Verein Historisches Museum der Pfalz [Editor]; Historischer Verein der Pfalz [Editor]
Pfälzisches Museum: Monatsschrift d. Historischen Vereins der Pfalz und des Vereins Historisches Museum der Pfalz — 22.1905

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Monatsschrift

für heimatliche Literatur und Kunst, Geschichte und Volkskunde.

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Literarifryeu Werein55 öer H'fcrkz.

JugLeicH WouatsStatt öes KiftorifcHerr Wcreius der WsuLz
unö öes 'Afätzifchcr! Kunftrereirrs.

xxn Iahrg. Nr. 10 u. 11. KarfersLarrtern. Oktober u. November 1905.

Anhalt: Das Trippftadter Schloß und die Freiherren von Hacke. Mit einer Abbildung. Von
Forstrat Johann Keiper, Speyer. — Albert von Jäger. Mit Porträt. Von
Or. I. Schmitt, Edenkoben. — Das Landgericht auf dem Stampe. Von D. Häberle,
Heidelberg. -- Beiträge zur Geschichte und Vorgeschichte der Pfalz. !II. Aus-
grabungen bei Lachen. Von Fr. Sprater, München. — Ständige Ausstellung des
Pfälzischen Kunstvereins im Heydenreichhaus zu Speyer. Oktober- und November-
Ausstellung. Von Friedrich Ulm. — 46. Plenarversammlung der Historischen Kom-
mission bei der K. Bayer. Akademie der Wissenschaften. — Gesamtverein der deutschen
Geschichts- und Altertumsvereine. Hauptversammlung zu Bamberg 1905. — Lite-
rarischer Verein der Pfalz. - Generalversammlung des Historischen Vereins der
Pfalz. Generalversammlung des Pfälzischen Kunstvereins. Historischer Verein
der Pfalz. — Pfälzischer Kunstverein. — August Becker-Denkmal in Klingenmünster.

Aas Trippftadter Schloß und die Freiherren von Hacke.

Mit einer Abbildung.

Dein im Januarhefte 1904 der Mannheimer Geschichtsblätter von F. M.
Feldhaus veröffentlichten interessanten Artikel „Johann Jakob Hemmer/ der Erbauer
der ersten Mannheimer Blitzableiter" entnahm ich u. a. die mir persönlich wertvolle
Mitteilung, daß der aus dem rheinpsälzischen Orte Horbach, jetzt Niederhorbach
bei Bergzabern, stammende/ als kurfürstlicher geistlicher geheimer Rat und Vorstand
des physikalischen Kabinets, Sekretär der mit der Pfälzer Akademie verbunden
gewesenen Meteorologischen Gesellschaft usw./ zu Mannheim am 3. Mai 1790 im
57. Lebensjahre verstorbene namhafte Meteorologe und Physiker Hemmer den ersten
Blitzableiter seiner Zeit in Kurpfalz und Bayern am 15. April 1776 auf das
Schloß des kurpfülzischen Oberstjägermeisters Freiherrn von Hacke zu Trippstadt
setzen ließ. In einer Fußnote hiezu ist erläuternd bemerkt: Trippstadt bei Kaisers-
lautern/ das Schloß steht noch und dient jetzt als Försterei.

Als früherer Forstmeister von Trippstadt (1896/98) möchte ich einiges über
das oben abgebildete Schloß und seine Geschichte hier niederlegen.

Das Trippftadter Schloß gehört zu den wenigen gnterhaltenen pfälzischen
Prosanbauten und wichtigeren Baudenkmälern aus der Zeit der politischen Klein-
staaterei Deutschlands vor Ausbruch der großen französischen Revolution.

Ist es doch erst im Jahre 1766 erbaut von dem damaligen kurpfülzischen
Obristjägerrneister Franz Karl Josef Freiherr von Hacke und seiner Gemahlin
Amöua Maria Karolirw/ geborenen Freiin von Sturmseder.

Das 48 rn lange und 19 in tiefe zweistöckige Schloßgebäude ist im Barockstil
mit vollständiger Hausteinfassade aufgesührt/ der Sockel ist mit gehauenen Sand-
fteiuquadern hergestellt und mit Bruchsteinen hintermauert. Die Fenster- und
Türeinfaffuugeu sowie die Gurtgesimse bestehen aus profilierten Hausteinen von
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