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(vgl. zum Motiv etwa die Terrakotten Typenkatalog II S. 186,3. 187, 2). Nach der Richtung der
nach linkshin geschwungenen Falten unten am Überschlag war das rechte Bein vorgestellt.
Gute, in großem, schwungvollem Zuge ausgeführte Arbeit der Königszeit.
231. Bruchstück einer schwebenden weiblichen Figur.
Berlin, K. Museen. Marmor. Höhe 0,50 m.
Der Oberkörper der Figur und der rechte Unterschenkel sind abgebrochen und fehlen.
Der erhaltene untere Teil, aus zwei unterhalb der Knie auseinandergebrochenen Stücken zu-
sammengeietzt, ist sehr verrieben und beschädigt und unten an der Basis, mit deren vorderem
Rande auch die Spitze des linken Fußes und die Enden der herab-
hängenden Gewandfalten abgestoßen sind, gebrochen.
Die Figur war schwebend dargestellt, in langem Gewände, das
durch die rasche Bewegung eng an den Körper angepreßt ist und nach
hinten und zu den Seiten in gebauschten Falten zurückweht; von dem
Überschlag des Gewandes, der auf der Rückseite, wie die ganze Figur
da, nur roh angelegt ist, erscheint in der Vorderansicht ein Stückchen
des unteren Randes über der linken Hüfte. Der Oberkörper wird nach
links gedreht gewesen sein, die linke Hüfte ist stark herausgebogen und
das rechte Bein vorgesetzt. Vermutlich trat der abgesplitterte rechte
Unterschenkel, vielleicht von dem zurückssiegenden Gewände entblößt,
weit heraus; jedenfalls stand der rechte Fuß frei vor der als Stütze
und Halt dienenden Masse unterhalb des Gewandes ab, an der der
Fuß des zurückgesetzten linken Beines, nur in ziemlich ssachem Relief
ausgeführt, anliegt. Sehr ähnlich sind die Bilder schwebender Niken
in hellenistischen Tonfiguren, vgl. Typenkatalog II S. 186—188.
Die Figur, geschickt, aber ssüchtig ausgeführt, ist die von Bohn
mit gutem Grunde als Mittelakroter des sogenannten Dionysostempels
auf dem oberen Markte angesehene Nike. Schrammen fand sie nicht
wieder; er gibt im Bd. III, 1 S. 111 die Beschreibung Bohns. Bis auf
231 die Gleichheit des Marmors mit dem des Tempels, die wir dahinge-
stellt sein lassen, stimmt alles, der Erhaltungszustand, die ganze Dar-
stellung, Stellung und Tracht, die ungefähre Größe und ganz besonders die Spuren von drei
im Dreieck gestellten Dübellöchern am unteren Bruchrande der Figur, welche, wie Bohn be-
tonte, den drei Dübellöchern auf dem Giebelschlußstein des Tempels (Bd. III, 1 S. 110 Abb. a)
entsprechen.
232. Statuette einer Amazone.
Berlin, K. Museen. Weißer Marmor. Höhe 0,141m. Länge der Unterseite 0,123 m, Tiefe der Unter-
seite 0,093 m- Gefunden nordwestlich über dem Gymnasion tüv vecov.
Die Füße waren mit noch in ihren Löchern sitzenden Eisenstiften angesetzt, die übrigen
fehlenden Teile, der Kopf mit dem Hals und der linken Schulter, der rechte Arm vom Schulter-
ansatz und der linke Arm von der Mitte des Oberarmes an, sind abgebrochen. Die Rückseite
ist nur ssüchtig ausgeführt, an der unteren Hälfte nur ganz roh behauen; sie muß mit diesem
Teil wohl an etwas angerückt gewesen sein, entweder an eine hinter ihr besindliche Figur oder
eine Bodenerhebung. Eine Befestigung nach hinten war nicht nötig, da die ohne Plinthe ge-
lalsene Figur mit ihrer grade geschnittenen und gerauhten Unterssäche auf dem Boden verdübelt
war; in dem in der Mitte der Unterssäche angebrachten runden Dübelloche ist der Bleiverguß
(vgl. zum Motiv etwa die Terrakotten Typenkatalog II S. 186,3. 187, 2). Nach der Richtung der
nach linkshin geschwungenen Falten unten am Überschlag war das rechte Bein vorgestellt.
Gute, in großem, schwungvollem Zuge ausgeführte Arbeit der Königszeit.
231. Bruchstück einer schwebenden weiblichen Figur.
Berlin, K. Museen. Marmor. Höhe 0,50 m.
Der Oberkörper der Figur und der rechte Unterschenkel sind abgebrochen und fehlen.
Der erhaltene untere Teil, aus zwei unterhalb der Knie auseinandergebrochenen Stücken zu-
sammengeietzt, ist sehr verrieben und beschädigt und unten an der Basis, mit deren vorderem
Rande auch die Spitze des linken Fußes und die Enden der herab-
hängenden Gewandfalten abgestoßen sind, gebrochen.
Die Figur war schwebend dargestellt, in langem Gewände, das
durch die rasche Bewegung eng an den Körper angepreßt ist und nach
hinten und zu den Seiten in gebauschten Falten zurückweht; von dem
Überschlag des Gewandes, der auf der Rückseite, wie die ganze Figur
da, nur roh angelegt ist, erscheint in der Vorderansicht ein Stückchen
des unteren Randes über der linken Hüfte. Der Oberkörper wird nach
links gedreht gewesen sein, die linke Hüfte ist stark herausgebogen und
das rechte Bein vorgesetzt. Vermutlich trat der abgesplitterte rechte
Unterschenkel, vielleicht von dem zurückssiegenden Gewände entblößt,
weit heraus; jedenfalls stand der rechte Fuß frei vor der als Stütze
und Halt dienenden Masse unterhalb des Gewandes ab, an der der
Fuß des zurückgesetzten linken Beines, nur in ziemlich ssachem Relief
ausgeführt, anliegt. Sehr ähnlich sind die Bilder schwebender Niken
in hellenistischen Tonfiguren, vgl. Typenkatalog II S. 186—188.
Die Figur, geschickt, aber ssüchtig ausgeführt, ist die von Bohn
mit gutem Grunde als Mittelakroter des sogenannten Dionysostempels
auf dem oberen Markte angesehene Nike. Schrammen fand sie nicht
wieder; er gibt im Bd. III, 1 S. 111 die Beschreibung Bohns. Bis auf
231 die Gleichheit des Marmors mit dem des Tempels, die wir dahinge-
stellt sein lassen, stimmt alles, der Erhaltungszustand, die ganze Dar-
stellung, Stellung und Tracht, die ungefähre Größe und ganz besonders die Spuren von drei
im Dreieck gestellten Dübellöchern am unteren Bruchrande der Figur, welche, wie Bohn be-
tonte, den drei Dübellöchern auf dem Giebelschlußstein des Tempels (Bd. III, 1 S. 110 Abb. a)
entsprechen.
232. Statuette einer Amazone.
Berlin, K. Museen. Weißer Marmor. Höhe 0,141m. Länge der Unterseite 0,123 m, Tiefe der Unter-
seite 0,093 m- Gefunden nordwestlich über dem Gymnasion tüv vecov.
Die Füße waren mit noch in ihren Löchern sitzenden Eisenstiften angesetzt, die übrigen
fehlenden Teile, der Kopf mit dem Hals und der linken Schulter, der rechte Arm vom Schulter-
ansatz und der linke Arm von der Mitte des Oberarmes an, sind abgebrochen. Die Rückseite
ist nur ssüchtig ausgeführt, an der unteren Hälfte nur ganz roh behauen; sie muß mit diesem
Teil wohl an etwas angerückt gewesen sein, entweder an eine hinter ihr besindliche Figur oder
eine Bodenerhebung. Eine Befestigung nach hinten war nicht nötig, da die ohne Plinthe ge-
lalsene Figur mit ihrer grade geschnittenen und gerauhten Unterssäche auf dem Boden verdübelt
war; in dem in der Mitte der Unterssäche angebrachten runden Dübelloche ist der Bleiverguß