Verein Historisches Museum der Pfalz [Hrsg.]; Historischer Verein der Pfalz [Hrsg.]
Pfälzisches Museum: Monatsschrift d. Historischen Vereins der Pfalz und des Vereins Historisches Museum der Pfalz — 22.1905

Seite: 104
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/pfaelzisches_museum1905/0123
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
104

Wissenschaft studierte und beim Tode Ruperts 2. Direktor und von 1856 — 1884
1. Direktor der Pfälzischen Eisenbahnen war, dessen wir bei seiner hervorragenden
Bedeutung in einer der nächsten Nummern gedenken wollen.

Edenkoben, im Mai 1905.

Dr. Zchmitt.

Kaiserslautern, seine Ges^iclitssciireiver und
Gesch iciits quellen?)

Bon D. Häberle, kaiserl. Rechnungsrat, Heidelberg.

Bei dem derzeitig regen Interesse für die Geschichte der alten Reichsstadt
Kaiserslautern, zu dessen Erweckung innerhalb ihres Weichbilds die Aufsätze von
Herrn I. Küchler nicht wenig beigetragen haben mögen, ist es vielleicht angebracht
zur Orientierung von Interessenten eine Zusammenstellung derjenigen Werke zu
geben, welche sich speziell mit der Stadtgeschichte beschäftigt haben, sowie der Quellen,
aus denen die Verfasser schöpften.

1) Als älteste Stadtgeschichte kann wohl die geschriebene Lautrer Chronik,
welche einen Teil der ^.nticsuitutss inaperii all lllllenum bildet, angesehen werden.
Dieselbe ist jedoch fast wertlos, da sie ohne Rücksicht auf die geschichtlichen Er-
eignisse den Lesern kritiklos alle möglichen Fabeln auftischt.

Das Gleiche gilt für die bis 1471 reichende zweite Stadtchronik, die teilweise
eine erweiterte Abschrift der ersteren bildet. Beide werden in der Handschriften-
Sammlung der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek zu München unter Nr. 1681 bezw.
1812 anfbewahrt und sind vom Anfang (vom Jahr 291) bis zum Jahr 1633
gleichlautend?) Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Archivsekretär Oberseider
in München sind von diesem Zeitpunkt ab Verschiedenheiten bemerkbar:

Der Eintrag zum Jahr 1408 fehlt in Nr. 1812

//

" // "

1444

//




1681


(2 Begebenheiten) „

1452


//



1681

//


1453

//

,/

//

1681

,/

//

1455

//

//

,/

1681



(2 Begebenheiten)

1456

,/





1681

//

//

1460

//

//



1812


//

1468

,,




1681



1470




1681

//

(2 Begebenheiten) „

1471

//



1681

Mit letzterem Jahr und dem Regierungsantritt von Pfalzgraf Karl Philipp
schließt No. 1812. Diese Chronik enthält also etliche Einträge mehr als jene in dem
Anhang zu den ^.nti<xuitat68 (Nr. 1681). Doch geht letztere dafür weiter und
bringt noch Nachrichten für die Zeit von 1486—1714. Die ^utiquilutss iurporü
all Illllenum sind auch in die famose Chronik des Jacob Beyerlein übergegangen.
Ein vollständiges Exemplar der letzteren besitzt Herr Gutsbesitzer G. A. Mosbacher
in Forst, nach welcher das Exemplar der Hof- und Staatsbibliothek dir. 2845
entstanden ist.

2) Auch die Werke geistlicher Schriftsteller aus dem Mittelalter kommen für
die Stadtgeschichte vielfach in Betracht, so ?. Georg Leo : die Annalen des Frnn-

) Mit Genehmigung des Verlags der Pfälzischen Presse in etwas erweiterter Form ans
Nr. 71 der Feierstunde vom 2. September 1904 entnommen.

5 Vergleiche auch den Aufsatz von Herrn Ludwig Eid im Museum für September und Oktober
1904 Seite 146 und 157 über die Handschriften dieser Bibliothek.
loading ...