Paulus, Eduard [Hrsg.]; Hartmann, ... [Red.]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 55): Beschreibung des Oberamts Brackenheim: mit drei Tabellen, einer Karte des Oberamts, drei lithogr. Ansichten und einem Grundriß — Stuttgart, 1873

Seite: 447
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Zaberfeld.

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sonderu hanptsächlich auch in das Badische getrieben. Ein Ortsschäser
läßt aus der Diarknng im Sornmcr 150, im Winter 3—400 St. Va-
stardschafe laufen. Auch die Schweinezncht bildet eine nicht unbe-
deutende Einnahmsquette, man ziichtct die halbenglische Raee und
verkauft sährlich sür 6—8000 fl. Ferkel nach außen; auch gemästetc
Schweine kornmen über den eigenen Bedars zicmlich viel zum Berkauf.

Der Ort hat das Recht, allsährlich im Monat Aiai cinen
Krämer- und Viehmarkt abzuhalten.

Einige unbedeutende Stistungen, deren Zinse an die Orlsarmen
ausgetheilt werden, skud vorhanden.

Eine alte Straße, die sog. Burgstraße, sührte von der alten
Zaberthalstraße über den Vogtsberg nach Mörderhausen und weiter
nach Sternenfels. Auch kommt ein Todtenweg vor, auf dem srüher
die Bewohner von Mörderhausen ihre Todten nach Leonbronn, wo-
hin ske eingepsarrt waren, getragen haben sollen. Aus dem östlich
am Ort skch srei erhebenden Spitzenbcrg stand eine Vurg, von der
srüher noch einige Neste stchtbar waren, gegenwärtig erinnert nur
noch der Name „Burghalde", den der Abhang des Spitzenbergs
trägt, an die ehemalige Burg.

Auf dem Stromberg steht an eincm steilen felstgen Abhange, au
der Markungsgrenze zwifchen Zaberscld und Häsnerhaslach, ^ Stun-
den südwestlich vom Ort, ein hoher Stein, der sog. Nittersprung, mit
der Jnschrist:

Anno 1581 beschach ain ritterlicher Sprung von Bernhart von
Sternenscls.

Auf dcr anderen Seite sieht man das württcmbergische Wappen
mit der Jahreszahl 1584. Nach der Sage soll dieser Bernhart von
Stcrnenfels, von seinen Feinden verfolgt, diesen kecken Sprung mit
seinem Pferde gewagt haben und glücklich entkommen sein.

Der Ort erscheint zuerst kn magenheimischem Besitze, bis ihn
Zeisols von Magenheim den 19. Okt. 1321 mit Ochsenberg und
anderen benachbarten Orten an den Markgrascn Friedrich II. von
Baden verkauste (s. Ochsenberg). Jn der Folge hatte er zum Theil
wenigstens das Schicksal Ochsenbergs: grästich vaihingische, dann
württembergische Lehensoberherrlichkeit, enzberg-urbachischer, dann ster-
nenfelsischer Lehensbesitz. Gegen 1360 gab Albrccht von Enzberg,
der Alte, genannt von Streichenberg, was er atlhier von dem Grasen
Eberhard dem Greiner von Württemberg zu Lehen hatte, — sowie
das Halbe Dorf Ramsbach — demsclben auf, mit der Bitte, es dcm
Gcmahl seiner Tochter Adelhaid, Wolf von Urbach, zu Lehen zu
geben (was dann auch geschah), und erhielt weiter den 19. Juni
1360 von diesem Grasen die Erlaubniß, das Zugeld seiner Tochter
auf 27 Eimer Weingelds allda — sowie aus 16 Malter Roggen
und 3 Pfd. Hllr. zu Ramsbach (s. u.) — von Vaihingen rührende
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