Österreichisches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 5.1902

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die Erwähnung der xüpwcjti; am Schlusse auch vorausgesetzt werden muss, aus-
drücklich in das nächste Jahr verwiesen mit Z. 13 ff. [era] oajraopyoö, öq ota ysvrjTat
ji£[Ta 'lTOTOXpajTTj. Dies stimmt gut zu der Reihenfolge der rhodischen Monate
’Ayptavtog als des 10. und Taravthog als des 11., die E. Fr. Bischoff, Jahrb. f. cl.
Phil. 1897 S. 732 angenommen hat, vorausgesetzt, dass man die Herakleen, wie
es Paton für Cos thut (Inscr. of Cos. 331), dem letztgenannten Monate zu-
schreiben darf. ä) Dann wäre bei n. 5 die Verschiebung auf das nächste Jahr be-
greiflich, da die '/.upcocnj wohl nicht im Laufe eines Monates zu erwirken war,
während bei n. 6 die Möglichkeit der Erledigung noch vor den Herakleen des-
selben Jahres offen bleiben konnte, wenn der Antrag zu Anfang des Jahres
dem xotvov vorlag. Indes sind diese Erwägungen so hypothetischer. Natur, dass
aus ihnen allein gegen die Auffassung von wjpcocn; = Beschluss (Swoboda, Griech.
Volksbeschl. 17 ff.) nichts Endgiltiges geschöpft werden kann.

’Ev Söpvj pTjvi ’Iouvccp 1901. AHMOS0ENH2 XABIAPAS.

Wien, September 1901. E. HULA.

Eine römische Straßenkarte.

Bei gewohnten und geordneten Verkehrsverhältnissen hat sich die Anlage
von Stationsverzeichnissen ganz von selbst verstanden. Sie sind früher als
Straßenkarten, als graphische Darstellungen der Straßennetze, entstanden. Die
Aufsichtsorgane und die Boten der königlichen Straßen des persischen Reiches,
die Angaroi, können eines solchen Verzeichnisses nicht entbehrt haben; dass sie
Routenkarten benützten, braucht nicht vorausgesetzt zu werden und ist nicht gar
zu wahrscheinlich. Die älteren griechischen Periplen verzeichnen die Stationen
der Meerfahrten und entbehren eines Kartenbildes, und wir dürfen wohl als sicher
annehmen, dass früher Versuche unternommen wurden, die ganze Oikumene als
irgend einen Theil der Oikumene im Kartenbild zu fassen, ganz sowie man
früher den ganzen Menschen und das ganze Thier als Theile des Körpers im
Bilde wiederzugeben gelernt hat. Bei der großen Unvollkommenheit der technischen
Hilfsmittel zur Reproduction und zur Vervielfältigung von Kartenbildern werden
auch später, als man bereits ungefähre Bilder der Erdoberfläche zu zeichnen ver-

2) Auch in Delphi werden die Herakleen im Mai . . . acta sunt paenultimo anni Delphici mense Hera-
gefeiert, vgl. Dittenberger, Syll. 2 n. 4 3 866 „Heraclea cleo (Maio).“
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