Winnefeld, Hermann
Altertümer von Pergamon (Band III,2, Text): Die Friese des groszen Altars — Berlin, 1910

Page: 210
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mit Hilse von Kanälen vergossen wurden. Da es nicht gelungen ill, Reste dieses Untergliedes
nachzureisen, bleibt man hiersür auf die aus dem Zultand der Relicsplatten zu ziehenden
Schlösse angcwiesen. Entsprechend den geringeren Abmessungen der Platten des kleinem Frieses
hat man (ich bei ihnen mit den zwei quadratischen Dübeln begnügt und aus die rechteckigen
verzichtet, die bei der Gigantomachie noch hinzukamen und über die Stoßsugen der Fries-
blöckc übergrissen. Die Dübel waren ungesähr in der Mittellinie der rohen Platten angebracht
und sind, da der Reliesgrund ungesähr ebenl'oweit zurückliegt, bei der Ausarbeitung des Bild-
werks oder i'pätcr, als die schwachen vollbringenden Teile abbrachen, größtenteils ossengelegt
worden. Die Beispiele jetzt sichtbarer Dübellöcher lind aus den Taseln so zahlreich, daß einzelne
nicht angesührt zu werden brauchen; dazu

SS

kommt noch eine beträchtliche Zahl, die
unter an der m Gesichtswinkel als dem sür
die photographischen Aufnahmen gewählten
sichtbar sind.
Die Verbindung der Nachbarplatten
untereinander war hergeltellt durch I I Klam-
mern, die in die obere Lagerssäche einge-
Abb. 119 lasien waren (Abb. 119, Obere Lagerssäche
von n. 10). Die volle Länge einer solchen
Klammer ilt nirgends mehr meßbar, da nirgends die oberen Lagerslächen zweier aneinander-
slößenden Platten erhalten sind. Die einzeln meßbaren Schenkel messen zwischen 0,06 und
0,14 m, die Klammern werden allb durchschnittlich 0,20 m lang gewesen sein, etwa halb lb lang
wie bei der Gigantomachie, entsprechend grissen die Haken auch nur 0,03—0,045 m öes in den
Block ein.
Mit dem Deckgesims über dem Fries waren die Platten durch quadratische Dübel ver-
bunden, die nur etwa 0,03 m ties in die Platten eingrissen {Abb. 119). Da Gußkanäle in den
Platten nicht vorhanden sind, waren diele Dübel gleich denen der Standsläche in der Platte
verbleit und der vorgehende Teil wurde naclFAufbringen des Deckgliedes — vermutlich von
obenher — in diesem vergossen. Die Stellung der Dübel in den Lagerssächen der Platten ilt
ganz unregelmäßig; zuweilen slehen lie ungesähr in der Mitte und so dicht an der Rückwand
des Wolslochs, daß die dünne dazwischen stehengelassene Marmorschicht, wenn das Wolsloch
nicht mit einem Flickltück ausgesüllt war, wohl sosort beim Einbleien des Dübels ausbrechen
mußte, jedensalls nicht den geringsten Widerstand gegen seitlichen Schub Lebten konnte, wie
z.B. bei n. 23. 35. 43. In der Regel scheint jede Platte nur ein solches Dübelloch gehabt zu
haben; zwei lind nur noch bei n, 23 nachweisbar, das eine ungesähr in der Mitte dicht hinter
dem Wolsloch, das andere etwa aus halbe Entsernung zwischen diesem und der rechten Stoß-
tläche; schwerlich werden hier zwei Dübel anzunehmen sein in so geringer Entsernung: wahr-
scheinlich war das eine Loch versehentlich an salscher Stelle eingehauen und blieb unbenutzt, wie
auch bei n. 21 neben den Löchern sür die 0,07 und o,oq m langen Klammcrlchenkel zur seit-
lichen Verbindung angesangene Löcher sür Klammern vorhanden sind, die um 0,04^ bzw. 0,03 m
längere Schenkel hätten haben mussen.
Zur Beseiligung der Platten nach rückwärts an der Hintermauerung dienten Klammer-
löcher, die genau denen an der Rückleite der Gigantomachicblöcke entsprechen (S. 114)' a^el"
während dort in der Regel je zwei vorhanden sind, haben die Platten des kleinen Frieses ent-
sprechend ihrer geringeren Höhe nur je eines, ungefähr 0,90 m über der Unterkante, gewöhnlich
ungesähr in der Mittellinie, gelegentlich ohne ersichtUchen Grund seitwärts verschoben, so bei
n. 16, wo das Loch bis aus 0,21 m an den linken Plattenrand herangerückt ill; die oben S. '' I
sür ähnliche Verschiebungen bei den Gigantomadiieblücken abgewiesenen Erklärungsmöglieh-
keiten sind hier von vornherein ausge sehl ossen. Umgekehrt erhöht dev Fmltand, daß die ein-
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