tete den Erzbischof, auf die Seite der Pfalz überzutreten. Mit diesem Friedensschluß war
die Koalition fürs erste auseinandergejagt, und Kurfürst Friedrich stand als der glänzende
Sieger da. Sein Ruhm begann sich in ganz Deutschland zu verbreiten, seine Freunde nann-
ten ihn den „Siegreichen" und seine Feinde „den bösen Fritz".
2.2.3. DER KRIEG VON 1461/62
Fürs erste hatte sich Kurfürst Friedrich am Rhein Raum geschaffen. Während er sich im
Frühsommer in der Oberpfalz aufhielt und dort seinem Bundesgenossen Ludwig von Bay-
ern-Landshut erfolgreich beistand, geriet der in Pfeddersheim noch einmal glimpflich
davongekommene Erzbischof von Mainz in eine viel größere Gefahr. Papst Pius II. hatte
Diether von Isenburg als Erzbischof von Mainz abgesetzt und zugleich in Adolf von Nas-
sau einen Nachfolger ernannt. Friedrich sah in der Notlage Diethers sofort die Möglich-
keit, für die Pfalz einen noch größeren Gewinn zu machen. Er versprach ihm seine Unter-
stützung. Für diese noch gar nicht geleistete Hilfe ließ er sich sofort das gesamte Amt Star-
kenburg abtreten: Im Vertrag zu Weinheim vom 19. November 1461 verpfändete Diether
von Isenburg für 100.000 Gulden die ganze mainzische Bergstraße. Dieser unerhörte Vor-
gang ließ die alten Fronten wieder entstehen, nur daß jetzt Kaiser und Papst gemeinsam an
die Spitze der Gegner Friedrichs traten. Papst Pius IL drohte am 8. Januar 1462 Diether
von Isenburg samt dem Pfalzgrafen für den Fall des Verharrens im Widerstand die
Exkommunikation an. Da Friedrich nicht daran dachte, seine Beute herauszugeben,
erfolgte sie am 23. Februar. Am 16. März schloß sich der Markgraf Karl von Baden, der
sich in der Vergangenheit immer zurückgehalten hatte und häufig als ehrlicher Makler
aufgetreten war, den Feinden des Pfalzgrafen an und erklärte ihm den Krieg, obwohl er
gegen die Pfalz Lehenspflichten hatte. Kurz darauf wechselte auch der Bischof von Speyer
die Front. Am 13. April verbanden sich der neue Erzbiscljof Adolf von Mainz, der Bischof
von Speyer, Karl von Baden, Ulrich von Württemberg und der ärgste Feind Friedrichs,
Ludwig der Schwarze von Veldenz, zu einer Einung mit der Absicht, Adolf von Nassau
auf seinen Bischofsstuhl zu bringen und Friedrich zu strafen.
Während am Rhein sich die Feinde Friedrichs nur langsam sammelten und Friedrich sei-
nerseits neben dem abgesetzten Erzbischof Diether den Landgrafen Heinrich von Hessen,
Philipp von Katzenelnbogen und sogar den Grafen Emich von Leiningen als Bundesgenos-
sen gewann, brach zuerst in Bayern der Krieg zwischen den alten Gegnern aus. Ende März
begannen auch die badischen und württembergischen Truppen in der Pfalz die Dörfer ein-
zuäschern: Walldorf, Nußloch, Sandhausen, St. Ilgen, Kirchheim, Eppelheim, Plankstadt
und Bruchhausen wurden ausgeplündert und angezündet, am 1. April setzten sie über den
Knem und verbrannten dort 17 weitere pfälzische Dörfer. Als letzte Rechtfertigung dieser
aten erschien am 30. März ein Befehl des Kaisers, der allen Untertanen gebot, den von ihm
ernannten Reichshauptleuten Albrecht von Brandenburg, Karl von Baden und Ulrich von
urttemberg Heeresdienst gegen den Pfalzgrafen zu leisten. Damit wurden die Verbünde-
en mit der Durchführung einer Reichsexekution gegen den Pfalzgrafen beauftragt, dem
orgeworfen wurde, sich seit langer Zeit in Rebellion gegen den Kaiser zu befinden. Am 24.
in d1WUfde dem Markgrafen Karl und den württembergischen Grafen Ulrich und Eberhard
Ve b-Sem Rei(Thskrieg die Führung des Reichsbanners übertragen. Schließlich erhielten die
r undeten in diesen spannungsreichen Tagen des Mai 1462 noch Zuzug durch Bischof
un?rg von Metz, der sich als Bruder des Markgrafen Karl von Baden durch die kaiserliche
Papstliche Aufforderung zum Kampf gegen Friedrich besonders verpflichtet fühlte.
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die Koalition fürs erste auseinandergejagt, und Kurfürst Friedrich stand als der glänzende
Sieger da. Sein Ruhm begann sich in ganz Deutschland zu verbreiten, seine Freunde nann-
ten ihn den „Siegreichen" und seine Feinde „den bösen Fritz".
2.2.3. DER KRIEG VON 1461/62
Fürs erste hatte sich Kurfürst Friedrich am Rhein Raum geschaffen. Während er sich im
Frühsommer in der Oberpfalz aufhielt und dort seinem Bundesgenossen Ludwig von Bay-
ern-Landshut erfolgreich beistand, geriet der in Pfeddersheim noch einmal glimpflich
davongekommene Erzbischof von Mainz in eine viel größere Gefahr. Papst Pius II. hatte
Diether von Isenburg als Erzbischof von Mainz abgesetzt und zugleich in Adolf von Nas-
sau einen Nachfolger ernannt. Friedrich sah in der Notlage Diethers sofort die Möglich-
keit, für die Pfalz einen noch größeren Gewinn zu machen. Er versprach ihm seine Unter-
stützung. Für diese noch gar nicht geleistete Hilfe ließ er sich sofort das gesamte Amt Star-
kenburg abtreten: Im Vertrag zu Weinheim vom 19. November 1461 verpfändete Diether
von Isenburg für 100.000 Gulden die ganze mainzische Bergstraße. Dieser unerhörte Vor-
gang ließ die alten Fronten wieder entstehen, nur daß jetzt Kaiser und Papst gemeinsam an
die Spitze der Gegner Friedrichs traten. Papst Pius IL drohte am 8. Januar 1462 Diether
von Isenburg samt dem Pfalzgrafen für den Fall des Verharrens im Widerstand die
Exkommunikation an. Da Friedrich nicht daran dachte, seine Beute herauszugeben,
erfolgte sie am 23. Februar. Am 16. März schloß sich der Markgraf Karl von Baden, der
sich in der Vergangenheit immer zurückgehalten hatte und häufig als ehrlicher Makler
aufgetreten war, den Feinden des Pfalzgrafen an und erklärte ihm den Krieg, obwohl er
gegen die Pfalz Lehenspflichten hatte. Kurz darauf wechselte auch der Bischof von Speyer
die Front. Am 13. April verbanden sich der neue Erzbiscljof Adolf von Mainz, der Bischof
von Speyer, Karl von Baden, Ulrich von Württemberg und der ärgste Feind Friedrichs,
Ludwig der Schwarze von Veldenz, zu einer Einung mit der Absicht, Adolf von Nassau
auf seinen Bischofsstuhl zu bringen und Friedrich zu strafen.
Während am Rhein sich die Feinde Friedrichs nur langsam sammelten und Friedrich sei-
nerseits neben dem abgesetzten Erzbischof Diether den Landgrafen Heinrich von Hessen,
Philipp von Katzenelnbogen und sogar den Grafen Emich von Leiningen als Bundesgenos-
sen gewann, brach zuerst in Bayern der Krieg zwischen den alten Gegnern aus. Ende März
begannen auch die badischen und württembergischen Truppen in der Pfalz die Dörfer ein-
zuäschern: Walldorf, Nußloch, Sandhausen, St. Ilgen, Kirchheim, Eppelheim, Plankstadt
und Bruchhausen wurden ausgeplündert und angezündet, am 1. April setzten sie über den
Knem und verbrannten dort 17 weitere pfälzische Dörfer. Als letzte Rechtfertigung dieser
aten erschien am 30. März ein Befehl des Kaisers, der allen Untertanen gebot, den von ihm
ernannten Reichshauptleuten Albrecht von Brandenburg, Karl von Baden und Ulrich von
urttemberg Heeresdienst gegen den Pfalzgrafen zu leisten. Damit wurden die Verbünde-
en mit der Durchführung einer Reichsexekution gegen den Pfalzgrafen beauftragt, dem
orgeworfen wurde, sich seit langer Zeit in Rebellion gegen den Kaiser zu befinden. Am 24.
in d1WUfde dem Markgrafen Karl und den württembergischen Grafen Ulrich und Eberhard
Ve b-Sem Rei(Thskrieg die Führung des Reichsbanners übertragen. Schließlich erhielten die
r undeten in diesen spannungsreichen Tagen des Mai 1462 noch Zuzug durch Bischof
un?rg von Metz, der sich als Bruder des Markgrafen Karl von Baden durch die kaiserliche
Papstliche Aufforderung zum Kampf gegen Friedrich besonders verpflichtet fühlte.
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