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Galerie Flechtheim [Contr.]
Der Querschnitt — 9.1929

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Schmidt, Otto: Umgang mit Pferden
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https://doi.org/10.11588/diglit.71261#0255

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Eduard Braun


UMGANG MIT PFERDEN
Von
OTTO SCHMIDT
Wenn man als jüngster Stallbursche anfängt, gibt es nur eines: man hat
Respekt vor den Klassepferden, die man putzen und striegeln muß. Ich
glaube sogar, die Pferde selbst wissen genau, daß sie nur Stallburschen vor
sich haben. (Wie sie allerdings zuweilen auch wissen oder ahnen, daß manche
Jockei-Lehrlinge die Championpeitsche im Stiefel tragen. Amorino, mit dem
ich 1916 als Lehrling das Derby gewann, wußte es jedenfalls.) Vorläufig
aber gingen die Pferde mehr mit uns Stallburschen um, als daß wir mit
ihnen umgingen. Und als im Herbst die Youngsters kamen, so sprangen diese
gerade flügge gewordenen Jährlinge gleich mit uns um. Wir sollten sie an-
reiten oder „einbrechen“. Das klingt mittelalterlich-grausam, ist aber längst
nicht so schlimm, wie es sich anhört. Immerhin fliegen einige Späne dabei, und
meistens waren wir die Späne, die flogen. Wir fanden uns oft auf der Erde
wieder. Bald hat man aber den Bogen raus (der Bogen, das ist nicht bloß die
Fall- und Flugkurve), und man ist ein regulärer Jockei, selbst wenn man noch
Lehrling ist. Man kann es eben nicht erlernen, es muß angeboren sein. Irgend-
ein Laie kann sich auf ein Pferd setzen, es bleibt stehen und rührt sich
nicht. Wenn sich aber ein Jockei draufsetzt, reagiert es sofort auf den leisesten
Zügelruck, auf den leichtesten Schenkeldruck und setzt sich in Bewegung. Es

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