Institut Français d'Archéologie Orientale <al-Qāhira> [Editor]; Mission Archéologique Française <al-Qāhira> [Editor]
Recueil de travaux relatifs à la philologie et à l'archéologie égyptiennes et assyriennes: pour servir de bullletin à la Mission Française du Caire — 34.1912

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der name der sarabaiten 15

denn man glaubte, die Seele des Menschen, der erwùrgt wùrde, miisse unten aus-
fahren, welches ihn « pogano » machte (aus de la Martinières Reise nach dem Norden,
S. 194). » Das «pogano» ist « hâsslich », eigentlich « heidnisch » und bezieht sich auf
den Aberglauben vom erhângten Judas, dem der Lebenshauch nicht durch den Mund,
sondern per intestina herausfuhr. Die Lippen hàtte ihm ja der Heiland gekùsst '. Daher
ist auch das Hângen fur die Nosairis eine furchtbare Strafe und die Verwandten
bezahlen den Turken hohe Summen, um die Strafe umzuwandeln und die Verurteilten
spiessen zu lassen ; denn da die Seele durch den Mund zu entweichen pflegt, so muss
sie beim Hângen durch den After ausgehen2. Um so merkwùrdiger ist der Glaube in
der Gegend von Elberfeld, clie Seele verlasse durch diesen Ort auch im Normalfall in
Form eines Windhauchs den Kôrper \

Zum Schluss sei noch darauf verwiesen, dass Zwiebel und Knoblauch auch ka-
thartische Bedeutung haben wie Asphalt und Schwefel bzw. Geister- und Uebel-ab-
welîrende vgl. Clemens Alexandrinus, Strom., VII, 4, 26. Diphilus fragm. 126, Kock
II, 577. Dion Chrysostomus or. XLVI1I u. a. m. 4

DER NAME DER SARABAITEN

von

Adolf JàcobYj Weitersweiler

Spiegelberg hat die âgyptischen Namen der Monche bei Hieronymus ep. 22, 34
ad Eustochium aus dem Koptischen dahin erklârt, dass die Remoboth, von denen
gesagt ist : hi bini ml terni nec multo plures simul habitant, suo arbitratu ac ditione
viventes, pj0.ii0.iroT (vgl. die alte Lesart remnuoth) seien5.

Ein weiterer hierher gehôriger Name von Mônchen ist der der Sarabaiten*. Von
ihnen giebt Cassian collât. XVIII, 7 folgende Schilderung : « illo igitur exemplo, quod
in Anania et Sapphira apostolica districtione punitum est, a nonnullorum contem-
platione paullâtim longa incuria et temporis obliteratione subtracto, emersit illud
Sarabaytarurn genus, qui ab eo, quod semetipsos a coenobiorum congregationibus

1. Zeitsc/irift des Vereins fûr Volkskunde, XI, 441.

2. Bastian, Der Mensch in der Geschichle, III, 322. Zeitsehr. d. Ver./. VolUtk., XIV, 28.

3. Archio fur Religionsuùssensehaft, IV, 309.

4. Gruppe, Griech. Mythologie, 889, Anm. 7. Grimai, Deutsche Mythologie, II2, 116b.

5. Recueil de trac rel. à la phil. et à l'areh. ég. et ass., XXVIII (1906), S. 211, Koptische Miscellen, XXXIII.
Wie mir Herr Prof essor Spiegelberg brieflich mitteilt, zieht er jetzt die bereits von Jablonski, Opuscula, I,
229-230 gegebene Erklârung von remnuoth als *peuLiiOTTOOT « solitarius, [lovâÇwv », der im Recueil vertreteneu
Eiymologie war.

6. Jablonski giebt a. a. 0. 264-263 weitere Nachrichten ûber die Sarabaiten. Uber die Etymologie des
Nameas bekennt er : « origo nominis non est mihi explorata».
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