Verein Historisches Museum der Pfalz [Editor]; Historischer Verein der Pfalz [Editor]
Pfälzisches Museum: Monatsschrift d. Historischen Vereins der Pfalz und des Vereins Historisches Museum der Pfalz — 22.1905

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Monatsschrift

für heimatliche Literatur und Kunst, Geschichte und Volkskunde.

Ker-ciusgegeberr von 'Urof. Ar. JoH. KiLöenbrcrnö irn Auftrag öes
Literarifcven Wererns öer ^fcrkz.

^ugteicH WonatsbLatt öes Kiftorifctzerl Wereirls der WfaLz
uuö öes H^faLzifcherl Kunftvereirrs.

xxn Iahrg. Nr. 12. KaifersLauterrr.

Dezember 1903.

JubaLt: DaS Landgräflichc Schloß zu Pirmasens. Mit einem Plane. Von Or. Theodor Weiß/
Pirmasens. — Kari Könip. Diit 2 Porträten. Von Angnst Nusch/ Speyer. — Numis-
matische Skizzen. I. n. II. Mit Abbildlmgen. Von E.' Heuser, Speyer. — Dezember-
Ausstellung des Pfalz. Kunstvereins in Speyer. — 46. Plenarversammlung der Histor.
Kommission bei der K. B. Akademie der Wissenschaften. Von Heigel (Schluß.) — Ver-
schiedenes. Bücherschan. — Histor. Verein der Pfalz.

Das Jandgväfliche Schloß zu Mivmasens.

Von Or. Theodor Weiß.

Mit einem Plane.

Unter den Gebäuden/ welche in der höfischen Glanzzeit der Stadt Pirmasens
erwähnt werden und deren Reste sehr zusammengeschmolzen sind/ interessiert natur-
gemäß am meisten das Schlößchen, das Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt während
seines tätigen Aufenthaltes in der Stadt bewohnte. Es war zu Iagdzwecken schon
1712 erbaut worden, als noch die Grafen von Hanan-Lichtenberg über Pirmasens
herrschten, und der Landgraf hatte für seine einfachen Bedürfnisse kaum viel ändern
lassen. Wie ich anderweitig („Pirmasens in der Franzosenzeit Z Pirmasens, bei
W. Reumann, 1905) nachgewiesen habe, wurde das Schlößchen wie die übrigen
Besitztümer des Landgrafen von den Franzosen bei ihrer Besitzergreifung zum
Nationalgut erklärt und am 21. Mai 1605 an den Meistbietenden versteigert,' es
wurde um 1825 kr. von Louis Keller aus Landau erworben. Es ist nun vielleicht
von Interesse, eine genaue Beschreibung des Bauwerks zu Hörem die ein Architekt
Uisri'6 Ulsnrion aus Mainz, der eigens zu dessen Besichtigung nach Pirmasens kam, im
Aufträge der französischen Regierung zu Versteiaerungszwecken anfertigte (datiert
4. Osrrrüual Xlll., d. h. 25. März 1805). Das Gebäude war damals längst nicht
mehr bewohnbar, wiederholte Plünderungen und Demolierungen in den Stürmen
des Krieges hatten es fast gänzlich zur Ruine gemacht, sodaß es für den Abbruch
reif war. Immerhin gibt die Beschreibung ein Bild des Ganzen, das für die
Geschichte der Stadt von Interesse ist. Leider hat sich in der Schrift „Pirmasens
in der Franzosenzeit" hinsichtlich der Lage des Bauwerks ein Fehler eingeschlichen,
der durch eine Zweideutigkeit des Berichtes veranlaßt wurde. Es heißt dorr
nämlich: „D eutree prmeipale ä est irnmeukls eonlormsmeut au plan ei-soiut ew
clu eole de la plaes Interieurs clu ellateau et cle la gründe rue, diie Schloßgasse,
ä laesuelle ll lall t'aee". Bei genauerem Eindringen ergibt sich nun aus der ganzen
folgenden Beschreibung des Schlosses sowie aus den örtlichen Verhältnissen, daß
unter der hier „Schloßgnsse" genannten Straße nicht, wie ich meinte, die heutige
Schlvßstraße, sondern nur die heutige Hauptstraße gemeint sein kann. Ob die
Straße damals wirklich Schloßgnsse hieß, oder ob ein Versehen des stndtfremden
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