die, unter die damals bezeugten 64 Dörfer aufgeteilt, eine durchschnittliche Größe der
„marca" von 5 bis 7 Quadratkilometern ergibt.
Es ist nun auffällig, daß von den im Lorscher Codex genannten Ortschaften des Lobden-
gaus ein gutes Drittel wüst geworden ist, und zwar während der Entstehungszeit der Lor-
scher Urkunden, wenn man die Tatsache, daß in den im 9., 10., 11. und 12. Jahrhundert
entstandenen Hubenlisten des Lorscher Codex von den 25 heute noch bestehenden Ort-
schaften wieder 19 ein- oder mehrmals genannt werden und von den 23 Wüstungen nur 6,
so interpretieren darf. Von diesen noch genannten 6 späteren Wüstungen ist das Ende von
Dornheim durch die Neckarlaufverlagerung um 1275 und das von Bergheim durch die
1392 angeordnete Umsiedlung seiner Bewohner nach Heidelberg bekannt, so daß die Zahl
der späteren Wüstungen in unserem Sinne auf 4 reduziert wird.
Die Wüstungen des Lobdengaus, die in den jüngeren Hubenlisten des Lorscher Codex
genannt werden:
Nr. 3651 - 9. Jh.: Dornheim, Zeilsheim, Kloppenheim, Botzheim
Nr. 3667/68/69/70 - 11. u. 12. Jh.: Bergheim, Hillenbach.
Es haben nun weder kriegerische Ereignisse noch Naturkatastrophen, aber auch keine
schleichende Umweltverschlechterung dieses Wüstwerden so vieler Ortschaften verur-
sacht; wir haben vielmehr eine durch mehrere Jahrhunderte verlaufende Siedlungskonzen-
tration anzunehmen, die die kleinräumigen und zahlreichen Marken der frühen merowin-
gischen Gründungszeit durch Zusammensiedlung der Bewohner und Zusammenlegung der
Ackermarken auf wenige größere Gemarkungen verringerte. Dieser Prozeß ist meistens im
zwölften Jahrhundert abgeschlossen.
Aus den Schenkungsurkunden des Lorscher Codex läßt sich dieser Vorgang an mehreren
Erscheinungen unschwer erschließen. Einmal verschwinden die Doppelorte Ober- und
UnterSchwetzingen, Ober- und Unterwallstadt und Dossenheim-Bernhardshusen in jeweils
einer Gemarkung. Auch Edingen-Neckarhausen ist hier einzuordnen. Neckarhausen ent-
stand erst später wieder von Ladenburg aus unter wormsischem Einfluß neu. [Vergleiche
Paul Fütterer, Neckarhausen, S. 38 ff.]. In den Sachsenorten der Bergstraße haben wir das
Beispiel einer nicht vollendeten Zusammensiedlung; folgerichtig zeigen dort auch die
Gemarkungen die entsprechende geringe Größe: Großsachsen 6,09 Quadratkilometer,
Hohensachsen 4,35 Quadratkilometer und Lützelsachsen 5,77 qkm. Die sogenannte
Fünfthalb-Dörfer-Mark der 3 Sachsenorte, Leutershausens (6,9 qkm) und der Wüstung
Hege, die erst im 18. Jahrhundert unter die 4 Dörfer aufgeteilt wurde, zeigt, daß die
Zusammensiedlung hier stecken geblieben ist. [Vergleiche AKb HD-MA, 3, S. 174].
Zum zweiten weisen gerade die überdurchschnittlich großen Gemarkungen auf ihrem
Gebiet Wüstungen auf: so Ladenburg (19 qkm) die Wüstungen Botzheim und Zeilsheim,
Schwetzingen (21 qkm) die Wüstungen Westheim und Maurelheim, Handschuhsheim (15
qkm) die Wüstungen Hillenbach und Roolfshusen oder Neckarau (17 qkm) die Wüstung
Hermsheim. Ebenso ist auch in der sehr großen Seckenheimer Gemarkung (im Jahre 1910
rund 25 qkm) der Ort Kloppenheim aufgegangen.
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„marca" von 5 bis 7 Quadratkilometern ergibt.
Es ist nun auffällig, daß von den im Lorscher Codex genannten Ortschaften des Lobden-
gaus ein gutes Drittel wüst geworden ist, und zwar während der Entstehungszeit der Lor-
scher Urkunden, wenn man die Tatsache, daß in den im 9., 10., 11. und 12. Jahrhundert
entstandenen Hubenlisten des Lorscher Codex von den 25 heute noch bestehenden Ort-
schaften wieder 19 ein- oder mehrmals genannt werden und von den 23 Wüstungen nur 6,
so interpretieren darf. Von diesen noch genannten 6 späteren Wüstungen ist das Ende von
Dornheim durch die Neckarlaufverlagerung um 1275 und das von Bergheim durch die
1392 angeordnete Umsiedlung seiner Bewohner nach Heidelberg bekannt, so daß die Zahl
der späteren Wüstungen in unserem Sinne auf 4 reduziert wird.
Die Wüstungen des Lobdengaus, die in den jüngeren Hubenlisten des Lorscher Codex
genannt werden:
Nr. 3651 - 9. Jh.: Dornheim, Zeilsheim, Kloppenheim, Botzheim
Nr. 3667/68/69/70 - 11. u. 12. Jh.: Bergheim, Hillenbach.
Es haben nun weder kriegerische Ereignisse noch Naturkatastrophen, aber auch keine
schleichende Umweltverschlechterung dieses Wüstwerden so vieler Ortschaften verur-
sacht; wir haben vielmehr eine durch mehrere Jahrhunderte verlaufende Siedlungskonzen-
tration anzunehmen, die die kleinräumigen und zahlreichen Marken der frühen merowin-
gischen Gründungszeit durch Zusammensiedlung der Bewohner und Zusammenlegung der
Ackermarken auf wenige größere Gemarkungen verringerte. Dieser Prozeß ist meistens im
zwölften Jahrhundert abgeschlossen.
Aus den Schenkungsurkunden des Lorscher Codex läßt sich dieser Vorgang an mehreren
Erscheinungen unschwer erschließen. Einmal verschwinden die Doppelorte Ober- und
UnterSchwetzingen, Ober- und Unterwallstadt und Dossenheim-Bernhardshusen in jeweils
einer Gemarkung. Auch Edingen-Neckarhausen ist hier einzuordnen. Neckarhausen ent-
stand erst später wieder von Ladenburg aus unter wormsischem Einfluß neu. [Vergleiche
Paul Fütterer, Neckarhausen, S. 38 ff.]. In den Sachsenorten der Bergstraße haben wir das
Beispiel einer nicht vollendeten Zusammensiedlung; folgerichtig zeigen dort auch die
Gemarkungen die entsprechende geringe Größe: Großsachsen 6,09 Quadratkilometer,
Hohensachsen 4,35 Quadratkilometer und Lützelsachsen 5,77 qkm. Die sogenannte
Fünfthalb-Dörfer-Mark der 3 Sachsenorte, Leutershausens (6,9 qkm) und der Wüstung
Hege, die erst im 18. Jahrhundert unter die 4 Dörfer aufgeteilt wurde, zeigt, daß die
Zusammensiedlung hier stecken geblieben ist. [Vergleiche AKb HD-MA, 3, S. 174].
Zum zweiten weisen gerade die überdurchschnittlich großen Gemarkungen auf ihrem
Gebiet Wüstungen auf: so Ladenburg (19 qkm) die Wüstungen Botzheim und Zeilsheim,
Schwetzingen (21 qkm) die Wüstungen Westheim und Maurelheim, Handschuhsheim (15
qkm) die Wüstungen Hillenbach und Roolfshusen oder Neckarau (17 qkm) die Wüstung
Hermsheim. Ebenso ist auch in der sehr großen Seckenheimer Gemarkung (im Jahre 1910
rund 25 qkm) der Ort Kloppenheim aufgegangen.
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