992 Gimv., ivorunter 10 Kath. n. Ostdorf,
Pfarrdorf mit Marktgerechtigkeit, 968 Einm.; Ii. Böllatmühle, 7 Eimv.;
e. Gießmnhle, 4 Einw.; cl. Kaunter Gipsmnhle, 4 Einw.; 6. Obere
Mühle, 9 Einw. Die Katholiken sind nach Geislingen eingepfarrt.

Ostdorf liegt frei über einer tief eingeschnittenen Schlncht
des znr Epach eilenden, von Geislingen herabkommenden Ried-,
nun Thalbachs, anf der Ebene des unteren Lias, im Angesicht
der Alb nnd ihres Vorlandes.

Gar behaglich, reizende Baumgärten nnd Waldbünme
namentlich Birken einschließend, breitet sich der anfehnliche, Wohl-
habenheit verrathende, znin Theil mit städtischen Gebäuden ge-
zierte Ort aus. Am Ostende liegt die mit stattlichem, spät-
gothischem, zeltdachbedecktem Thnrm in der nordöstlichen Chorecke
und mit spätgothifchem Chor geschmückte, fonst 1832 mit spitz-
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