Realschematismus der Erzdiöcese Freiburg — 1863

Seite: 475
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Decanat Wiesenihäl, 475

5731, Schulfond 43S5 ; Aftersteg: Capellenfond 609,
Scliulfond 318, Armenfond 313; Brandenberger Armen-
fond 615, Scliulfond 260; Fahler Armenfond 180, Schul-
fond 150; Muggenbrunner Armenfond 270, Schulfond
291; Schlechtenau: Armenfond 395, Schulfond 868 fl.—
Das Patronat stand dem Kloster St. Blasien zu, dem die Pfarrei incor-
porirt war. T. theilte in geschichtlicher Hinsicht das gleiche Schicksal mit
Schönau. In ältern Zeiten waren hier viele vom Adel ansässig, welche das
Bergwerk betreihen Hessen. Durch Schenkungen dieser kamen einzelne Höfe
an St. Blasien. T. war früher ein Filial von Schönau, dessen Pfarrer in
einer in T. im J. 1283 erbauten hölzernen Capelle wöchentlich eine hl. Messe
lesen durfte. Im J. 1287 bewilligte Bischof Rudolph von Constanz eine
steinerne Kircho sammt einem Gottesacker zu errichten, welche dann im
J. 1284 erbaut und von St. Blasien aus mit einem Seelsorger versehen wurde.
Ehemals bestand hier auch eine Friihmessnerei, welche 1339 gestiftet wurde.
Das ewige Licht stiftete 1304 Bernard von Greskon mit R Mut Koggen Zins
aus dem halben Hof zu Wettelbrunn. Da die Todtnauer Ludwig dem Bayer
anhiengen, kamen sie in den Kirchenbann, wovon sie der Abt Peter von
St. Blasien im Auftrage des Bischofs befreien durfte.

22.

Todtnauberg.

Das Pfarrdorf Todtnauberg mit der Pfarrkirche St. Jacobi
maj., theilweise aus nicht weit entfernten, im Winter aber
schwer zugänglichen Zinken und einzelnen Häusern bestehend,
zählt 712 Seelen und hat eine Schule unter 2 Lehrern
mit 100 K. —

Pfründeeinkommen: c. 750 fl. meist in Geld, etwas Güter-
ertrag und Naturalcompctenz.— Die Besetzung unterliegt
der Tema. —

Der Messner- und Organistendienst erträgt c. 13 fl.

Kirchen- und andere Fonds: Kirchenfond 2300, Armen-
fond 840, Schulfond 230 fl. —

Das Patronat stand dem Kloster St. Blasien zu. Die Pfarrei entstand
1811 aus einer vom Kloster St. Blasien nuterm 30. Novemb. 1794 errichteten
Localcaplauei. Dieser Ort gehörte ehemals den Edlen von Waldeck und
Aystatt. Walko von AValdeck und Burkard von Aystatt begaben sich 1114
zu St. Blasien in den Orden und vergabten dahin nebst Todtnau und Schönau
auch den Todtnauerberg. —
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