Paulus, Eduard [Editor]; Württemberg / Statistisch-Topographisches Bureau [Editor]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 56): Beschreibung des Oberamts Rottweil: mit drei Tabellen, einer geognostisch kolorirten Karte des Oberamts, einem Farbendruckbild und sechs Lithographien — Stuttgart, 1875

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DrtsbLschrlilniiig.

bei der Feckenhcmsens gefunden. *) Das Gut, das gewöhnlich ver-
pachtet wurde, bestand nach der im I. 1781 gefertigten Lchensbe-
schreibung nur in dem Gast- und Badhause samt der Scheuer und
Stallung und der Brunnenstube, nebst 3 Wiesen, wozu später von
der Feckenhauser Bahn und Allmand noch einige Stücke kamen. Den
24. Aug. 1821 brannten das Gasthaus, Badhaus und sämtliche
Oekonomiegebäude ab.

Flötzltngrn^

Gemeinde III. Kl. mit 648 Einwohnern, worunter ö Katholiken. Ev.
Pfarrdors; die Katholiken sind nach Stetten eingepfarrt. 1?/j Stun-
den westlich von der Oberamtsstadt gelegen.

Flötzlingen liegt an der Eschach und hat theils in dem hicr
schon ziemlich stark eingefurchten, nicht breiten Thal, theils an den
rechten Thalgehängen desselben eine freundliche, wohlgeschützte, som-
merliche Lage; der größere Theil des Orts zieht sich lang gestreckt,
nur eine Straße bildend, leicht bergan bis zur Anhöhe westlich des
Dorfs, während eine minder bedeutende Häusergruppe durch die
Thalebene getrennt vom übrigen Ort auf der linken Seite der Eschach
seine Stelle gefunden hat. Die Gebäude, unter denen manches an-
sehnliche Bauernhaus, lagern sich mäßig von einander entfernt an
den gut unterhaltenen Ortsstraßen; sie sind hier seltener getüncht
als in den Nachbarorten, sondern mehr mit sichtbarem Balkenwerk,
theilweise auch mit Verschindelung aufgeführt. Wohnhaus und Schcune
stehen meist unter einem Dache, das nicht selten noch aus Schindeln
besteht. Die zwischen den Gebäuden frei gelassenen Räume sind
mit Obst- und Gemüsegärten, zu denen sich schönwüchsige Wald-
bäume (Linden, Eschen rc. rc.) gesellen, ausgefüllt und vermehren
die Freundlichkeit des ohnehin schönen langgedehnten Orts. Vicinal-
straßen über Zimmern nach Rottweil, über Fischbach nach Königs-
feld, nach Weiler und nach Stetten sichern dem Ort dcn Verkehr
mit Ler Umgegend.

Die hart am Abhang stehende Kirche bietet ein merkwürdiges
Beispiel einer sehr verspäteten Gothik, sie stammt nämlich, mit Aus-

*> Mit dem a. a. O. Gesagteu lassen sich die Angaben Ruck-
gabers <2a, 369) über früheren hohenbergisch-österreichischen Aktiv-
nnd lnpfenschen Passiv-Lehensbesitz allhier nicht wohl vereinigen.
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