Verein Historisches Museum der Pfalz [Editor]; Historischer Verein der Pfalz [Editor]
Pfälzisches Museum: Monatsschrift d. Historischen Vereins der Pfalz und des Vereins Historisches Museum der Pfalz — 22.1905

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Uusrum.

Monatsschrift

für heimatliche Literatur und Kunst, Geschichte und Volkskunde.

Kervrrsgegeben von H'rof. Ziv. ZoH. Kilöenbrcrnö irn Ansircrg öes
Litevcrvifchen Weveins der H'fcrtz.

IrrgteicH WoncrtsbLcrLt des KistoriscHen Wereins der
und des WfäkzlfcHen Knnstvereins.

XXII. Jahrgang. Nr 9. Kaiserslautern. September 190».

Anwalt: Noch einmal „Der Jäger aus Kurpfalz". Von Forstrat Johann Keiper, Speyer. —
Beiträge zur Geschichte und Vorgeschichte der Pfalz. II. Von Fr. Sprater, München. —
Das Landgericht ans dem Stampe. Von D. Häberle, Kaiser!. Rechnungsrat, Heidelberg.
(Mit einer Kartenskizze. — Zwei Sprachperluste. Von I. Schneider, Neckarsteinach. —
Michael Lichti. Von Or. Schmitt, Edenkoben. >Mit Porträt.) — Ständige Ausstellung
des Pfälzischen Kunstvcreins im Heydeureichhaus zu Speyer. September-Ausstellung
Von Friedrich Ulm. — Anbahnung einer genauen geographischen Statistik der Haus-
typen. Von Prof. Dr. Brenner, Würzburg. — Historischer Verein der Pfalz. —
Kunstverein der Pfalz. — Generalversammlung des Historischen Vereins der Pfalz, 1905.

UocK einmal „Dev Icrgev aus Kurpfalz".

Unmittelbar nach Fertigstellung der Märznummer des „Pfälzischen Museums"
ging mir durch Vermittlung der Schriftleitung seitens des Herrn Oberamtsrichters
Weber zu Speyer die beiderseits bestens bedankte freundliche Mitteilung zu über
eine Äußerung Felix Mendels'vhns Bartholdy zu unserem „Jäger aus Kurpfalz"
in seinen Briefen aus den Jahren 1833 bis 1847, 6. Auflage, Leipzig, Hermann
Mendelssohn, 1875.

In einem ans Bad Soden im Taunus unterm 15. August 1844 an Fanny
Hensel in Berlin gerichteten launigen Briese Seite 428—433 schildert Mendels-
sohn Bartholdy u. a. seine Erlebnisse ans seiner kurz zuvor durch die Pfalz von
Zweibrücken aus gemachten Rückreise.

In Zweibrücken hatte er Ende Juli 1844 in der Reitbahn des Landgestütes
seinen „Paulus" dirigiert und dadurch dieses Mnsiksest für alle Mitwirkende und
Besucher, die ans der ganzen Pfalz herbeigeeilt waren, zu einem besonders glanz-
und weihevollen gestaltet. Für alle Teilnehmer*) gehörten die Erinnerungen an
das Zweibrückener Musiksest und die bezaubernde Persönlichkeit des Festdirigenten
zu den schönsten ihres Lebens. Auch Mendelssohn, der noch am 25. Juli an
seine Schwester Fanny geschrieben hatte: „Ferner muß ich morgen leider nach
Zweibrücken, und ist es mir gar nicht danach zu Mut", nahm gute Eindrücke mit
sich fort, wie ans Nachstehendem zu ersehen ist.

Bei seiner Rückreise fuhr er mit dem Wagen seines Zweibrückener Haus-
herrn (Bankier Frölich) nach Pirmasens, von da auf Einladung des dortigen „Land-
rntes", wie er den damaligen Lnndkommissär-Bezirksamtmann (Franz Xaver Dercnm)
nach preußischer Art nennt, mit einem Abstecher auf ein schönes altes Vogesen-

*> Der spätere Altmeister des Gesangs und der Musik Professor I. Heinrich Lützel 1823
bis 1899 befand sich als junger nmsikbeflissener Lehrer zu Westheim i. Pf. auch dabei, naturgemäß
damals noch nicht in besondere Erscheinung tretend. — (Freundliche Mitteilung des Herrn Kreis-
schulinspektors Wittmaun zu Speyer, dem ich auch die vorstehende Angabe über das Musikfest
sowie die Namen der beteiligten Persönlichkeiten verdanke.
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