Olympia-Zeitung: offizielles Organ der 11. Olympischen Spiele 1936 in Berlin — 1936

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Das V. Welttreffen der Kegler erreichte am
Freitagnachmittag und abend einen seiner zahl-
reichen Höhepunkte. Im Kampf um die Welt-
meisterschaft (l-Bahn) hatte, wie wir bereits mel-
den konnten, der Frankfurter Goldammer
921 Punkte vorgelegt. Trotz aller Bemühungen
der Gäste aus dem Auslande kam keiner von
ihnen an diese hervorragende Leistung heran. So
wurde erstmalig ein Deutscher Weltmeister in
einer Konkurrenz, in der das Ausland einen Vor-
sprung von Jahrzehnten hatte. Zwar haben die
deutschen Sportkegter im Durchschnitt diesen Vor-
sprung noch nicht eingeholt (Amerikaner Und
Skandinavier sind nach wie vor Spezialisten),
aber in Goldammer haben wir einen Könner er-
halten, der in der Lage ist, viele seiner Kame-
raden mit fortzureißen. Die Amerikaner Day
(897 Punkte) und Baumann (887 Punkte) be-
legten die Plätze.

Den Max-Schmeling-Pokal, der ein-
einhalb Tage lang heiß umstritten war, gewann
die amerikanische Mannschaft Repp, Norris und
Crimmins mit 2483 Punkten vor der besten fin-
nischen Mannschaft, die über 100 Punkte zurück-
lag.

Einen weiteren amerikanischen Sieg gab es im
Zweiermannschaftskampf auf der l-Bahn durch
Baumann und Grygier mit 1648 Punkten vor
den Finnen Grönstrand und Kristofferson, die wie
die Amerikaner Reppenhagen und Norris 1634
Punkte erzielten.

Der mit Spannung erwartete Länderkampf
zwischen Deutschland und Schweden aus der in-
ternationalen Bahn wurde knapp aber sicher von
Deutschland mit 594jl zu 6922 Punkten ge-
wonnen. Bester Einzelksgler, war. hier der
Schwede Lillier mit 835 Punkten, bester
Deutscher der Münchener Kurzenberger mit 788
Punkten.

Deutschland erstritt sich im weiteren Ver-
laufe der Kämpfe des Freitag einen weiteren/
höchst wertvollen Sieg, in dem es den Länder-
kampf gegen Belgien auf, Schere (50
Kugeln in die Vollen und SO Kugeln Abnräumen)
mit 5521 zu 5364 Holz gewann. Bester Deutscher
war der Hagener Lücking mit 576 Holz, bester
Belgier Peeters mit 565 Holz.

Den Kämpfen wohnten am Freitag u. a. der
belgische Gesandte und der Führer der
Deutschen Spoctpresse, Dr. Bollmann, bei,
die sich außerordentlich lobend über die Organi-
sation und die Leistungen der über 5000 Teil-
nehmer äußerten.

Zur Zeit rollen in der Deutschlandhalle die
Wettbewerbe der Europameisterschaft für Fünfer-
mannschaften auf Schere und Asphalt, die Welt-
meisterschaft für Fünfermannschaften (I-Dahn) und
die Fraucn-Weltmeisterschaft (I-Bahn).

Der Sonnabend abend vereinigte sämtliche Teil-
nehmer bei der Feier des 50 jährigen Bestehens
des Deutschen Keglerbundes in den Räumen
des Zoo. L. Itp.

Elbe zn hören, ohne die. Dampfwinde, ohne die Ge-
räusche an Bord, die nun einmal dazu gehören.
Allerdings, es ist schon melodischer, morgens durch
ein Trompetensignal in Dur geweckt zu werden
als durch das atonale Klingeln des vertrauten
Weckers.

Die Eindrücke der letzten Tage ziehen noch ein-
mal an. unserem Auge vorüber. Die letzten Stun-
den an Bord, die kurzen Stunden in Hamburg,
und die drei Stunden Fahrt im Luxuswagen der
Reichsbahn, die einen komfortablen Zug einge-

am Abend an Land ginge. Aber es wird nicht
gegangen. Avery Brundage und seine Getreuen
haben das schon weise eingerichtet. Sie behalten
ihre Schäfchen diese Nacht noch an Bord. Es ist
nichts mit einem harmlosen Bummel über dis
Reeperbahn. Hamburg bei Nacht erleben sie
zwar, diese Männer und Frauen des amerikani-
schen Olympiateams, aber eben nur als unver-
geßliches Bild, von der Reeling aus.

Jack Torrance sitzt einmal nicht am Klavier, seine
Getreuen der Amateur-Jazzband stehen mit ihm


UM

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Nun haben sie die erste Nacht im Dorf ge-
schlafen, die Jungen aus den Staaten, und nach
Schisfsreise und Bahnfahrt weiß man immer das
Bett zu schätzen, das auf festem Boden steht, zu-
mal wenn es so idyllisch schön innerhalb von vier
geschmückten Wänden aufgestellt ist.

Ja, selbst wenn man nur drei Tage lang die
vorletzte und letzte Etappe dieser Fahrt mitgs-
macht hat, an Bord der Manhattan und im Son-
derzug Hamburg—Berlin freut man sich auf sein
Bett und schläft den Schlaf des Gerechten, ohne
das Rauschen des ach so stillen Meeres und der

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legt hatte. Daniel I. Ferris, dem Generalsekretär
des Amerikanischen Olympischen Komitees ver-
danken wir den Vorzug, mit der Olympiamann-
schaft zusammen im ersten Sonderzug nach der
Reichshauptstadt fahren zu dürfen. Wir erleben
mit ihnen die wundervolle Fahrt durch die
deutschen Lande, erleben, wie diese ersten Stunden
auf deutschem Boden auf unsere Gäste wirken.

Der letzte Abend, die letzte Nacht an Bord
hatten es in sich. Wir schrieben schon gestern,
daß die Tanzkapellen vor leeren Flächen spielten.
So gern diese Jungen und Mädel tanzten, an
diesem Abend hatten sie keine Zeit mehr dafür.
Sie haben schon alle Gala angelegt, als ob's noch

zusammen an Deck und schauen sich das Bild da
draußen an. Wo man hinsieht, nichts als die riesi-
gen Gestalten der Amerikaner, nichts als Stroh-
hüte und die weißen Hüte der Athletinnen, Arm
in Arm stehen sie da. Eine ganz eigenartige
Stimmung herrscht an Bord. Ist es die unge-
heure, große Erwartung vor dem Schönen, Er-
hebenden, die alle erfüllt?

Die Photographen haben, oder besser, geben
Ruh, AtuogramMe sind auch nicht mehr gefragt,
die Stewards räumen die Tische ab. Die letzte
Abendmahlzeit an Bord ist vorbei. An der Bar,
im Salon sitzen Nicht-Kämpfer, trinken Bier und
guten Whisky. Man kostet dieses Bier und wun-



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