Obser, Karl
Quellen zur Bau- und Kunstgeschichte des Ueberlinger Muensters: 1226 - 1620 — Karlsruhe, 1917

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Gbser — ÜZuellen zur Baugeschichte des Überlinger Nünsters.

as Acünster ;u Nikolaus iu der alten Reichsstadt Uberlingen ist,
abgesehen vou der Würdigung im Rahmen großer allgeinein kunst-
geschichtlicher s?ublikationen, iin sst. Zahrhundert wiederholt in kleineren
Monographien behandelt worden. Zunächst von Franz ch'aver Ullers-
berger in seinen „Beiträgen zur Geschichte der jDfarrei und des Münsters
in Rberlingen" sLindau s8?9), einer fleißigen, verdienstvollen, auch heute
nicht zu cntbehrenden chchrift, worin der Verfasser aus den handschriftlichen
Lhronikcit und dem Archive seiner Vaterstadt für seine Zwecke reichhaltigen
Stoff zusammengetragen und verwertet und durch eigene Ltudien am Bau-
werk vcrmehrt hat. Eine Grgänzung dazu bildet seine Arbeit über „Die
Lteinmetzzeichen des Uberlinger Alünsters" (Aberlingen s880), deren
Tafeln 2^8 solcher Aeichen wicdergeben, ohne daß es freilich gelungen
ist, auch nur eines derselben einem bestimmten Aleister mit Sicherheit
zuzuweisen. Angefähr zur gleichen Zeit veröffentlichte, unabhängig von
Ullersberger, Leo A l lgey er, ein Bruder des späteren Feuerbach-Biographen,
mehr vom chtandpunkte des Aunsthistorikers aus die Grgebuisse seiner
Forschungenals einen „BeitragzurBaugeschichteund ästhetischen Würdigung
dieses mittelalterlichen Denkmals" (Die Acünsterkirche zu Bt. Nikolaus in
Übcrlingen, UAesbaden s879). Tr läßt in der manche feine, treffende
Bemerkung enthaltenden Abhandlung die Frage, ob ursprünglich eins
dreischiffige Hallenkirche oder dreischiffige Basilika vorlag, offen und ver-
tritt die Ansicht, daß die Umwandlung in eine fünfschiffige Uirche nicht
vor der AUtte des s6. Zahrhunderts erfolgt sein könne. Schon ^sranz
stsaver Uraus, der bald darauf im ersten Bande der Uunstdenkmäler
des Großherzogtums Baden (B. ostO—6s8) in dem Abschnitte über Uber-
lingen sich eingehend mit dem Amnster und seinen künstlerischen Werten
beschästigte, hat die Ansicht mit Recht zurückgewiesen und mit Ullersberger
daran festgehalten, daß diese Uirchenerweiterung ins sö. Ihdt. zu verlegen
ist und um s-^29 damit begonnen wurde. Zm übrigen beruhen seine
baugeschichtlichen Ausführungen im wesentlichen auf Ullersberger; die
Alitteilung des Verdings des Hochaltars an Zörg Zirn nach einer heute
leider nicht mchr auffindbaren ^fuelle bildet den einzigen Beleg eigener
archivalischer Forschung. Zrrtümer und IVidersprüche begegnen auch in
diesem Teile des Bandes häufig und lassen die Forderung nach einer
Neubearbeitung als unabweisbar erkennen. Tinen wesentlichen Fortschritt
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