Otte, Heinrich
Handbuch der kirchlichen Kunst-Archäologie des deutschen Mittelalters (Band 2) — Leipzig, 1884

Seite: 519
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Verzeichnis deutscher Baumeister.

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wird magistri operis, der nach Ausweis des Leichensteines (Abb. Kraus I,
Taf. III zu S. 376) am 18. März 1339 verstorben ist, aber allerdings auch
ein Sohn Erwins II. sein könnte) und CI er lach. Letzterer kommt bis 1371
vor; es ist jedoch fraglich, ob dieser nicht in zwei Personen, Gerlach den
Sohn Erwins 1330 bis ca. 1338 und Gerlach den Sohn des Johannes Winlin
1341 —1371 zu scheiden ist, da letztererauch unter dem Namen Johannes
dictus Gerlach erscheint. 1372 —1382 Konrad oder Kuntze (1351 als Par-
lier). 1383 —1885 Michael von Freiburg (s. d.,

Sohn des Johannes von Gmünd). 1394—1399
Klaus von Lore (Lahr?). 1399 —1419 Ulrich
von Ensingen (s. Eislingen, Ulm).1 (1405 Bal-
lier: Konrad von Frankenburg). 1419—1449
(f) Johann Hiiltz aus Köln, der den hohen Turm
1439 vollendet. 1450 Matthaeus von Ensin-
gen. 1452 tritt „Heinrich Zymberman unser fra-
ven werckman“ an der Stelle -des Baumeisters auf.

1453 — 1470 Jodocus Dotzinger aus Worms,
zugleich Erbauer des Chores von Alt St. Peter.

1472—J480 Konrad Vogt Balier, wird 1480
bis 1485 Meister. 1486 —1487 Hans Hammer
(1486 „von Verde“, 1487 Hans Meiger genannt; 1471 unterschreibt er als
Geselle: Hans von Meyger von Werte, war also von Meyger in Franken ge-
bürtig und in Wertheim thätig; vor 1486 war er in Basel, s. d.)

Baliere: 1490 Hans Erwin von Lore; 1493 —1495 Lorenz
von Vendenheim. 1495 —1509 (f) Jakob von Landshut.

1510—1519 (f) abermals Hans Hammer, der inzwischen
1497 in Zabern gewesen. 1520—1551 Bernhard Nonnen-
macher von Heidelberg. Seit 1848 und nach dem Bombarde-
ment von 1870 —1880 (f) Restauration und Ausbau der Ost-
seite und Vierungskuppel unter Gustav Klotz. — An St. Fig. 454. Meister-
Nikolai baut 1454 Diebold Mosung den neuen Turm. — Bei Hammer.

St. Thomas'wird eine lange Reihe von scholastici als mcigister
operis oder gubernator fabricae namhaft gemacht (Kraus I, 524 — 526), die
aber wahrscheinlich sämtlich nur Bauaufseher, nicht Baukünstler gewesen sind,
etwa mit Ausnahme des Burkard Ketten er civis Arg entinensis 1300 bis nach
1310, und Fritscho (vor 1351), dessen Sohn barbitonsor wurde. — Unter
den Stadtwerkmeistern ist 1473 Peter Bischof von Algesheim (s. Neuhausen)
sicher ein Steinmetz.

1 Obgleich 1565 eine Medaille auf sie geschlagen wurde, ist nicht das Mindeste
erwiesen von einer um diese Zeit angenommenen Thätigkeit der halbmythischen Junck-
herrn von Prag, welche sowohl Matlies Roritzer in der Dedikation seines 1486 ver-
fafsten Büchleins von der Fialen Gerechtigkeit, als auch Hans Schmuttermayer im gleich-
zeitigen Fialenbüchlein mit dunklen Ausdrücken erwähnt hat. Vergl. Seeberg, J., Die
Junker von Prag u. der Strafsburger Münsterbau 1871 (S. A. aus Naumann’s Archiv
1869). Dagegen Graf von Wälderdorff im Exkurs zu Neumann, Die drei Dombau-
meister Roritzer S. 163—189. Neuerdings aber wieder Ranck, J. W., Das Strafsburger
Münster u. seine Baumeister. 1883.

Fig. 453. Meisterzeichen des
Johannes Hültz.
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