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Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes in Wien — 14.1911

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Schrader, Hans: Über Phidias
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https://doi.org/10.11588/diglit.45359#0049

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Über Phidias.
Tafel I, II.
O. Puchstein hat vor zwanzig Jahren unsere Vorstellung von der Kunst des
Phidias gründlich umgestaltet. Bis dahin galten allgemein die Parthenonskulpturen
als Phidias’ Werk, wenigstens in dem Sinne, daß auf ihn die Erfindung für dieses
gewaltige Ganze von Skulpturen, die 92 Metopen, das etwa 160 in lange Schmuck-
band des Frieses, die beiden Giebelkompositionen, zurückgeführt wurde, mochte
man auch zugeben, daß gar viele Hände von Schülern und Gesellen am Werke sein
mußten, um dies alles aus dem attischen Marmor herauszuarbeiten. Der Name des
Meisters schien für ewig verbunden mit dem Höchsten, was die antike Kunst
uns hinterlassen hat, mit Leistungen, neben die vielleicht nur Michelangelos
Werke gestellt werden können. Wer an Phidias dachte, dem schwebten der
„Theseus“ oder die „Tauschwestern“ aus dem Ostgiebel vor — „Plaudereien über
Diese Untersuchungen sind erwachsen aus einem am 17. Dezember 1910 zu Wien im Verein der
Freunde des humanistischen Gymnasiums gehaltenen Vortrage, der in kurzem Auszuge in den Mitteilungen
des Vereines Heft XII abgedruckt ist. Dieser Auszug wird hier, wesentlich umgestaltet und durch
umfangreiche Zusätze erweitert, wiederholt.

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